[REZENSION]: Christopher Ruocchio: Das Imperium der Stille

INHALT: In einer weit entfernten Zukunft hat die Menschheit die Galaxie besiedelt und ein gewaltiges Sternenreich errichtet. Seit vielen Hundert Jahren befindet sich das Imperium im Krieg gegen die außerirdische Zivilisation der Cielcin, die mit ihren gewaltigen Eisschiffen bereits Tausende Planeten zerstört haben – einem Krieg, in dem sich Hadrian Marlowe als Held hervorgetan hat. Umso schwerer wiegt sein Verrat, wegen dem er auf seine Hinrichtung wartet: Er hat ein ganzes Sonnensystem ausgelöscht. Nun, kurz vor seinem Tod, erinnert sich Hadrian an sein Leben. Dies ist seine Geschichte …

BUCH: Christopher Ruocchio: Das Imperium der Stille [Rezension] … PaperbackKindle Edition … bei Amazon … Originaltitel: Empire of Silence; 2018 / Seiten: 992 / Übersetzung: Kirsten Borchardt

Cover: Das Imperium der StilleREZENSION: Sun Eater, Band 1. Ein gewaltiges Epos, wenn schon der erste Roman mit knapp 1000 Seiten zu Buche schlägt. Die ersten, mehrere hundert, Seiten waren ein Wechselbad der Gefühle. Von Dune über Gladiator bis hin zum römischen Reich und den alten Ägyptern und einem Dutzend weiterer Werke und Anlehnungen, hat Ruocchio alles durchscheinen lassen, was ihn inspiriert hat.

Was deshalb das erste Viertel des Buches wie ein Mischmasch aus allem, was man schon anderswoher kennt, anmutet, wird dann im Lauf der Zeit langsam, aber beständig zu einem eigenständigen Werk, das zu fesseln weiß. Hadrians Reise kippt erst in eine kleine, persönliche Geschichte, ein Individuum ohne jegliche Bedeutung vor einem Sternenimperium von unvorstellbarer Ausdehnung. Doch langsam öffnet sich die Geschichte immer mehr zu einem Panorama, dessen endgültige Größe wohl die kommenden Romane zeigen werden.

Man möchte meinen, dass ein Buch, das sich in einer derartigen Vielzahl von Details ergeht, Langeweile aufkommen lässt, aber nein. Trotz der Informationsflut, von der man nicht genau sagen kann, ob sie vonnöten ist, behält das Buch seine Spannung bei und versteht es, die Geschichte flüssig und fesselnd zu erzählen. Ruocchio versteht sein Handwerk, auch wenn er, meiner Meinung nach, nicht der originellste aller Erzähler ist. Das muss er nicht sein, auch eine in den Grundzügen bekannte Geschichte, gut und originell erzählt, versteht es zu fesseln. Ruocchio hat, neben einem Namen, der auf der Tastatur für Verwirrung der Finger sorgt, einen Sinn für extrem ausufernde Epik.

Das Imperium der Stille ist ein extrem ausufernder Auftakt zu einem Zyklus aus vier Romanen. Ich bin soweit am Haken, dass ich weiterlesen möchte, hoffe aber doch zugleich auf ein etwas höheres Tempo und eine Glättung der etwas unrunden Erzählweise. Von solchen Details abgesehen, die sich durchaus automatisch legen können, wenn der Autor einer solch riesigen Story einmal sattelfest und selbstsicher unterwegs ist, bietet der Roman jede Menge Bilder von epischer Wucht, die für die Schwächen entschädigen.

Das Imperium der Stille ist ein guter Auftakt zu einem hoffentlich grandiosen Zyklus. Wobei ich auch hoffe, dass Heyne die Cover mehr in Richtung Science Fiction biegt – der Umschlag verleitet zur Annahme, einen Fantasy-Roman in Händen zu halten.

Kurz gesagt:

  • bombastisch
  • monumental
  • etwas unrund

Fazit: Mächtig und unterhaltsam.


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Der Beitrag [REZENSION]: Christopher Ruocchio: Das Imperium der Stille erschien am 19.12.2018 auf Kultplatz.net


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