[REZENSION]: Kristopher Triana: Body Art – Die Göttin

INHALT: Pornostar Kandi Hart wird älter und die Aufträge werden immer seltener. Deshalb nimmt sie ein Filmangebot an, für das sie sehr viel Geld erhalten soll, doch Dinge tun muss, die über alles hinausgehen, was jemals gefilmt wurde … Rohe, brutale Unterhaltung voller Sadismus.

Paperback und eBook bei Festa

Festa Extrem Bd. 29, Sept. 2017; Originaltitel: Body Art, 2016; Seiten: 288; Übersetzung: Philipp Seedorf

Cover Festa Verlag: Kristopher Triana: Body Art - Die GöttinREZENSION: Body Art ist ein wirklich krasses Buch! Die Mischung aus roher, sehr direkt beschriebener Gewalt und unverblümtem Sex ist eine streckenweise Unbehagen bereitende Mischung aus erregend und abstoßend. Der Autor hat es definitiv drauf, sein Publikum einem Wechselbad aus Ekel und Erregung auszusetzen, das aufgrund der ungebremsten Ungeniertheit des Romans richtig Spaß macht.

Triana scheißt sich echt nichts und fährt das volle Programm. Wer in seiner Lektüre eine  spritzige Melange aus Sex und Gewalt zu schätzen weiß und vielleicht selbst gepflegten, härteren Sadomasochismus lebt, wird hier bestens bedient. Der Roman verlangt eine hohe Toleranzschwelle für eine abstoßende Vermengung von Lust und Gewalt und Ekel. Auf der anderen Seite kann man mit dem Buch auch abgehen … vielleicht auch, weil man selbst eine entsprechende Veranlagung hat und lebt, aber vorwiegend, denke ich, weil der Roman weder bildlich noch sprachlich vor dem zurückschreckt, was er aus den Seiten kotzt.

Auch muss man dem Buch ein unerwartet hohes Niveau zubilligen – sowohl handwerklich, es ist solide und stilsicher geschrieben, wie inhaltlich. Was nun Trianas Buch hervorhebt, sind die Themen, die in der wüsten Geschichte verborgen liegen, ohne groß aufzufallen. Einsamkeit, Entfremdung, abdriften in den Wahnsinn, unerfüllte Wünsche und Begierden, Habgier, Machtmissbrauch – der Autor fährt das volle Programm auf. Aber das ist in dem Fall, bei der Geschichte, geradezu aufgelegt.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich seine Auflösung der Geschichte wirklich so schätze, wie sie kommt, mir wäre es fast lieber gewesen, er hätte das übernatürliche Element ganz aus der Geschichte rausgehalten oder von Beginn an stärker eingebunden. So ist es nicht ganz so stimmig, obwohl wunderbar bizarr und der pure, kranke Scheiß. Sagenhaft, was das Hirn dieses Autors auskotzt. Deshalb kann und will ich das ganz spezielle Element auch gar nicht groß bewerten – es ist zu sehr eine Sache des persönlichen Geschmacks und in meinem Fall ist er nicht ganz getroffen. Was der Qualität des Wahnsinns keinerlei Abbruch tut.

Aber wie zur Entschädigung bietet das Buch sonst so viel abartige Gewalt und harten Sex und durchgeknallte Momente, Blut, Sperma, Gehirnmasse, Fleisch, dass diese Art der Lösung durchaus ihren eigenen Reiz hat. Triana nimmt ganz bewusst ein paar Filmklischees (der Mann hat wohl fürchterliche Mengen an schlechtesten Filmen gesehen) aus dem Schundbereich und verbiegt sie nach eigenem Bedarf und kreiert ein spooky Schlußbild. Ist ihm echt gut gelungen.

Body Art ist unterm Strich ein ziemlich geiles Stück Scheiße (sorry das Vokabular) von Buch, dass unerfahrenen Lesern das Essen zum Hals raustreiben kann. Es wäre vielleicht empfehlenswert, Beziehungspartner, die Joyce Carol Oates lieben, nicht näher darüber aufzuklären, was man da gerade liest. Ist irgendwie nicht kompatibel.

Genre-Fans, die Edward Lee zu schätzen wissen, werden mit Kristopher Triana ihre helle Freude haben.

Kurz gesagt:

  • Hardcore-Gewalt
  • Hardcore-Sex
  • Hardcore-Abartigkeit

Fazit: Fans richtig harter Literatur werden exzellent bedient. Alle anderen – Vorsicht vor den Nebenwirkungen.


Kristopher Triana: Body Art – Die Göttin [meine Rezension] … Paperback und eBook bei Festa


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