[REZENSION]: Edward Lee: Das Snuff Haus

Inhalt: Der Journalist Melvin glaubt kein Wort über das sogenannte Snuff-Haus. Doch die Gräuel, die vor 30 Jahren in diesem Haus geschahen, haben ihre Narben hinterlassen. Seither suchen ruhelose Seelen die Gemäuer heim. Und als ob das nicht reichen würde, gibt es da auch noch die realen Begegnungen, die so abartig und eigenartig sind, dass es Melvin schwer fällt zu unterscheiden, ob er bei Bewusstsein ist oder halluziniert.

Denn das Haus ist das Haus aus Das Schwein und 30 Jahre später sind die Nachwirkungen der damaligen Geschehnisse immer noch spürbar …

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Rezension: FUCK, MANN! LEE! Bist du denn des Wahnsinns? Wer Das Schwein nicht gelesen hat, sei getröstet – das macht nichts. Man braucht es nicht, um Das Snuff Haus zu kapieren. Und ganz unter uns – gegen das, was dieses Buch an grausigen Ekelszenen abliefert, kommt das Schweine-Buch im Vergleich wie eine harmlose Kindergeschichte daher.

Dabei fängt alles relativ harmlos an, auch wenn wir wissen, dass Edward Lee vieles ist, aber nicht harmlos oder rücksichtsvoll. Wenn eine Geschichte Scheiße, Sperma und sexuelle Abartigkeiten der Sonderklasse braucht, dann liefert der gute Mann. Und dieses Buch musst dem Titel wohl gerecht werden und so hat Lee so richtig tief in den Eimer mit den widerlichsten Zutaten gegriffen und schallend dabei gelacht, als er sie niederschrieb.

Das Snuff Haus ist in mehrer Hinsicht bemerkenswert: Das Buch ist ein Kanonenschuss in Sachen Ekeligkeit. Lee ist zwischendurch geradezu saukomisch! Man kann tatsächlich und wahrhaftig schmunzeln und sogar lachen! Und Lee spielt mit verschiedenen Stilen, hat sogar ein Kapitel in Drehbuchform eingeschoben.

Melvin, unser Held, ist eine seltsame Mischung aus sexuell verklemmten, neurotischem Flachwichser und mitleiderregendem Lebensversager, der sowas von gar nicht aus dem onanieren rauskommt, dass es geradezu hysterisch komisch wird. Man kann Wichsen ganz anders schildern, als es hier geschieht, aber dann ist es nicht so fies witzig zugleich. Der Autor kennt da echt kein Mitleid.

So drastisch und abstoßend wie Lee schildert auch niemand Drogenwracks. Die geradezu klinische Detailfreude an der Beschäftigung mit dem zerstörten Körper, der vernachlässigten Hygiene und … und … und … wäh! Kopfkino zum Kotzen!

Edward Lee ist einfach ein genialer Dreckbeutel, der es schafft, unverblümt lustvolle und heiter erregende Widerlichkeiten aufs Papier zu rotzen, die anderen Horror-Autoren nicht in ihren wüstesten Selbsterkenntnismomenten in den Sinn kämen. Ich habe mich allen Ernstes köstlich amüsiert. Auch am Ekel. Und das macht in meinen Augen die Meisterschaft von Lee aus, das ist seine Kunstfertigkeit. Bei allem, sei es Spannung, sei es der totale Ekel, sei es das Gespenstische, er ist stets in der Lage, Vergnügen hervorzurufen. Stil, Inhalt, Sprache, Witz, Tempo, bei Lee fügen sich alle Elemente zu einem Ganzen zusammen, das in den meisten Fällen dafür Sorge trägt, dass man am Ende höchst zufrieden mit dem Buch war und gerne einen weiteren Lee liest.

Natürlich gelingt es ihm nicht immer gleich gut – das ist allein von der Menge seiner Romane und Erzählungen her unmöglich, aber er schafft es so oft, dass die gelegentlich weniger guten Bücher, die immer noch besser sind als der Durchschnitt, keine negativen Spuren hinterlassen, das Interesse bleibt ungebrochen. Und deshalb schätze ich Edward Lee so sehr.

Kurz gesagt:

  • grandios abartig
  • hämisch humorig
  • abgefuckt widerlich

Fazit: was für ein abartiges Vergnügen, empfohlen bei robustem Magen und Gemüt.

Originaltitel: The House; 2007 / Festa Extrem Bd. 26, April 2017 / Seiten: 224 / Übersetzung: Doris Hummel


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