[REZENSION]: Robert McCammon: Die Grenze

INHALT: Seit ewigen Zeiten wütet ein Krieg im All – ein Krieg zwischen den monströsen Gorgonen und den schemenhaften Cyphern. Uns Menschen weit überlegen, stellt die Erde für sie nur ein weiteres Schlachtfeld dar, das von ihnen binnen kürzester Zeit verwüstet wird. Übrig bleibt eine lebensfeindliche Welt, in der sich die letzten Überlebenden noch einer zusätzlichen Gefahr gegenüber sehen. Denn als Folge der verheerenden Kämpfe verwandeln sich viele Menschen in kannibalistische Monster mit einem unstillbaren Hunger auf Menschenfleisch.

In dieser Welt erwacht ein Junge. Er weiß nicht, wer er ist, aber er spürt, dass ganz besondere Kräfte in im wohnen, welche den außerirdischen Mächten gefährlich werden könnten. Und eine unsichtbare Kraft scheint ihn an einen ganz besonderen Ort zu ziehen, wo sich das Schicksal der Menschheit entscheiden könnte.

Robert McCammon: Die Grenze [Rezension] … HardcoverKindle Edition … bei Amazon …; erschienen 07/2018; Seiten: 512; Übersetzung: Raimund Gerstäcker

Cover: Robert McCammon: Die GrenzeREZENSION: Ich bin – soviel vorweg – mit der obigen Inhaltsangabe des Verlages nicht glücklich. “kannibalistische Monster” und “Menschenfleisch” sind ziemlich überflüssige Reiz- und Lockwörter, die meiner Meinung nach vom tatsächlichen Inhalt des Buches ablenken – und damit zur Besprechung:

Die Grenze ist ein grandioses Meisterwerk, eine Geschichte von Hoffnung inmitten einer Apokalypse, die so devastierend und absolut erscheint, dass es daraus keinen Ausweg geben kann. Es ist ein gewaltiges, blutrot gefärbtes Prachtgemälde darüber, wie klein und unbedeutend und wie zerbrechlich das Leben auf unserem Planeten ist.

Zugleich ist Die Grenze ein wahrer Alptraum, der Horror einer Apokalypse, die jeden Flecken der Welt heimsucht und vor der es kein Entrinnen gibt. Es ist eines dieser wunderbaren Bücher, für die ich Robert McCammon so sehr schätze – ein Genreroman, der sich nicht um die Konventionen des Genres kümmert, der seine höchst eigene Geschichte erzählt und die Dinge auf eine Weise präsentiert, wie es kein anderer Autor tut.

Das Problem, um jetzt auf die Inhaltsangabe zurückzugreifen, ist, dass sich McCammon all dieser Elemente bedient, natürlich. Aber zugleich unterwandert er in der Art, wie er sie zur Anwendung bringt, auch die Erwartungshaltung seiner Leserschaft. Am treffendsten wird das Buch eigentlich durch das Cover beschrieben, das ein sehr reizendes Detail enthält, fast unsichtbar. Unter dem Namen des Autors und zwischen den beiden Wörtern des Titels. Diese Kleinigkeit macht aus dem Roman ein gewaltiges Epos.

In den Händen eines weniger guten Autor wäre das Buch vielleicht zu einer Trivialgeschichte wie Independence Day missraten. Doch McCammon hat, meinem Dafürhalten nach, noch nie einen schlechten Roman geschrieben. Er ist viel zu stilsicher, viel zu originell in seinem Denken, um sich hier einen Fehler zu erlauben. Selbst in den früheren Büchern, die jetzt schon lange nicht mehr erhältlich sind – Knaur Horror Taschenbücher – waren seine direkten, brutalen und aberwitzigen Romane trotz der schlechten Übersetzungen das Highlight.

Die Grenze liest sich sorgfältig und liebevoll übersetzt, das sei ebenfalls erwähnt. Damit sei eine Empfehlung für die deutsche Ausgabe ausgesprochen, auch, weil es ein Hardcover ist – nicht mehr selbstverständlich bei Genre-Literatur, und ein hübsches Lesebändchen aufweist und unter dem Schutzumschlag einen aufgedruckten Titel am Deckel vorweisen kann. Viel Sorgfalt! Toll. Danke.

Ich kann unbedingt die detailfreudigen, authentischen, derben, komplexen und einfach nur mitreißenden historischen Romane um Matthew Corbett empfehlen – hier und hier die Rezension dazu, natürlich auch sein großes, apokalyptisches Epos Swans Song, das auf Augenhöhe mit The Stand von Stephen King anzusiedeln ist und seinen Werwolf-Nazi-Romanzen-Splatter-Weltkriegs-Roman Wolf’s Hour. Irgendwann, hoffe ich, wird auch wieder Boy’s Life erscheinen, ein Meisterwerk über das Erwachsenwerden.

Ich sollte wohl erwähnen, dass ich Robert McCammon wirklich gern mag – nur für den Fall, dass das nicht aus dieser Rezension herauslesbar ist. McCammon ist, um es mal so zu sagen, der nachdenkliche, literarisch stilsichere und sorgfältigere Autoren-Bruder von Stephen King, der noch nie ein Problem damit hatte, ein Buch zu einem befriedigenden Schluß zu bringen, was bei King schon mal danebengeht (den ich übrigens sehr gern mag, nur so mal erwähnt).

Kurz gesagt:

  • Weltuntergang mit Hoffnungsschimmer
  • Stilsicher und elegant
  • Originell und clever durchdacht

Fazit: Unbedingt lesenswertes Buch!


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Der Beitrag [REZENSION]: Robert McCammon: Die Grenze erschien am 12.10.2018 auf Kultplatz.net


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