[THEMEN-SPECIAL]: Chucky, die Mörderpuppe (UPDATE 02)

Poster: Child's Play 1[Beitrag erstmals erschienen am 30.06.2017]

UPDATE 02, 19.07.2018: Don Mancini, der Schöpfer der Serie, wird Chucky als TV-Serie weiterentwickeln, die direkt an die Filme anschließt und die Geschichte weitererzählt. Das wichtigste Element dabei, Brad Dourif, von Beginn an die Stimme von Chucky, bleibt dabei. Auch Fiona Dourif, die im letzten Film die Hauptrolle spielte, bleibt bei Mancini.

Der Wahnsinn, den niemand braucht, ist nämlich das Remake! MGM, die das Original betreuen, wollen die Serie zeitgleich neu starten. Das ist bei einem Franchise, der weder tot noch ein Flop ist, ausgemachter Schwachsinn. Noch dazu, wenn es um etwas so unverwechselbares wie diese verfluchte Puppe geht, die man nicht hinter eine Maske verstecken kann und die sogar sehr viel redet – und das mit einer unverwechselbaren Stimme.

Das absolut skurrile ist sogar, dass das Studio Don Mancini und seinen ewigen Produktionspartner David Kirschner einen Credit als Executive Producer angeboten hat – und beide haben das abgelehnt! Hut ab, das hätte sicher sehr leicht verdientes Geld bedeutet. Andererseits, nicht jeder Scheiß ist ein Geld wert und es lohnt sich, nicht für jeden Dreck die Seele zu verkaufen.

Sei es wie es sein, das Remake wird das Schicksal vieler Remakes erleiden – kein Schwein wird sich dafür interessieren. Hauptsache, die originale Storyline geht weiter und Hauptsache, Brad Dourif spricht weiterhin Charles Lee Ray.


UPDATE 04.10.2017: Cult of Chucky ist in den US erschienen – bei uns ab 9. November – und diverse Film-Seiten haben das Thema aufgegriffen. Hier ein kleiner Überblick über ein paar der interessanteren Beiträge zum Thema Chucky:

Cult of Chucky bei Netflix nur gekürzt

Ein Interview mit dem Puppen-Animateur Peter Chevako …

Über die Irrungen und Wirrungen der Film-Serie …

How I Conquered my Fear of Chucky


Originalbeitrag vom 30.06.2017:

Inzwischen zum 7. Mal kehrt Chucky zu uns zurück. Cult of Chucky erscheint im Oktober 2017 direkt auf DVD/Blu Ray – der erste Trailer ist hier zu bewundern.

Wie bisher, wird auch dieses Mal Brad Dourif Chucky die Stimme verleihen. Und wie in den drei Filmen davor, dürfen sich die Fans auch dieses Mal wieder auf Jennifer Tilly als Tiffany freuen. Auch der inzwischen sehr erwachsene Andy, der Junge aus dem 1. Film, ist dieses Mal mit von der Partie. Er hatte im vorletzten Film einen Mini-Auftritt in einer Nachspann-Szenen, dieses Mal ist er eine der Hauptfiguren.

Bemerkenswert an der Filmserie, die als Beinahe-Flop begann, der über ein treues Video-Publikum zum Hit und Kult und daraufhin zur Serie wurde, ist, dass der Erfinder von Chucky, Don Mancini, alle Filme geschrieben hat. Das ist eher die Ausnahme als die Regel im Filmgeschäft, sorgt aber für eine gewisse Konsistenz. Weiterer Pluspunkt, mit dem die im Grunde absurde Prämisse die Zuschauer für sich gewinnen konnte, sind die oft grotesken, zumeist sehr brutalen Morde, die von der Puppe begangen werden. Sie sind teilweise wirklich skurril und originell und das gibt einen weiteren Pluspunkt, den die Filme für sich verbuchen können.

