Inhalt: Als die Polychaetologin Nora Craig mit ihrem Team die einsame Insel betritt, erwartet sie die Routine der zoologischen Untersuchungen von tropischen Borstenwürmern. Zumindest glaubt sie das – bis sie auf die erste Leiche tritt …

Der Rote Borstenwurm ist einer der widerwärtigsten Parasiten, den die Natur hervorgebracht hat. Was dieser winzige Wurm einem Wirtskörper antun kann, darüber redet man besser nicht … In Deutschland ist der Erreger nach §7 Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.

Edward Lee: Gewürm

(OT: Slither; 2006) Festa H&T 15110, 12/2016; ISBN: 978-3-86552-516-1; Seiten: 464; Übersetzung: Manfred Sanders; Ausstattung: Lederoptik; Buch bei Festa

Cover Festa: Edward Lee: GewürmKöstlich. Ein Buch, dass zu blöden Wurm-Sprüchen einlädt. In dem Roman ist der Wurm drin. Ein wurmstichiges Buch. Bei der Lektüre hat mich gewurmt, dass

Ich glaube, damit sind die wichtigsten Blödheiten abgehakt und wir wenden uns jetzt einfach dem Roman zu, einverstanden? Also. Gewürm ist ein großartiger Thriller mit einer vollkommen überraschenden, abgefahrenen, bizarren Pointe, auf die man so schnell nicht kommt. Und er zelebriert den Hanfanbau. Und männliche, schwanzgesteuerte Blödheit. Und weibliche Zickigkeit. Und Nerds. Und Sex. Und ekelhafte Würmer. Und Wissenschaft, und, und, und …

Lee hat einen Roman geschrieben, der ein richtig guter, verdammt spannender Wissenschafts-Thriller ist, wie ihn weder Scott Sigler, Preston/Child oder Crichton hätten besser verfassen können. Rasant, in sich geschlossen logisch, auf einer eher haarsträubenden Prämisse fundiert aufgebaut. Großartig. Ich stelle mir bildlich vor, wie er am PC gesessen ist, krampfhaft darum bemüht, nicht ein pornografisches Splatterfest der wüstesten Sorte loszulassen, weil er eigentlich einen Wissenschafts-Thriller mit ein paar … hm, wüsten Einlagen, verfassen wollte.

Genau das ist das Buch. Es hat seine harten und ekeligen Momente, keine Frage. Aber es ist zugleich ein saukomischer Roman, voller absurder what-the-fuck Momente und eben ein solider Thriller, der auf einem wissenschaftlichen Fundament ein ziemlich schräges Gebäude hochzieht. Gewürm zu lesen macht richtig Spaß. Es reicht steckenweise wirklich, was von Lee angedeutet wird. Hätte er wirklich das pornografische Splatterfest losgelassen, wäre so manchem Leser kotzübel geworden. Die Sache mit den Würmern geht nämlich buchstäblich unter die Haut …

Edward Lee ist ein intelligenter Autor. Aus einem Stoff, aus dem er eine ungebremste Orgie des Ekels hätte machen können, hat der Mann einen tadellos konstruierten, mitreißenden Thriller geschaffen, der gar nicht mehr braucht als das, was Lee unverblümt genug auf seine Leserschaft loslässt. Die Hardcore-Fans werden schimpfen, weil er nicht nochmal einen Bighead verfasst hat, aber meine Güte, der Mann mag eben Abwechslung und verdammt, er beherrscht das, was er tut. Geschichten erzählen, die fabulös unterhalten.

Dazu kommen die unglaublichen zwischenmenschlichen Szenen, von beschränkten, Krokodile jagenden Hinterwäldlern angefangen bis zum Zickenkrieg, zur männlichen Schwanzbesessenheit und der damit einhergehenden Hirnlosigkeit reicht die Palette. Es ist für alle was da.

Mit dem, was ich von Lee bekommen habe, war ich glücklich wie ein Borstenwurm im Anus.

Kurz gesagt:

  • spannender, gut entworfener Science-Thriller
  • streckenweise saukomische Satire
  • ausreichend herrlich widerlich

Fazit: großartiger, unterhaltsamer Spaß


— Edward Lee im Interview mit Brian Keene: [– Der Brian Keene Podcast: The Horror Show –]


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