[REZENSION]: Robert McCammon: Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal, Bd. 1

Erschienen: Luzifer Verlag 2017, Originaltitel: Speaks the Nightbird (2002), Seiten: 516; als Hardcover 978-3-95835-197-4 und eBook 978-3-95835-198-1; Übersetzung: Nicole Lischewski

Cover: Robert McCammon: Matthew Corbett, Bd. 1, Teil 1Inhalt:

Geht eine Hexe in Carolina um? Das zumindest glauben die Bewohner der kleinen Stadt Fount Royal. Ihr Name ist Rachel Howarth, eine Fremde – wunderschön und mutig. Kein Wunder, dass sie von manchen Einwohnern gehasst wird und den meisten zumindest suspekt vorkommt. Der fahrende Friedensrichter Isaac Woodward und sein scharfsinniger Gerichtsdiener Matthew Corbett sollen ihr den Hexenprozess machen. Die Beweise sind erdrückend: In ihrem Haus finden sich okkulte Hinweise, sie weigert sich, die Worte des Herrn zu sprechen, und Zeugen berichten von unaussprechlichen Dingen, die sie mit dem Leibhaftigen selbst begangen haben soll.

Aber Matthew zweifelt an den Anschuldigungen. Gibt es so etwas wie Hexerei wirklich? Und wenn Rachel tatsächlich wie ein Dämon durch die Nacht fliegen kann, wieso hat sie sich dann nicht längst selbst aus dem Gefängnis befreit? In Fount Royal gehen noch weitaus rätselhaftere Dinge vor. Wer ermordete Rachels Ehemann? Wer wäre imstande, eine ganze Stadt zu paralysieren? Und wer würde davon profitieren, wenn die Hexe verbrannt würde? Es tobt tatsächlich ein Kampf zwischen Gott und Teufel, zwischen Gut und Böse in dieser Stadt, und selbst die Unschuldigen sind nicht länger sicher. Schon bald muss sich Matthew Corbett mit Herz und Hirn dem wahrhaftigen Bösen stellen, das in Fount Royal umgeht …

Rezension:

Ich liebe Robert McCammon. Immer schon. Ich mochte schon die uralten Knaur Ausgaben seiner Horror-Romane. Die Romane waren sensationell, als sie erschienen – hart, verdammt gut geschrieben, sehr eigenwillige, originelle Geschichten. Auch wenn Droemer mit der Ausgabe von Swans World ein grausig gekürztes Debakel veröffentlicht hatte. Gelegentlich könnte ich mich in den Arsch beißen, dass ich einige der Bücher (das Meisterwerk A Boy’s Life!!!!) nicht mehr habe. Aber gut.

Endlich hat Matthew Corbett auch den Weg zu uns gefunden und das Warten hat sich mehr als gelohnt. Zuerst muss man dem Luzifer Verlag für das wahrlich prächtige Hardcover Lob aussprechen. Lesebändchen, stilsicheres Cover, ein ganz eigenes Papier, dass zur Zeit passt, in der die Geschichte angesiedelt ist. Hut ab, das ist ein wirklich schönes Buch. Der Fan schicker Hardcover-Ausgaben in mir schmilzt vor Wonne dahin.

Was den Inhalt selbst angeht – grandios. Das ist ein deftiger, mitreißender, detaillierter, spannender Thriller aus der Frühzeit der Besiedelung des amerikanischen Kontinents, als Engländer und Spanier noch um Land kämpften und der Wahnsinn um die Hexen von Salem gerade erst stattgefunden hatte. Robert McCammon kann verdammt gut schreiben – sehr bildgewaltig und intensiv – man spürt und riecht den Dreck, die ungewaschenen Körper, all die Fäulnis. Wunderbar. All das kommt auch in der Übersetzung tadellos rüber, das Buch ist sehr flüssig und stilvoll übersetzt.

Matthew Corbett ist ideal für alle Leser: Fans historischer Romane bekommen ein exzellentes Werk vorgesetzt. Das Buch empfiehlt sich für Horror-Fans, denn was da geschieht, ist realistischer Horror. Jeder, der Krimis und Detektivgeschichten schätzt, wird an dem Buch seine Freude haben, denn auch das ist der Roman. Auch das Drama und die zarte Blüte einer Romanze sind erkennbar. Zugleich ist das Buch harte Kost – derber Realismus, ungeschönt.

Weil sich eine Sammlung aus Superlativen blöd liest, höre ich jetzt damit einfach auf. Ich beschränke mich darauf zu sagen, dass Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal ein erstklassiger, lesenswerter, rundum befriedigender Roman für Leser aller Interessen ist und der Autor Robert McCammon bei uns sträflichst unterschätzt wird.

Ein Hinweis: Der Schmöker ist die erste Hälfte (!) des originalen Romans. Das Buch endet quasi mitten im Absatz an einer richtig spannenden Stelle. Der pure Sadismus. Weiter geht es dann im Herbst (lt. Amazon ist es der 31. Oktober) mit der zweiten Hälfte, die denselben Umfang hat. Damit ist der erste Band der Serie ein 1000 Seiten Schmöker! Großartig. Solche Meisterwerke können nie dick genug sein.

Geplant dürften insgesamt 10 Romane sein. Wer die Bücher im Original lesen will, wird sich derzeit etwas schwer tun, da es derzeit keine vernünftige Werkausgabe davon gibt – einige Bände liegen nur in den exzellenten, aber sündteueren, limitierten Subterranean Press Ausgaben (Second-Hand) vor. Ich hege die Hoffnung, dass Luzifer es schafft, so viele Leser aufzutun, um die gesamte Serie in dieser exzellenten Aufmachung rauszubringen.

Kurz gesagt:

  • spannend, mitreißend
  • intensiv, emotional
  • detailliert, historisch

Fazit: Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal ist ein Meisterwerk. Schlicht und ergreifend.


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Die Matthew Corbett Reihe:

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Matthew Corbett und … (tba) …

Bd. 3: Mister Slaughter

Bd. 4: The Providence Rider

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Bd. 7 – Bd. 10: tba …


Robert McCammon, deuschsprachig und lieferbar:

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Anmerkung:

Ein Wunsch an den Verlag wäre: Mehr Infos auf der Website! Zum Buch (die Splittung z.B. wäre erwähnenswert gewesen), die Info, wann genau es den 2. Teil geben wird, dass der zweite Roman (The Queen of Bedlam) ebenso geplant ist wie ein weiterer McCammon (The Border – ein Horror-Thriller) geplant ist, usw … usw…

Luzifer hat ein geiles Programm, aber vieeeeeel zu wenige Infos darüber auf der Website!


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