[REZENSION]: Ann Leckie: Die Mission

Die Mission von Ann LeckieInhalt: Über Tausende von Sternsystemen erstreckt sich das mächtige Imperium der Radchaai – doch es ist in sich gespalten und steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Breq, die Maschinenintelligenz des interstellaren Kriegsschiffs Gerechtigkeit der Torren, ist die Einzige, die den Zerfall noch aufhalten kann. Das Schiff wurde vor Jahrhunderten vollständig zerstört, und nur Breq, die Maschinenintelligenz im Körper einer Frau, hat überlebt. Nun wird sie von Anaander Mianaai, der totalitären Herrscherin der Radch, formell adoptiert, zur Flottenkapitänin ernannt und ins Athoek-System beordert. Dort haben die Gegner der Herrscherin zwei Tore für den interstellaren Schiffsverkehr zerstört und das System von seiner Versorgung abgeschnitten. Über Jahrtausende hinweg haben die Radch riesige Bereiche der Galaxis annektiert und sich viele Feinde gemacht. Vor allem aber wird das Reich der Radch aus seinem Inneren bedroht, denn seine Herrscherin Anaander Mianaai ist in Tausende von geklonten Körpern gespalten. Jetzt ist ein heimtückischer Kampf zwischen zwei Fraktionen ihrer multiplen Existenz ausgebrochen, der das ganze Imperium bedroht – und es gibt nur eine Person, die Anaander Mianaai mehr fürchtet als sich selbst: Breq …

Ann Leckie: Die Mission

(OT: Ancillary Sword; 2014) Heyne 02/2016; ISBN: 978-3-453-31693-5; Seiten: 480; Übersetzung: Bernhard Kempen; Ausstattung: Paperback

Rezension: Was für ein gewaltiges, bombastisches Epos diese Trilogie doch ist. Selbst die in dem Roman vorherrschende Beschränkung auf eine überschaubare Anzahl von Schauplätzen ändert nichts an der epochalen Größe der Geschichte. Wie Luft ins Vakuum wird der Leser in das komplexe, unübersichtliche, von archaisch anmutenden Riten beherrschte Universum gezogen, das von Breq durchstreift wird, auf einer Mission, die … tja. Was ist eigentlich ihre Mission? Das werden wir vermutlich – hoffentlich – im finalen dritten Band feststellen.

Die Mission ist eigentlich eine Art Verschwörungsthriller, der exotische Schauplätze und bizarre Riten benutzt, um seine Geschichte zu erzählen. Die Unklarheit, ob nun eine Person weiblich oder männlich ist, die setzt sich auch hier fort – in der Eindeutschung durch die Benennung aller handelnden Figuren als weiblich. Was im ersten Buch noch etwas gewöhnungsbedürftig war, ist jetzt eine Selbstverständlichkeit. Zwar nimmt dieser Umstand etwas vom Reiz, andererseits ist es damit Leckie auch gelungen, eine erzählerische Eigenwilligkeit zu etablieren, die kaum “breitentauglich” erscheint. Aber siehe da, es geht wunderbar.

Streckenweise hat man das Gefühl, Leckie hat ihrem Detailwahn ein wenig zu sehr nachgegeben, wo sie eigentlich bei aller Komplexität doch recht nüchtern ist und Dinge gern im unklaren lässt, die nicht von unmittelbarer Bedeutung für die Geschichte sind. Hier scheint es anders und das irritiert durchaus. Aber bei all der Sorgfalt und den Überlegungen, die Ann Leckie in das Buch gesteckt hat, gehe ich davon aus, dass die Detail-Passagen in der Folge noch ihre Berechtigung erfahren werden.

Die Mission kommt im Grunde mit einem Minimum an Handlung aus, ist niemals langweilig oder lang. Das Buch fesselt durch seine Konflikte und Dramen, die den einzelnen Charakteren entspringen und dabei tiefe Einblicke in diese seltsame Kultur der Radch gewähren. Die von außen kommende Action ist auf Effekt angelegt und setzt gekonnt die nötigen Akzente um die Thriller-Motive mitzutragen.

Unterm Strich hat mich das Buch in den Bann gezogen und ich habe es mit großem Vergnügen gelesen, bin sehr angetan davon und freue mich schon jetzt auf den dritten Roman. Die Mission ist eine kreative, originelle Space Opera, ausgezeichnete Science Fiction mit einzigartigen Charakteren, Riten, Schauplätzen. Hut ab vor dem Reichtum dieser Trilogie.

Kurz gesagt:

  • bombastisch
  • spannend
  • clever

Fazit: hervorragend!


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