[REZENSION]: Kristopher Rufty: Pillowface

INHALT: Der zwölfjährige Joel Olsen hat keine Freunde. Er lebt in seiner eigenen Welt und liebt besonders Horrorfilme. Zu Beginn der Sommerferien findet Joel im Hinterhof einen schwer verletzten Mann, der sein Gesicht unter einem Kissenbezug verbirgt. Als Joel ihm hilft, entsteht eine unerwartete Freundschaft. Der Maskierte ist der Inbegriff all dessen, was Joel so liebt: Ein Slasher-Killer aus Fleisch und Blut!

BUCH: Pillowface; (c) 2012; Festa H&T 15137, 11/2018; Seiten: 448; Übersetzung: Jochen Herlitz …

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Cover Festa: Kristopher Rufty: PillowfaceREZENSION: Pillowface ist ein völlig abgedrehter Roman voll absurder Momente der Gewalt und Erotik, des Wahnsinns und der Parodie auf Spießbürgertum. Rufty nimmt ein real existierendes Trauma, strickt daraus eine absurd scheinende, aber sehr überzeugende Geschichte, was die innere Logik angeht und greift ungebremst ins Gedärm. Rufty bricht dabei ein paar Pseudo-Tabus, indem er Kinder und Tiere mit in das Spektakel einbezieht und durchaus derber zu Schaden kommen lässt. Das ist eher ungewöhnlich. Auch die Art, wie er Joel zeichnet und charakterisiert, ist jetzt nicht das, was man durchschnittlich erwarten möchte. 

Gehen wir noch einen Schritt weiter und schauen uns den Slasher-Killer selbst an, so ist auch dieser komplex gezeichnet und fällt deutlich aus der Rolle der üblichen Killer heraus. Eine sehr angenehme und originelle Abwechslung, die Rufty dieser Art Killer hier zugesteht. Darüber hinaus ergibt ein Blick auf die Nebenfiguren, dass der Autor mit der ganz normalen Perversion des Alltags nebenbei vorführt, wie wenig Unterschied zwischen unserem alltäglichen Ich und dem Ich eines Serienmörders besteht. Es sind nur wenige Details, die uns davor bewahren, dieses blutige Handwerk auszuüben.

Pillowface ist eine gelungene Gewaltorgie mit geradezu slapstickartigen Einlagen, behält der Autor die Leser fast das gesamte Buch über in einem Zustand der Schwebe – es ist von Seite zu Seite ungewiss, ob die Charaktere, bei denen man es sich wünscht, am Ende noch leben werden.

Rufty hat schon mit Ein Hund namens Jagger vorexerziert, dass er sich darauf versteht, aus dem alltäglichen Trott Momente des Grauens hervorzukitzeln, die sowohl absurd erscheinen und dabei zugleich erschreckend realistisch.

Geiler Scheiß!

Zusammenfassung:

  • Anspruch/Stil: *** höheres Genre-Niveau
  • Gewalt/Gore: ***** kann ordentlich was
  • Sex/Perversion: **** zwischen sehr geil und sehr widerlich
  • Unterhaltungwert: ***** sehr hoch
  • Gesamteindruck: **** verdammt gut

Fazit: richtig guter Thriller!


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Der Beitrag [REZENSION]: Kristopher Rufty: Pillowface erschien am 07.05.2019 auf Kultplatz.net


 

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