[REZENSION]: Michael Grumley: Breakthrough

Cover: Michael Grumley: BreakthroughInhalt: Im Karibischen Meer muss ein U-Boot von einer Sekunde auf die andere seine Mission abbrechen. Dann verschwindet es spurlos. Die näheren Umstände sind ungeklärt. In seiner Verzweiflung wendet sich Sonderermittler John Clay an die Meeresbiologin Alison Shaw, der das scheinbar Unmögliche gelungen ist: Sie hat einen Weg gefunden, mit Delfinen zu kommunizieren. Clay schickt Alisons Schützlinge los, in der Hoffnung, die hochintelligenten Tiere könnten eine Spur des verschollenen U-Boots finden. Doch was sie auf dem Grund des Ozeans entdecken, wird die Menschheit in ihren Grundfesten für immer erschüttern…

OT: Breakthrough, 2013; Heyne 10/2017; Seiten: 384; Übersetzung: Wally Anker; Ausstattung: Paperback, eBook

Rezension: Letzten Endes hält der Roman sein Versprechen nicht ein. Die Prämisse klingt sehr gut, nach einem spannenden Science-Thriller, einer packende Geschichte. Auch spricht der Roman zahlreiche interessante und faszinierende Themen an – die Klimaerwärmung, Kommunikation mit Tieren, Meeresforschung. Viel Stoff mit jeder Menge Potenzial, Leser in den Bann zu ziehen.

Dass es dann doch nicht so kommt, wie es sollte, liegt an einer gewissen Trivialität des Buches, am simplen Gemüt der Handlung. Die Geschichte schwingt sich von Klischee zu Klischee, hundertmal gelesene Charaktere, hundertmal gelesene Verhaltensweisen. Bei allem, was man daraus machen könnte, ist das Buch eigentlich recht faul. Es beschränkt sich auf bekannte und bewährte Szenarien, Handlungsabläufe, Figuren – in dieser Hinsicht fehlt es dem Thriller rundum an Thrill.

Das ist sehr schade, weil so viel darin stecken würde. Aber von all den Autoren, die Science-Thriller dieser Art schreiben, hat sich Grumley einzig die Standards abgeschaut und darauf vergessen zu ergründen, was den Reiz dieser Bücher ausmacht. Hier ist keine Substanz. Nichts, was die Szenen mit Leben, mit Bewegung, mit Action erfüllt. Die Action in dem Buch ist statisch. Der Roman liest sich wie der schlechte Versuch, einen Michael Bay-Film zu inzenieren (Battleship ist ein Musterbeispiel für diesen auf die Fresse gefallenen Versuch), ohne zu begreifen, was einen Film dieses Regisseurs eigentlich ausmacht (rein handwerklich!!).

Breakthrough ist, nunja, ein Science-Thriller, dem es an Thrill fehlt und dessen Science zu verkrampft präsentiert wird, um akzeptabel zu erscheinen. Science in der Unterhaltung muss keine funktionierende, keine “echte” Science sein. Sie braucht nur plausibel präsentiert werden, dann funktioniert die Sache. Das Spiel spielen zahllose Bücher und Filme, hier klappt es nicht. Was Grumley präsentiert, ist unglaubwürdig und in einiger Hinsicht so platt hingebogen, um die Handlung überhaupt zum funktionieren zu bringen – schmerzhaft. Der ganze Zweit-Plot um die Delphin-Kommunikation schrammt an der Grenze zur Lächerlichkeit herum.

Der Roman ist eine Art Lehrbuch – das Buch führt deutlich vor Augen, was man möglichst nicht tun sollte, wenn man einen Science-Thriller schreibt.

Schade.

Übrigens ist das der erste Band einer Serie. Ich bin zwar anfällig für Serien und Zyklen, aber hier verzichte ich.

Kurz gesagt:

  • gute Idee, faul ausgeführt
  • voller Klischees
  • in sich unglaubwürdig

Fazit: nicht wirklich gelungen


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