[REZENSION]: Edward Lee: White Trash Gothic

INHALT: Seit er vor 20 Jahren sein Gedächtnis verlor, versucht der Schriftsteller das Rätsel seines Traumas zu lösen. Und nun schickt ihn sein Arzt nach Luntville – denn dort muss er seine Erinnerungen verloren haben …
Aber Luntville ist ein ganz übler Ort. Der Schriftsteller wird an die Grenze seiner geistigen Gesundheit geführt, als ihm die Geister der Serienmörder Dicky und Balls erscheinen. Und dann hört er, dass der Ort von einem Monster heimgesucht wird, das ›der Bighead‹ genannt wird …

In White Trash Gothic treten die schlimmsten aber beliebtesten Figuren aus den Werken von Edward Lee an zu einem irren Tanz des Extreme Horror.

Edward Lee: White Trash Gothic [Rezension] … Paperback und eBook beim Verlag … OT: White Trash Gothic; 2017; Festa Extrem 32, 01/2018; Seiten: 320; Übersetzung: Simona Turini

Cover: Edward Lee: White Trash GothicREZENSION: Es ist nicht vonnöten, Bighead gelesen zu haben. Aber es macht doppelt so viel Spaß zu wissen, worum es dort ging und was warum hier geschieht. Es hilft durchaus, Die Minotauress gelesen zu haben – wiederum gilt, zwingend nötig ist es nicht, da sich Lee des zwar schäbigen, aber wunderbar angewendeten Kunstgriffs bedient, mit dem Verlust des Gedächtnisses der Hauptfigur das Problem des Vorgängerromans zu umschiffen. Soll heißen, das Buch steht für sich allein, selbst wenn es drei vorherige Werke miteinander verbindet – auch Header ist zumindest in Andeutungen ein Thema.

Einer der Trash-Romane von Lee, sprich, die Figuren sind unglaubliche Idioten, extrem derb, ordinär und was da an allen Fronten abgeht, ist wieder einmal ein Grenzfall des guten Geschmacks. Und es macht, wieder einmal, jede Menge Spaß. Zwar ist einer der Witze des Buches ein optisches Rätsel, dessen Auflösung man bedauerlich früh rauskriegen kann, wenn man ein wenig Ahnung von Horror-Literatur und von Lee selbst hat, aber trotzdem, der Spaß ist da.

Es ist übrigens ein lehrreiches Buch. So erfährt man, was ein FTW ist und das zu erfahren und vor allem, so deutlich geschildert zu bekommen, ist schmerzhaft wie ein Tritt in die Eier. Es ist auch etwas ähnliches. Viel Vergnügen damit! Und es ist definitiv klar, dass das Buch eine Fortsetzung bekommen wird – schreibt der Autor selbst. Lee scheint es darauf anzulegen, einen Teil seiner Romane miteinander zu einem Universum zu verbinden und wenn das der Auftaktband dazu ist, dann freue ich mir den Arsch ab, die weiteren Verbindungsbücher zu lesen.

White Trash Gothic ist ein Sammelbecken unglaublicher Charaktere und Figuren, die so absurd erscheinen, dass sie kaum weniger als authentisch sein dürften. Vielleicht nicht namentlich und in Variationen, aber man glaubt sofort, dass es solche Leute gibt. Der Roman ist rüde, komisch, sexuell ordinär, blutig, bescheuert, originell. Macht also sehr viel Spaß und unterhält bis zur letzten Seite.

Lee in tadelloser Form, dessen Spaß sich über das Buch auf die Leser überträgt.

Zusammenfassung:

  • Anspruch/Stil: *** gradlinig, schlichter, authentisch den Idioten des Inhalts angepasst
  • Gewalt/Gore: **** extrem viel, super ekelig, schon hart an der Grenze der Parodie
  • Sex/Perversion: ** viel, teils extrem abstoßender Sex, drastisch geschildert.
  • Unterhaltungwert: ***** sehr kurzweilig, herrlich ekelig, hinterlistig
  • Gesamteindruck: ****

Fazit: Spaß für alle, die durchgeknallte Romane mögen.


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Der Beitrag [REZENSION]: Edward Lee: White Trash Gothic erschien am 21.03.2019 auf Kultplatz.net … 


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