[REZENSION]: Ann Leckie: Das Imperium

Cover: Ann Leckie - Das ImperiumOriginaltitel: Ancillary Mercy, 2015; Heyne 04/2017; Seiten: 448; Übersetzung: Bernhard Kempen

Inhalt: Das Imperium der Radchaai hat sich über die gesamte Galaxis ausgebreitet. Nun droht es allerdings in einem blutigen Bürgerkrieg zu zerbrechen, hat sich doch die auf viele Körper verteilte Person des Imperators in feindliche Fraktionen aufgespalten. Allein die ehemalige Maschinenintelligenz Breq kann den Krieg noch aufhalten – aber sie sitzt in einer abgelegenen Raumstation fest. Der Untergang des Imperiums scheint unvermeidbar …

Rezension: Der erste Roman war eine Space Opera, deren Bombast leicht mit Dune hat mithalten können. Der zweite Roman dagegen hatte in seiner räumlichen Beschränkung beinahe etwas von einem Kammerspiel an sich. Der finale Roman jetzt ist eine exzellente Kreuzung der Vorgänger und bringt die Trilogie zu einem bizarr, eher unerwarteten und überaus befriedigenden Ende.

Das Imperium beinhaltet einige unerwartete Wendungen und Lösungen für Probleme, die mich als Leser erfreuen und geradezu entzücken. Ann Leckie flirtet mit Klischees und umgeht sie mit gekonnter Leichtigkeit. Das Buch führt neue (?) Figuren ein, die so bizarr und eigenwillig sind, dass sie zwischendurch für ziemliche Erheiterung – beim Leser!! – sorgen. Dabei ist das Ansinnen der Figuren (ich zögere etwas, sie Personen zu nennen, weil das wiederum eine Definitiossache ist und gerade bei diesen Romane ist das mit der Definition gar nicht so einfach) alles andere als lächerlich. Im Gegenteil.

Die neu ins Spiel gekommenen Charaktere sind nicht komisch. Sie sind schlicht fremdartig und was sie wie kommunizieren oder zu verstehen begreifen, sorgt beim Lesen für Erheiterung – obwohl man dabei nie sicher sein kann, dass die nächste Seite nicht das Missverständnis mit brutaler Gewalt zu lösen versucht. Aber die Autorin findet jedes Mal die cleverste Lösung für das anstehende Problem.

Das Imperium ist spannende Lektüre, die sich mit komplexen Irrungen und Wirrungen beschäftigt, die ein zerfallendes Riesenreich mit sich bringt. Jeder Intrigantenstadel kann von dem Durcheinander der Serie gehörig lernen. Es ist faszinierend. Es gibt natürlich auch Action, doch das ist lediglich das Sahnehäubchen auf all den Geschehnissen, die beim Lesen in Atem halten.

Die Trilogie einen Roman über das Leben zu nennen, führt zum Definitionsproblem, was denn Leben eigentlich ist. Was unterm Strich der springende Punkt dieser Space Opera ist. Die verschiedenen Formen des Daseins und ihr Miteinander versus dem Gegeneinander. In einem komplex entworfenen, sorgfältig durchdachten Universum angesiedelt und voller, auch sprachlich bedeutender, Eigenheiten, ist der Zyklus Imperial Radch, zu Deutsch Maschinen-Universum, ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was eine Space Opera auch sein kann:

Ann Leckies Trilogie ist eine Saga um die Schicksale von Individuen vor einem gewaltigen Hintergrund, der dem Individuum keine nennenswerte Bedeutung zugesteht.

Das Imperium ist Triumph und Finale.

Kurz gesagt:

  • irrwitzig
  • gewaltig
  • menschlich

Fazit: toller Roman und großes Finale einer meisterhaften Trilogie.


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