Poster: Child's Play 2Chucky ist klein und aus Plastik, aber das hindert ihn weder daran, sich wie ein Arschloch zu benehmen, noch daran, richtig brutale Morde zu begehen. Die Absurdität, der Kontrast der lächerlichen Erscheinung und der Wut und Gewalt und der Freude, die im Abschlachten liegt, verursachen eine unbehagliche Mischung aus Erheiterung und Grusel – etwas, das hier so gelungen ist, dass es effektiv und überzeugend funktionierte.

Ich habe die ersten drei Chucky-Filme im Kino gesehen und da haben sie wirklich hervorragende Arbeit geleistet.

Auch spielt der in den Filmen stets präsente, mal versteckter, mal offensichtlicher, Humor eine bedeutende Rolle. Er gewann im 4. und 5. Film überhand und verdrängte den Horror zugunsten der Komödie. Don Mancini hat mit dem 6. Film eine Kurskorrektur vorgenommen und den Witz wieder stark in den Hintergrund gedrängt, um die Serie dorthin zurück zu führen, wo sie herkam – zurück in den Horror, der mit Pop-Zitaten und Kleinigkeiten Humor zeigt, ohne komisch zu sein.

Nicht, dass der Humor nicht funktioniert hätte, im Gegenteil. Er hat sogar ausgezeichnet funktioniert, vielleicht zu gut. Denn die Filme haben nicht gegruselt, dafür aber so richtig zum Lachen – absichtlich – gebracht. Es gab richtig saukomische Momente. Das ist eine tadellose Leistung für eine Komödie, aber vielleicht doch nicht das, was man haben will, wenn man Serienkiller-Filme dreht.

Poster: Child's Play 3Schlussendlich interessant an der Serie ist auch der Handlungsbogen, in dem die Filme immer wieder aneinander anschließen. Mal direkter, mal über kleine Umwege, aber Chucky ist mehr oder weniger eine in mehrere Kapitel unterteilte Geschichte.

Ein im Grunde absurder Vergleich, der aber die Struktur verdeutlicht, ist Forrest Gump. Auch dessen Geschichte besteht aus Kapiteln mit Zeitsprüngen, alles mehr oder weniger locker im Zusammenhang erzählt. So wie Forrest ist auch Chucky zeitlos und wie Forrest hat auch Chucky tatsächlich Nachwuchs.

Eine simple Grundstory, die durch den eigenwilligen Hauptcharakter an Charme gewinnt (hust, ähm), dessen Leben über einzelne Abschnitte hinweg mitverfolgt wird. Dabei wechseln, wie in der Realität, Freude, Bekannte, soziales Umfeld. So manche Person kehrt wieder oder bleibt länger, andere tauchen auf und verschwinden, ohne je von Bedeutung gewesen zu sein.

Im Grunde kann man die Geschichte ewig weiterführen. Der Vorteil der Plastikpuppe ist die Alterslosigkeit und in der ist Chucky irgendwie wie ein Clown. Eigentlich harmlos und theoretisch Freude bereitend, ist er irgendwie so verdreht, dass das Vergnügen in Schrecken umschlägt.

Im 6. Film hat Fiona Dourif, die Tochter von Brad Dourif, die Hauptrolle übernommen. Ihre Figur spielt auch im kommenden Film wieder, neben Chucky, die weibliche Hauptrolle.

Poster: Bride of Chucky

(Die bewusst simpel gehaltenen Inhaltsangaben können Spoiler enthalten, so man die Filme nicht kennt.)

Child’s Play (1988) – Chucky, die Mörderpuppe [Der von einem Polizisten schwerst verletzte Serienmörder Charles Lee Ray transferiert kurz vor seinem Tod seinen Geist in eine Good Guy Spielzeugpuppe. Ausgerechnet die bekommt der sechsjährige Andy Barclay zu seinem Geburtstag geschenkt. Im Körper der Puppe nimmt der Serienmörder sein altes Hobby wieder auf, während er nach einem Weg such, in Andys Körper zu gelangen. Er scheitert am Ende.]

