Inhalt: Natasha hat den Mann ihrer Träume gefunden. Kenyatta führt Natasha in völlig neue Welten der sexuellen Lust und er gibt ihr ein Gefühl der Sicherheit, das sie nie zuvor erlebt hat. Natasha würde alles tun, um ihm zu gefallen.
Aber Kenyatta, dessen Vorfahren aus Afrika stammen, glaubt nicht an eine gemeinsame Zukunft mit einer Weißen. Dennoch fordert er Natasha zu einem Wagnis heraus: Damit sie ihn und sein schwarzes Erbe wirklich versteht, soll Natasha sich ihm ausliefern. Bedingungslos. Sie muss für 400 Tage seine Sklavin sein!
Natasha ahnt nicht, zu was Kenyatta fähig ist …

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Cover Festa: Wrath James White: 400 TageWrath James White: 400 Tage der Erniedrigung

(OT: 400 Days of Oppression, 2013) Festa H&T 15107, 10/2016; ISBN: 978-3-86552-518-5; Seiten: 272; Übersetzung: Simona Turini; Ausstattung: Paperback, Lederoptik; Buch beim Verlag

Das ist ein biestiger Roman. Es ist auch der bisher am schwersten zugängliche Roman von WJW. Nicht, dass es der Geschichte an Gemeinheiten und purem, ungefiltertem Sex mangelt, ganz und gar nicht.

Was hier passiert, berührt durch seinen extremen Bezug zu Realismus und tatsächlicher Geschichte streckenweise extrem unangenehm. Was natürlich in der Absicht des Autors liegt, hat WJW schließlich eine deutlich erkennbare Vorliebe dafür, Bücher bestimmten Themen zu unterwerfen. Hier nimmt er sich eben der Geschichte der Schwarzafrikaner und der Sklavenzeit an.

Was den Roman zusätzliche sperrig geraten lässt, ist die Hauptfigur, Natasha. Sie ist es auch, die diese abenteuerliche SM-Beziehung schildert. Natasha ist ein mühsamer Mensch. Es fehlt mir an der persönlichen Erfahrung in dieser Art von Beziehung und ich kann mit ihrer weinerlichen Unterwürfigkeit, der geradezu blindwütigen Hingabe nicht so viel anfangen. Sie nervt.

Grundsätzlich verstehe ich den Reiz einer Dom/Sub Beziehung und der Erotik, die darin mitschwingt. Es ist eine tolle Form der Beziehung, wenn beide damit glücklich sind. Die Version, die WJW schildert, die scheint mir eine sehr spezielle Variante – Natasha schwelgt mir ein wenig zu viel in Selbstverachtung. Der Kontrast dazu sind die ausgeprägt liebevollen Momente, die Natasha erfährt, die faktische Schilderung dessen, was den Sklaven widerfuhr, die als Vorbereitung dessen dienen, was sie nachspielen muss.

Auf jeden Fall erweitert das Buch den Horizont, sowohl in historischer Hinsicht wie auch in Sachen Dom/Sub. Es ist, wenn man so will, der bisher ernsthafteste Roman von WJW. Ungebremste Begeisterung wie die meisten seiner Romane lässt dieses Buch nur schwerlich zu, es beeindruckt auf ganz andere Art und Weise.

Der Schockmoment sind die finalen 2 Kapitel und der Epilog. Hier holt WJW (mal wieder) mit dem Vorschlaghammer aus und drischt ihn seinen Lesern ins Gesicht. Das sind auch die Teile des Buches, in denen Natasha plötzlich in ganz anderem Licht erscheint – und du als Leser denkst dir, verflucht nochmal, warum nicht von Anfang an so? Die Antwort – der Autor wollte es nicht.

400 Tage der Erniedrigung ist ein sperriger, nicht wirklich leicht zugänglicher Roman, aber ein bemerkenswertes Buch. Die Reduktion einer Beziehung auf ein Sklaven/Herren-Verhältnis, das der Realität nachgebildet ist, lässt sehr viel Raum für unbehagliche Lektüre. Allerdings sorgt der Autor auch dafür, dass seine Leserschaft den Roman richtig befriedigt mit leichtem Traum beenden.

400 Tage der Erniedrigung ist eine denkwürdige Leseerfahrung. WJW hat es wieder einmal geschafft, mich zu beeindrucken. Diesmal ganz anders.

Kurz gesagt:

  • sperrig
  • intensiv
  • ausgefallen

Fazit: keine leichte, aber sehr befriedigende Lektüre


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