[REZENSION]: Shane McKenzie: Geil auf Sex und Tod

cover_mckenzie_geil-sex-todInhalt: Der fette Gary ist ein Loser, den sogar die Nerds mobben. Eines Tages, während er frisch vermöbelt und mal wieder wichsend im Wald hockt, begegnet er einem seltsamen Mädchen. Sie nennt ihn ›Meister‹ und verspricht ihm das, was er sich am meisten wünscht: Sex und brutale Rache.
Für Gary klingt das wie der perfekte Deal. Doch der Haken? Sie ist eine Kreatur aus einer fremden Welt, die sich von Sex und Gewalt ernährt – und der Fressling wird niemals satt …

Shane McKenzie: Geil auf Sex und Tod

(OT: Fat off Sex and Violence; 2013) Festa Extrem 12; 04/2015; ISBN: keine; Übersetzung: Stefan Pannor; Seiten: 191; Ausstattung: Festa-Optik; Buch beim Verlag: hier

Die Geschichte ist komplett vertrottelt – auf sehr unterhaltsame Weise. Pure Absurdität – im Original ist der Roman bei Deadite erschienen und dieser Verlag ist die Quelle der absurdesten Bücher, die unter dem Schlagwort Bizarro laufen. Dieses Sub-Genre (wenn es denn eines ist, aber die Diskussion ist rein akademisch) hat sich bei uns nicht durchgesetzt – bei einigen Autoren ein sehr bedauerlicher Umstand. Nun gut, eigentlich wollte ich damit nur sagen, Geil auf Sex und Tod ist komplett gaga.

Der Inhalt entspricht dem Titel, wobei der Sex nicht ganz so anmachend ist, wie man meinen möchte oder sich vielleicht wünschen würde – das mit dem Blut hingegen ist durchaus befriedigend. Es sprudelt ordentlich und der Höhepunkt, auf den das Buch zusteuert, ist richtig suppig. McKenzie schaufelt mit der Kelle alles Flüssige, gut durchsetzt mit Brocken – ein schmackhaftes Gulasch. Die Hauptfiguren sind eigentlich durch die Bank unsympathische Arschlöcher, die Fresslinge fiese Kreaturen, die gern nochmal irgendwo auftreten dürfen und alles zusammen ist lecker angerührt.

(Der Mann hat es mit dem Essen, Muerte con Carne trägt seinen Titel auch nicht einfach nur so …)

So weit so gut. Mehr gibt es unterm Strich nicht zum Buch zu sagen, man mag solche Sauereien oder lässt gern die Finger davon. Dieser Titel gehört zu den entweder/oder Büchern. Der Roman gehört zu jenen Titeln, die jetzt nicht unbedingt in der Extrem-Reihe erscheinen müssten. Gewaltexzesse und Detailbeschreibungen in der Drastik liefern auch Thriller-Autoren wie Cody McFadyen bzw. haben mit den ersten Romanen geliefert, ehe sie in die Dean Koontz-Weichspüler-Liga gewechselt sind.

Was mir in dem Fall nicht zusagt, ist die Übersetzung. Sie ist ungelenk und holprig. Das ist auf den ersten Seiten im Vergleich zum Original erkennbar. Es ist leicht, knappe und pointierte Formulierungen auf Englisch zu schreiben, dafür ist die Sprache hervorragend geeignet. Das lässt sich nicht immer einfach übertragen und hier ist es meiner Meinung nach nicht gut gelungen. Das ist bedauerlich, weil der Roman schundiger wirkt, als er ist.

Dem widerspricht aber, dass McKenzie schon im Original nicht die eleganteste Prosa an den Tag gelegt hat. Er holpert selbst ein wenig. Schon der zweite Satz in Kapitel 1 ist etwas verquer. Ich denke mir – amateurhaft – dass eine Übersetzung im schlimmsten Fall das Niveau des Buches halten muss, im besten Fall sogar etwas besser klingen darf als das Original. Nur – hier ist das das Niveau weder gleich geblieben noch gestiegen.*

Trotzdem: Geil auf Sex und Tod ist ein saftiger Orgasmus für Splatter-Freaks.

Kurz gesagt:

  • derb und hirnrissig
  • vergnügt widerlich
  • mangelhaft übersetzt

Fazit: ein kurzweiliges, unter der Übersetzung leidendes Vergnügen

*Ich glaube, ich ärgere mich, weil die Geschichte bei aller Blödheit sehr unterhaltsam ist, aber durch das Gestolper an Reiz verliert. Wer mal mit einem Kinderwagen einen Kiesweg/Schotterweg entlang gefahren ist, hat vielleicht eine Idee, wie der Stil die Geschichte ausbremst.


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