Child’s Play 2 (1990) – Chucky 2 – die Mörderpuppe ist wieder da [Zwei Jahre später landet Andys Mutter in der Psychiatrie und Andy bei einer Pflegefamilie. Chucky erwacht neuerlich zum Leben und ist immer noch davon besessen, in Andys Körper zu gelangen. Das Unterfangen misslingt ihm ein zweites Mal.]

Child’s Play 3 (1991) – Chucky 3 [Acht Jahre später befindet sich Andy in einer Militärakademie, während die im zweiten Teil geschmolzenen Teile von Chucky für eine neue Puppe recyclet werden. Damit kehrt auch Charles Lee Ray zurück, um sich ein drittes Mal an Andy zu versuchen – nur um neuerlich zu scheitern.]

Poster: Seed of Chucky

Bride of Chucky (1998) – Chucky und seine Braut [Sechs Monate später eigent sich Tiffany Ray die Reste von Chucky an und erweckt Charles Lee Ray in der zusammengeflickten Puppe neuerlich zum Leben, um sich an ihrem Ex zu rächen. Doch es gelingt ihm, sie zu überrumpeln und ebenfalls in eine Puppe zu bannen. Es kommt zu einem Zweikampf der Puppen, in dem sie sich gegenseitig töten.]

Seed of Chucky (2004) – Chuckys Baby [Sechs Jahre später sollen die Chucky-Morde mit Jennifer Tilly verfilmt werden. Die Puppe Glen/Glenda, der geschlechtslose Nachwuchs von Chucky und Tiffany, erweckt die beiden zum Leben. Die beschließen, Jennifer Tilly und Regisseur Redman in Besitz zu nehmen und Jennifer Tilly zu schwängern. Tiffany schafft es, Chucky jedoch scheitert.]

Curse of Chucky (2013) – Der Fluch von Chucky [Neun Jahre danach erhält die querschittgelähmte Nica ein Geschenk – eine Chucky-Puppe. Chucky tötet ihre im selben Haus lebende Mutter und es stellt sich raus, das diese seine heimliche Liebe war. Für Chucky Terror und Morde wird schließlich Nica verantwortlich gemacht und in die Psychiatrie eingewiesen.]

Poster: Curse of ChuckyCult of Chucky (2017) [Chucky tötet in der Psychiatrie weiter und Nica wird dafür verantwortlich gemacht. Die erhält Hilfe vom inzwischen längst erwachsenen Andy, während Chucky hingegen von Tiffany unterstützt wird.]

So unmittelbar gelesen wird der Bogen der Handlung überdeutlich sichtbar. Wohin er sich von hier aus weiterentwickeln mag, bleibt abzuwarten. Bisher waren die Drehbücher geschickt genug darin, die Geschichte irgendwie auf Linie zu halten. Man kann wohl davon ausgehen, dass es Don Mancini gelingt, den roten Faden weiterzuspinnen.

Man kann davon ausgehen, dass der für ein ziemlich sicher bescheidenes Budget produzierte Film seine Kosten einspielen und ein moderater Erfolg wird. Bestseller waren die Filme nie, aber sie haben Gewinn gemacht. Genügend, um jeweils ein weiteres Kapitel zu rechtfertigen.

Produziert wird Cult of Chucky von Universal 1440 Entertainment, die auf günstig produzierte Videoware spezialisiert sind – der aktuell in Entstehung begriffene Film Tremors 6, eine weitere Fortsetzung der Tremors Reihe (Im Land der Raketenwürmer) ist ein Beispiel einer ähnlich funktionierenden Serie.

Chucky ist Kult und der Titel des neuen Films drückt das klar und unumwunden aus.


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Chucky 2 – die Mörderpuppe ist wieder da … als BluRay bei Amazon …

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Chucky und seine Braut … als BluRay bei Amazon …

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Der Fluch von Chucky … als BluRay bei Amazon …

Cult of Chucky … als BluRay (11/2017) bei Amazon …


Der Beitrag [THEMA FILM]: Chucky, die Mörderpuppe erschien zuerst auf Kultplatz.net


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