[REZENSION]: Wrath James White, M.J. O’Rourke: Vergifteter Eros

INHALT: Als Ehefrau und Mutter hat Gloria kläglich versagt. Nun verdient die abgehalfterte Pornoqueen ihr Geld damit, es vor laufender Kamera mit Eseln und Schweinen zu treiben.
Als ein weiterer Spezialauftrag völlig aus dem Ruder läuft, findet das menschliche Wrack sich unversehens in den tiefsten Abgründen der Hölle wieder …

Wrath James White: Vergifteter Eros [meine Rezension] … Paperback und eBook bei Festa … das Buch ist der Band 30 der Reihe Festa Extrem

Cover Festa: Wrath James White: Vergifteter ErosREZENSION: Man muss über die ersten Seiten hinweg kommen, die etwas holpern. Diesen Umstand bin ich von Wrath James White, den ich sehr schätze, nicht gewöhnt, allerdings ist mit dieses Stolpern im Stil schon bei einem anderen Buch von Monica J. O’Rourke unterkommen. O’Rourke hat großartige Ideen, aber ihr Stil ist so unrund wie ihr Name.

Jedenfalls ist es glücklicherweise so, dass sehr schnell WJW die Oberhand zu gewinnen scheint, was die Exekution des Buches betrifft, während er den durchgeknallten Wahnsinn, für den die englische Sprache das wunderbare Wort “bonkers” zur Verfügung hat, in extrem deutliche Bilder umsetzt.

Vergifteter Eros ist ein giftiger Roman, entsprungen der Tristesse des Drogensumpfes und des Tier-Sex. Eine niederschmetternde Geschichte, die das Potenzial zur Suizidauslösung zu besitzen. Glücklicherweise kippt die Geschichte ohne groß Zeit zu verlieren, in eine absolut geistesgestörte Höllen- und Dämonensex-Story um, die Dante Alighieri und Hieronymus Bosch zu Kinderkram reduziert.

Dem Autorenduo gelingt eine Höllenschilderung, die kaum jemals abartiger, dreckiger, verkommener, widerlicher, hoffnungsloser und insgesamt gehirnkränker zu Papier gebracht wurde. Vergifteter Eros prästentiert eine so richtig beschissene Hölle, mit ein etlichen vollkommen unerwarteten Begegnungen und Idee. Runter mit dem Schnaps, Prost!

Von Wrath James White sind wir eigentlich bissige Gesellschaftskritik und soziale Thematiken gewöhnt, die er als Unterfutter in seinen hervorragenden Horror hineinschummelt. Das kann man, so man möchte, auch hier herauslesen, wobei es Fall dieses Buches wohl eher ein fast unvermeidlicher Nebeneffekt ist als geplantes Thema. Drogenabhängigkeit, Machtrausch, Korrumpierbarkeit, Verrat, Glaube, Gott, Himmel, Hölle, Sünde, und so weiter. Es ist alles da, aber nichts davon scheint von großer Bedeutung zu sein, auch wenn alle Themen angerissen werden. Die Geschichte dreht sich ausschließlich um die unglaublich kranken Erlebnisse der Protagonistin. Das ist für WJW eher ungewöhnlich und das liegt wohl von seiner Co-Autorin.

Sie ist mir in dieser Hinsicht nicht aufgefallen, aber allzu viel von ihr habe ich nicht gelesen. An Monica J. O’Rourke reibe ich mich schlicht deswegen, weil ihr Stil nicht mit den fiesen, ausgefeilt gemeinen Ideen mithält und weil sie an der Oberfläche bleibt – eigentlich so wie Richard Laymon, der aber – wenigstens phasenweise – stilistisch deutlich besser war. Das ist mehrfach frustrierend, vor allem aber deswegen, weil O’Rourke eine der wenigen Autorinnen ist, die ungebremsten Splatter-Porn verfassen. Aber wie gesagt, in diesem Buch behält WJW die stilistische Oberhand und das macht aus dem Roman letzten Endes richtig gute Unterhaltung.

Vergifteter Eros ist kranker, sadistischer Wahnsinn und randvoll mit abgedrehten Ideen. So wie das Buch ist, hätte es ruhig etwas länger sein können.

Kurz gesagt:

  • purer Sadismus in jeder Hinsicht
  • durchgeknallte Ideen ohne Pause
  • einzigartige Darstellung der Hölle

Fazit: Amen, jawohl! Ein abartiges Vergnügen

Originaltitel: Poinsoning Eros, 2003 / Festa Extrem Bd. 30, 10.2017 / Seiten: 329 / Übersetzung: Iris Bachmeier


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