[REZENSION]: Kristopher Rufty: Ein Hund namens Jagger

Inhalt: Amy liebt ihren Hund über alles. Er ist ihr Beschützer und bester Freund. Jagger ist zwar riesig, aber lieb und verspielt. Doch das wird sich ändern … denn der hoch verschuldete Loser Clayton will bei Hundekämpfen die fette Kohle machen. Und dazu braucht er dringend einen Hund – einen sehr großen Hund! Clayton weiß, wie man aus einem harmlosen Hund eine Tötungsmaschine macht: Er pumpt den armen Jagger voll mit Drogen und Steroiden und verwandelt ihn in ein blutgieriges Monster, das keinen Schmerz empfindet.
Als die durchgedrehte Bestie flieht und durch die Stadt hetzt, zerreißt sie alles, was ihr in die Quere kommt. Jagger ist auf dem Weg nach Hause, zurück zu Amy, denn die hat ihn doch im Stich gelassen …

Basisdaten: Ein Hund namens Jagger (OT: Jagger, 2015); Festa H&T 15112, 01/2017; Übersetzung: Doris Hummel; Seiten: 448; Ausstattung: Festa Lederoptik; Verlag: hier

Cover Festa: Kristopher Rufty: Ein Hund namens JaggerRezension: Jagger ist ein mörderischer Roman. Erstens sehr gut geschrieben. Zweitens in extrem Details gehend. Drittens könnte man die Geschichte glauben. Viertens fürchten wir durchgeknallt Killerhunde seit Cujo. Fünftens ist das Buch bitterböse.

Zwar spielt Mick Jagger, nach dem der Hund benannt ist, keine Rolle, aber das Vieh selbst ist schon eine Besonderheit. Die Dreckswichser, die aus dem friedlichen Monster eine unaufhaltsame Killermaschine machen, sind herrlich ekelhaft und widerwärtig. Amy, die Tierhalterin, ist sehr sexy und zumindest zu Beginn auch noch sehr sympathisch.

Zwischendurch hat Rufty für seine Leserschaft so manche Alptraum-Szene parat, die ekelhaftes Kopfkino auslöst – und ich rede hier bitte schon nicht vom Hund und seinen Attacken. Nein, damit begnügt sich der grausame Kerl von Autor nicht. Er muss auch noch allerlei Dinge, die alltäglich und normal sind, derart abstoßend schildern, dass man einfach nur igitt denken mag. Und das betrifft nicht einmal den armen, bedauernswerten Buben im Trailerpark. Der Autor zerrt sogar sowas Schönes wie Sex in den Dreck. Uff.

Kristopher Rufty kennt bis über das Finale des Buches hinaus keine Gnade. Jagger ist ein kompromissloser, konsequent bösartig und hoffnungsloser Roman, in dem die zerrüttete menschliche Psyche keine geringere Rolle spielt als der in den Wahnsinn getriebene Hund, der nur mehr töten kann. Wer mag, kann auch eine Diskussion über die Haltung von so genannten Kampfhunden lostreten – für einen angeregten Streit in diese Richtung ist der Roman hervorragend geeignet. Auch über die Frage, ob das Vieh nicht selbst ein Opfer kranker menschlicher Gehirne ist, da mag diskutieren, wer will.

Jagger als mitreißendes, unterhaltsames Buch, das mit sehr viel Gespür für Timing, Ekel und Erregung geschrieben wurde, zu bezeichnen … das fühlt sich ziemlich verkehrt an. Dabei ist es genau das. Ein großartiges Werk der Unterhaltungsliteratur Nur müsste man es anders ausdrücken. Vielleicht ist es so angemenessener:

Jagger fesselt auf ähnliche Weise wie das Grauen eines blutigen Autounfalls tut. Überall Blut, Gedärm und abgerissene Körperteile – trotzdem ist wegeschauen so gut wie unmöglich.

Der würdige Nachfolger von Cujo heißt Jagger. Dieses Mistvieh von Töle ist eine Verhöhnung des so genannten besten Freund des Menschen. Bruhaha.

Kurz gesagt:

  • extrem brutal
  • sehr intensiv
  • grausam konsequent

Fazit: meisterlich.


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