[ZYKLUS]: Die Nebelgeborenen bei Piper (UPDATE)

Heyne hat Die Nebelgeborenen, den Zyklus von Brandon Sanderson, an Piper abgegeben(?). Oder verloren oder sonstwas. Mag man ausdrücken wie man will, Piper hat übernommen.

Band 5, Schatten über Elantel, erschien im März bei Piper: Die Stadt Elantel ist eine Metropole in Zeiten des Umbruchs, beherrscht von Technik, Magie – und dem Recht der Gesetzlosen. Hier stoßen Wax, Wayne und ihre Gefährtin Marasi auf eine dunkle Verschwörung, die ganz Elantel erschüttern kann. Und die Verbündeten machen sich daran, den Fall auf ihre ganz eigene Weise zu lösen

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Band 6, Bänder der Trauer, erscheint am 02.10.2017 bei Piper: Die Bänder der Trauer sind ein Mythos. Sie sollen einst dem Lord Ruler selbst gehört haben, aber für die meisten ist dies nur eine Legende. Die metallenen Armreife, die ihrem Träger unvorstellbare Macht verleihen, existieren nicht. Oder doch? Als sich die Anzeichen verdichten, dass südlich von Elantel Hinweise auf den Verbleib der magischen Bänder gefunden wurden, müssen Wax und Wayne ermitteln. Und ihre Mission erweist sich schnell als weitaus größer und gefährlicher als gedacht

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Bänder der Trauer (OT: The Bands of Mourning) ist der dritte Roman der Max and Wayne – Trilogie, nach Schatten über Elantel (OT: Shadows of Self) und Jäger der Macht (OT: Alloy of Law).

Die Max and Wayne Romane sind ein Sub-Zyklus der Nebelgeborenen (Mistborn), die ihrerseits wie der Einzelroman Elantris oder die Sturmlicht-Archive zum gewaltigen Cosmere-Universum von Brandon Sanderson gehören.

Der Verlagswechsel ist aus mehreren Gründen ärgerlich, andererseits vielleicht sogar von Vorteil. Es sieht nämlich so aus, als hätte Heyne da Bockmist gebaut, er hat den 1. Band nicht einmal mehr als eBook (!) im Programm, Band 2 dafür nur als Paperback (!), Band 3 und 4 wiederum nur als eBook und Hörbuch (Stand 01/2017). Das riecht geradezu nach einem exquisiten Fuck-up.

Also schreitet jetzt Piper zur Rettung ein? Oder ist es dem Management von Brandon Sanderson zu blöd geworden? Oder hat Heyne einfach aufgegeben? Keine Ahnung. Der Beigeschmack ist bitter, in mehrfacher Hinsicht. Wenn man sich vorstellt, Heyne war einmal einer der weltgrößten Verlage für Science Fiction und Fantasy und hatte mit Wolfgang Jeschke einen SF-Programmleiter, der auch ein großartiger, international anerkannter Autor und Herausgaber war. Was inzwischen aus dem Programm geworden ist, das kalte Grausen kann einen da packen. Nicht nur diesbezüglich. Wenn ich mich richtig erinnere, ist es Bernhard Hennen, der unlängst als Autor von Heyne abgegangen ist. Und davor hat Andreas Brandhorst zu Piper gewechselt. Aber das ist ein anderes Thema.

Was heißt der Wechsel jetzt grundsätzlich? Unter Umständen jede Menge Ärger.

Zum einen, die Covergestaltung hat damit gewechselt. Sieht man sich das Cover von Heyne im Vergleich zu jenem von Piper an, dann ist das frustrierend für jeden Leser, der ein wenig Wert auf eine Autorengestaltung legt. Die ist hinüber. Die Piper-Umschläge sind gar nicht mal schelcht, aber die Einheitlichkeit ist hinüber. Zum Bruch in der Gestaltung kommt dazu, dass Heyne normale Paperbacks hatte. Piper bringt jetzt Paperbacks mit Umschlagklappen raus. Schicker und aufwändiger, aber zugleich ein anderer haptischer Eindruck. Ob das Paperback-Format einheitlich ist, wird sich noch zeigen.

