[REZENSION]: Edward Lorn: Der Klang brechender Rippen

BUCH: Der Klang brechender Rippen – The Sound of broken Ribs; 2017 / Festa Verlag 09.2018 / Seiten: 336 / Übersetzung: Klaus Schmitz

INHALT: Lei Duncan hat alles: die perfekte Karriere, einen liebevollen Ehemann. Könnte sie glücklicher sein?
Belinda Walsh hingegen hat alles verloren: ihr Haus, ihren Mann, ihre Gesundheit … Voller Hass fährt sie ziellos mit dem Auto umher und sucht nach etwas, das sie zerstören kann.
Das Schicksal wird die beiden Frauen für immer miteinander verbinden – durch etwas Böses, das in der Dunkelheit lauert und das Geräusch brechender Rippen mit sich bringen wird.

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Cover: Edward Lorn: Der Klang brechender RippenREZENSION: Fesselnder, böser Thriller mit unerwarteter Wendung, die ihn zum nahezu epischen Horror-Roman mutieren lässt. Ein Horror-Thriller also, wobei mir diese Beschreibung nicht ganz gefällt, dessen Zusammensetzung der Elemente durchaus an klassiche Genre-Filme erinnert. Der Autor hat einen filmischen Stil, der bei der Lektüre deutliche Bilder hervorruft.

Edward Lorn hat ein buntes Ensemble von Figuren geschaffen, dem er überraschende Schicksale zumutet, die sehr oft sehr blutige Folgen haben. Man möchte es gar nicht meinen, aber das Buch findet neben der Brutalität und ohnehin schon sehr düsteren, fast deprimierenden Geschichte, noch Platz für giftigen Humor, der schon gar nicht mehr amüsant ist in seinem abgruntiefen Zynismus.

Der Klang brechender Rippen ist unüberhörbar

Der Klang brechender Rippen ist, neben einem grenzgenialen Titel, eines der Bücher, deren Inhalt vom Autor gekonnt drastisch und plastisch an die Leserschaft übermittel wird, soll heißen, so manche der geschilderten Geräusche, Verletzungen und Empfindungen vermeint man mit den eigenen Sinnen wahrzunehmen. Edward Lorn neigt zu einer Detailfreude, die Gore-Hounds durchaus zu befriedigen weiß. Die körperlichen Schäden werden durchaus umfassend geschildert, die Gewaltausbrüche sind schmerzhaft zu lesen.

Dabei bleibt der Stil stets unverkrampft und klar, Lorn ist weder zu simpel noch zu komplex, findet ganz genau die passende Schreibweise für dieses Buch. Er vermeidet es auch, seine Schauwerte aufdringlich und sensationsgeil darzubieten, sondern packt sie vernünftig in die Geschichte, ohne ihre Wirkung zu schmälern. Das gefällt mir. Der Unterhaltungswert des Romans ist damit sehr hoch.

Sprachlich ist auffällig, wie ungeschminkt und teilweise obszön die Hauptfiguren sprechen, sich kein Blatt vor den Mund nehmen. Der Verbal-Porno ist hier ausgeprägter als der tatsächlich stattfindende Sex. Möchte man nach all dem sprachlichen Teasing fast bedauern, wobei es dann doch so ist, dass die Figuren nicht ganz so sympathisch sind, um sie beim ficken zu beobachten. Obwohl wiederum – die Sache hätte einen hohen Grad an Perversion. Es ist also ein hin und her bei der Lektüre, das durchaus passend ist und nicht stört, sogar passend erscheint.

Das Buch in der Zusammenfassung:

  • Anspruch/Stil: **** ausgewogen und zum Inhalt passend
  • Gewalt/Gore: ***** plastisch, blutig und schmerzhaft zu lesen
  • Sex/Perversion: *** etwas zurückhaltend, ist aber ok so
  • Unterhaltungwert: ***** hoch, das Buch liefert, was es verspricht
  • Gesamteindruck: ****

Der Klang brechender Rippen sei hiermit empfohlen.


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Der Beitrag [REZENSION]: Edward Lorn: Der Klang brechender Rippen erschien am 15.01.2019 auf Kultplatz.net


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