[REZENSION]: Matt Shaw: Porno

Cover: Matt Shaw - PornoInhalt: Dies ist die tragische Geschichte von Victoria Sheldon. Sie war jung und brauchte das Geld.
Und so endete sie vor der Kamera von Harry – und dessen sehr, sehr krankem Publikum.
Dies ist aber auch die tragische Geschichte von Harry. Victoria lässt nicht viel von diesem Dreckschwein übrig …

Originalausgabe: Porn; 2014; Verlag: CreateSpace; Seiten: 170

dt. Ausgabe: Porno; Verlag: Festa Extrem 33, 02/2018; Seiten: 160; Übersetzung: Dirk Simons

Matt Shaw, der Name dürfte Lesern von Extrem-Horror wohl am ehesten in der Buchreihe Festa Extrem untergekommen sein – dort gibt es einen Roman mit dem wunderbaren Titel Perverse Schweine. Das ist genau dieser Matt Shaw hier – ein Self-Publisher.

Von Matt Shaw habe ich vor einiger Zeit den Band Extreme Horror [meine Rezension] rezensiert. Wenngleich nicht ohne Schwächen, konnte ich Buch und Autor einiges abgewinnen. Das jetzt ist meine zweite Begegnung mit Shaw und ich muss sagen, der Kerl gefällt mir.

Wieder suggerieren Cover und Vorbemerkung ein allerbrutalstes Machwerk, wieder ist das nicht ganz korrekt. Es ist, das natürlich, ein ziemlich brutales Buch mit einigen bösen, bösen Fuck! Aua! Momenten. Wer jetzt dafür erwartet, mit jeder Menge Ponografie und Sex geflutet zu werden, sorry, tut das Buch nicht. Der Titel ist vollkommen zutreffend und trotzdem irritierend.

Cover: Matt Shaw: PornPorn ist ein hervorragendes B-Movie

ABER: Porn ist dreckiger, aber auch cleverer kleiner Splatter-Roman voll bösartigem Humor, fieser Hinterhältigkeit und einer Ohrfeige von Überraschung. Jetzt hat er mich gewonnen, der gute Mann. Jetzt kann ich noch über ein, zwei schlechte Bücher stolpern, ehe ich mich wieder entliebe. Aber Porn war richtig gut, das kommt bei Aufmachung und Stil der Anpreisung ziemlich unerwartet.

Die Geschichte ist aus Perspektive von Victoria erzählt und bleibt dabei. Die Handlung ist relativ reduziert, konzentriert sich auf das Wesentliche. Wie bei derartigen Thrillern üblich, ist die Glaubwürdigkeit hin und wieder stärker strapaziert, aber meine Güte, das gehört dazu. Weil Shaw nicht übertreibt, bleibt die Story im Grunde glaubwürdig, hat sogar den Touch von Authentizität, der in dem Fall irgendwie unangenehm ist.

Ich glaube Matt Shaw hat viel Spaß dabei, auf Horror-Trash zu machen. Das ist natürlich sehr unterhaltsam und mag auch verkaufsfördernd zu sein, aber ein wenig verkauft er sich auf diese Art unter seinem Wert. Immerhin ist mir aufgefallen, hat er begonnen, vereinzelt ordentliche Cover auf seine Bücher zu klatschen, also scheint auch er draufgekommen zu sein, was besser läuft.

Cover: Matt Shaw: Perverse SchweinePorn jedenfalls ist wirklich gute Lektüre, die man jedem Fan von dreckigen, kleinen Thrillern mit einer einfachen Geschichte, die spannend erzählt wird, uneingeschränkt empfehlen kann. Der schmale Roman unterhält und mehr will er gar nicht. Und genau das liefert er. Sehr gut gelungen.

Kurz gesagt:

  • besser als erwartet
  • spannend
  • sehr effektiv

Fazit: Matt Shaw darf man ruhig ausprobieren. Besser als seine Cover und Titel suggerieren.


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