Was bei Piper in dem Zusammenhang nervt, ist eine gewisse Schlamperei. Auf der Webseite zum Buch ist der Originaltitel mit Wax und Wayne 2 angeführt! Mal abgesehen davon, dass es, wenn schon, Wax AND Wayne heißen müsste, ist das auch noch grundsätzlich falsch. Wax and Wayne ist die Serie, die 2. Trilogie der Mistborn-Romane. Der Titel des Buches lautet Shadows of Self. Mag nur eine Kleinigkeit sein, aber heilige Scheiße, das ist eine der Kleinigkeiten, die Bedenken erzeugen, dass auch dieser Verlag weiß, was er tut.

Das nächste Problem ist die Übersetzung. Heyne hatte den auch als Autor tätigen Michael Siefener als Übersetzer. Für Piper übersetzt Karen Gerwig. Wenn die beiden nicht miteinander kommuniziert haben oder Frau Gerwig wenigstens die bisherigen Übersetzungen nicht in- und auswendig kennt, wird es unter Umständen zu gröberen Stilbrüchen kommen.

Man erinnere sich nur an das Debakel bei der Übersetzung von Das Rad der Zeit von Robert Jordan, wo mittendrin der erste Übersetzer absprang und sein Nachfolger auf sich allein gestellt war (oder von der Idee, die originalen Romane in bis zu 3 Taschenbücher aufzuspalten). Oder Goldmann (gehört gemeinsam mit Heyne zu Random House) und der Bockmist mit der Neuübersetzung von Das Lied von Eis und Feuer (Game of Thrones) von George R. R. Martin, wo alle Leser mit den alten Ausgaben plötzlich mit einer andersartigen Neuübersetzung und radikaler Coverumgestaltung konfrontiert waren.

Mit der Aufgabe der Nebelgeborenen führt Heyne seine nervtötende Tradition von nicht vollendeten Zyklen weiter, die dazu angetan ist, auf deutsche Ausgaben zu pfeifen und nur mehr englische Originale zu lesen bzw. nur Einzeltitel. Die Frage, die sich da in Folge auftut ist die, wie der Verlag wohl mit den Sturmlicht-Chroniken weitermacht.

Nicht nur ist dieser Sanderson-Zyklus epischer als alles, was der Autor bisher rausgebracht hat, braucht er auch viel länger für die einzelnen Bücher. Bei den 10 Bänden, die Brandon Sanderson hier zu verfassen gedenkt, und bei der bisherigen Erscheinungsweise, darf man über den Daumen gepeilt mit optimistischen 20 Jahren rechnen, bis die 10 Bände komplett sind. Sieht man sich Brandon Sanderson auf Autorenfotos an, dann geht der Mann bedenklich die Richtung von George R. R. Martin – er legt erkennbar an Gewicht zu und arbeitet an einem Fantasy-Zyklus, dessen Fertigstellung lang genug dauert, um sich Sorgen zu machen, ob sich das noch in diesem Leben ausgeht.

Heyne, der aus den bisheringen 2 Romanen 4 Hardcover gemacht hat, hält diese Zeitspanne nie und nimmer durch! 20 Jahre Konsistenz zeigen? Was für eine Vorstellung. TOR, der originale Verlag, kann das über viele, lange Jahre hindurch, haben sie beim Rad der Zeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt (auch hier hat kurioserweise Piper übernommen und die revidierten, vollständigen Ausgaben geliefert) und tun es immer noch beim Reculce Zyklus (wieder was, das Heyne mittendrin aufgegeben hat). Der 3. Band der Chroniken ist zwar endlich fertiggeschrieben und kommt im November bei TOR raus, und wir gehen mal davon aus, dass Heyne daraus wieder 2 Hardcover machen wird. Aber danach … schon die Lücke zwischen Bd. 2 und Bd. 3 war laaang.

Zumindest bei den Sturmlicht-Chroniken habe ich mich abgesichert und die englischen Originale daheim stehen. Bei den Nebelgeborenen bleibt abzuwarten, wie der Verlagswechsel funktioniert. Ich habe noch die Heyne Bände zum fertiglesen, bevor ich den Vergleich zu Piper in Angriff nehme.


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Bänder der Trauer ab 02. Oktober 2017 als Paperback und eBook bei Amazon …


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