Inhalt: Eine Journalistin und eine Serienmörderin auf Kollisionskurs – von ihrer erschreckenden Verbindung ahnen die beiden nichts. Sie fesselt ihre Opfer ans Bett, klebt ihnen die Augen zu, zersticht ihre Trommelfelle und näht die Lippen zusammen. Dann trennt sie ihnen die Glieder ab. Nun hören und sehen sie nichts mehr. Sie können nicht mehr schreien oder sich bewegen.
Aber sie sind noch fähig zu fühlen. Und mit ihrem Skalpell, den Nadeln und der Knochensäge gibt die junge Frau ihnen eine Menge zu fühlen …

Edward Lee: Porträt der Psychopathin als junge Frau

(OT: Portrait of the Psychopath as a Young Woman; 1998) Festa H&T 1596; 02/2016; ISBN: 978-3-86552-416-4; Seiten: 480; Übersetzung: Jochen Herlitz; Ausstattung: Festa Lederoptik; Buch bei Festa

Cover Festa: Edward Lee: Porträt der PsychopathinDie Richtung, in die sich der komplexe, von dichten Charakteren bevölkerte Roman bewegt, ist schon des Autors wegen vorgegeben: kranke Scheiße.

Das, was man je nach Neigung vermutet, befürchtet, oder erhofft, was die Inhaltsangabe nahelegt, das trifft auch tatsächlich ein. Unter ganz, ganz üblen Vorzeichen. Was den Roman von Lee auszeichnet, ist der Umstand, das die Geschichte sehr realistisch gehalten bleibt. Alles ist machbar, vieles davon wahrscheinlich, tagtäglich geschehend. Das ist die eigentliche Grausamkeit des Romans. Die plastischen Schilderungen sind da eine Art blutiger Zuckerguss.

Es fällt anfangs sehr schwer, auch nur einen einzigen der Charaktere zu mögen. Die gestörten, gebrochenen Psychen, mit denen man sich als Leser konfrontiert sieht, öffnen sich nur langsam. Es mag durchaus bis zur Hälfte des Buches dauern, bis man tatsächliche Sympathien entwickeln kann. Und selbst wenn man es soweit geschafft hat, bleibt man lieber vorsichtig. Bei Lee kann man nie wissen…

Ich bin mir bei Lee, den ich überaus schätze, nicht immer sicher – was ist schlimmer? Seine richtig grausig-grausamen, vollkommen hemmungslos widerlichen Romane, in denen er sich die Scheiße aus den Fingern saugt und sie hämisch lachend dem Leser ins Gesicht spritzt? Oder die in die Knochen fahrenden, kaum weniger harten Geschichten, die er in der Realität, im Alltag verankert hat und deren Wirkung aus der Ecke kommt? Oder jene Bastarde, die eine Mixtur dieser Extreme darstellen?

Ich weiß es echt nicht, aber ich schätze beide Seiten des Autors. Egal, womit er dir in die Magengrube fährt, es ist gut geschrieben. Es hat lebendige Charaktere und eindringliche Szenen. Lee ist einfach nur gut. Seufz.

Porträt der Psychopathin als junge Frau ist ein intensiver, schmerzhafter Roman über eine richtig kranke Psyche und ihre furchtbare Entstehungsgeschichte.

Kurz gesagt:

  • ultrabrutal
  • realistisch
  • überraschend

Fazit: Klar, eine Empfehlung. Es ist Lee.


— Edward Lee im Interview mit Brian Keene: [– Der Brian Keene Podcast: The Horror Show –]


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