[REZENSION]: Ann Leckie: Die Maschinen

Die Maschinen; Ann LeckieInhalt: Breq ist eine Kämpferin, die auf einem einsamen Planeten auf Rache sinnt. Hinter ihrer verletzlichen, menschlichen Fassade verbirgt sich mehr, als es zunächst den Anschein hat: Sie wurde von den Radch geschaffen, die nach und nach das gesamte Universum unterworfen haben. Breq ist nur dem Äußeren nach eine Frau, vor allem aber ist sie ist eine perfekt konstruierte Maschine, abgerichtet zum Erobern und Töten. Nun aber beschließt sie das Unmögliche: Ganz allein will sie es mit Anaander Mianaai aufnehmen, dem unbesiegbaren Herrscher der Radch. Denn Breq will endlich frei sein.

Ann Leckie: Die Maschinen

(OT: Ancillary Justice; 2013); Heyne 03/2015; ISBN: 978-3-453-31636-2; Seiten: 541; Übersetzung: Bernhard Kempen; Ausstattung: Trade-Paperback; Vorwort d. Übersetzers, Interview m. Autorin

Teufel nochmal! Rein von der Form her ist der Roman eines der originellsten und faszinierendesten Bücher seit längerer Zeit. Tatsächlich sind Die Maschinen eine erfreuliche Herausforderung, ein Buch, das sich nicht einfach so weglesen und vergessen lässt.

Breq, die Ich-Erzählerin, kennt sprachlich bedingt keine Unterschiede zwischen männlich und weiblich – Ann Leckie hat daher grundsätzlich jede Figur ausschließlich weiblich gekennzeichnet, was beim Lesen zu Beginn gehöriges Umdenken erfordert. Besonders dann, wenn Breq mit jemandem einer anderen Kultur kommuniziert, wo der Unterschied eine Bedeutung hat und sie sich umstellen muss und gelegentlich verzettelt.

Breq selbst – auf einer vorerst genretypischen Reise einem bestimmten Ziel entgegen, sorgt auch für allerlei Verwirrungen. Die Autorin verzichtet auf Erläuterungen von Kultur, Denkweise und Begriffen, sondern sie wirft die Leser mitten hinein und lässt sie erst im Zuge der Geschichte nach und nach begreifen, welche Besonderheit welche Bedeutung birgt.

Dieses Vorgehen lässt mich als Leser so manche Szene nachträglich verstehen und so tut sich auf ungewohnte Weise auf, was hinter der untewöhnlichen Erzählart verborgen liegt – eine faszinierende, monumentale Space-Opera, ein Universum, das sich schlagartig seinen gleichwertigen Rang neben den Epen von Alastair Reynolds erkämpft hat und gleichauf mit Dune von Frank Herbert u.ä. Klassikern anzusiedeln ist.

Da wir hier den ersten Band einer Trilogie vorliegen haben, braucht man sich um die Epik des Werks keine Gedanken machen – allein die vielen, bizarren Details des Romans sorgen schon für Monstrosität. Ich bin schon wirklich gespannt, wie es weitergehen wird. Eine Andeutung davon findet sich im Interview und bei Heyne ist das nächste Buch, Die Mission, für Februar 2016 angekündigt.

Das Buch hat so ziemlich alle bedeutenden Preise der SF-Literatur verdient gewonnen – darunter auch den Hugo. [Ich kann mir nur im Ansatz vorstellen, wie dieses Buch auf konservative, rückständige Spinner wie Larry Correia und seine Sad Puppies gewirkt haben muss, die sich jetzt so sehr bemühen, den Hugo-Award ins Lächerliche zu kippen bzw. wie der rassistische, frauenfeindliche Rülpser ausstoßende Vox Day, der mit der dauerhaften Zerstörung des Hugo droht.]

Die Maschinen ist ein faszinierendes, vielfältiges und eigenständiges Epos, wie man sie nur alle paar Jahre zu lesen bekommt. Der Roman bleibt lange Zeit nach der Lektüre noch in den Gedanken haften und bereichert sie, weckt den Wunsch, mehr über dieses Universum zu erfahren. Meisterhaft.

Kurz gesagt:

  • überaus originell
  • faszinierend
  • herausfordernd

Fazit: Beste Science Fiction-Literatur


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