[REZENSION]: Shane McKenzie: Baby Doll

cover_mckenzie_baby-dollInhalt: Sie schämen sich für ihre Tochter. Darum haben sie Natasha seit ihrer Kindheit eingesperrt. Doch endlich gelingt ihr die Flucht. Natasha hat nur einen Wunsch: So wie jeder andere Mensch möchte auch sie geliebt werden. Aber wer verliebt sich schon in eine entstellte Monstrosität?
Natasha sucht ihren Prinzen – egal, wie viel Blut das kosten wird …

Shane McKenzie: Baby Doll

(OT: Monsters Don’t Cry; 2015) Festa H&T 15104; 08/2016; ISBN: 978-3-86552-426-3; Seiten: 288; Übersetzung: Michael Krug; Ausstattung: Festa Lederoptik; Buch beim Verlag: hier

Das Buch ist derart durchgeknallt, das man gar nicht meinen möchte, irgend jemand, der seine Sinne beisammen hat, schreibt solch eine Sauerei.

Shane McKenzie ist der neue Meister in Ekelgrotesken. Punkt.  Was er hier aus den Seiten kotzt – buchstäblich und wörtlich, muss man mal gelesen haben, um es zu glauben. Das ganze ist noch dazu saukomisch – eigenartiger Humor. Also, echt. Ächz.

Neuer Versuch: Shane McKenzie hat einen unglaublich ekelhaften, grotesken Roman verfasst, der es absolut wert ist, gelesen zu werden. Das Buch zielt direkt auf den Unterleib. Es lockt mit tatsächlich sexy rüberkommenden Sexszenen, die zwar einen sadomasochistischen Einschlag haben, aber herrje, das ist wohl bei der Art von Roman zu erwarten. Es reizt mit rabiaten, blutigsten Splattermomenten, die teilweise einfach nur unglaublich brutal sind. Was unsere – hust – Heldin so aufführt, ist sagenhaft. Baby Doll birgt unter anderm aber auch Momente von grotesk-blutigem Slapstik, wie ihn Peter Jackson in seinen frühen Filmen inszeniert hat – Dead Alive aka Braindead sei hier genannt.

Und Fontänen von Erbrochenem. Ich glaube, so viel Kotze wie in dem Buch ist mir noch in keinem anderen Roman begegnet. Der gallige (sorry) Humor des Romans verleiht dem Buch eine ganz eigene Qualität. Hinter all den Körperflüssigkeiten und Fleischbrocken verbirgt sich ein gar nicht mal so schlechter Roman, der, ordentlich gewaschen und geputzt, auch als dramatische Aussenseiter-Liebesgeschichte durchgehen könnte.

Baby Doll ist geradezu ein hysterisch widerwärtiges Vergnügen. Für Fans härterer Kost gehört McKenzie vermutlich ohnehin schon zu den Pflichtautoren. Sein Roman Muerte Con Carne wurde übrigens zu einem 14min Kurzfilm adaptiert, bei dem der Autor auch das Drehbuch schrieb. McKenzie hat auch für die Film-Anthologie ABCs of Death 2.5 einen Kurzfilm geschrieben.

Ah, ja, stimmt. Dieses Mal sitzt auch die Übersetzung tadellos. Das Buch liest sich flüssig und handwerklich sauber – der Stil steigert das Vergnügen und das Niveau des Buches. Das macht gleich doppelt Freude.

Baby Doll ist ein durchgeknalltes Meisterwerk an Widerwärtigkeit. Der Roman ist saukomisch, derb und quillt vor Körperflüssigkeiten über – lecker. Eigentlich ein gutes Diätbuch. Hm. Köstlich.

Kurz gesagt:

  • extrem böser Humor
  • extrem blutige Massaker
  • extrem durchgeknallt

Fazit: überaus unterhaltsam


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