[REZENSION]: S. Craig Zahler: Wie Schatten über totem Land

Inhalt: Bei ihrem verzweifelten Versuch, zwei entführte Schwestern zu befreien, die man in die Prostitution gezwungen hat, stürmt eine Gruppe wild zusammengewürfelter Charaktere durch das Mexiko des Jahres 1899. Ihre Reise ist dabei nicht nur ein Ritt in die Hölle, sondern auch in die tiefsten Abgründe menschlicher Existenzen.

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Cover Luzifer: S. Craig Zahler: Wie Schatten über totem LandRezension: S. Craig Zahler ist der Regisseur von Filmen wie Bone Tomahawk und Brawl in Cell Block 99, der rätselhafterweise noch keine deutsche Veröffentlichung erfahren hat – vielleicht, weil er so furchtbar konsequent und ultrabrutal ist? Wer Bone Tomahawk kennt, weiß schon jetzt, was ihn in in diesem Western erwartet. Ein wahrer Höllenritt in menschliche Abgründe, in die Hoffnungslosigkeit und die Tristesse des Daseins in allen sinnlosen, gewalttätigen Facetten.

Craig Zahler benutzt eine ausgeprägt bildhafte Sprache, sehr direkt, sehr unverblümt und dabei durchaus stilvoll in ihrer rauen Unverblümtheit. Er lässt weder den Figuren noch den Lesern eine Chance, dem unauweichlichen Strudel an Gewalt zu entkommen, der sich zwangsweise ergeben muss. Die sehr detailfreudige Erzählweise, die widersprüchlicherweise zugleich sehr auf die Handlung konzentriert ist und ein hohes Tempo vorweist, zieht unweigerlich in den Bann. Es fällt nur sehr schwer, das Buch während der Lektüre beiseite zu legen.

Craig Zahler fasziniert mich. Bücher und Filme sind unverkennbar dem selben Gehirn entsprungen, das auf ungewöhnliche Weise Gedanken in Bilder und Worte zu fassen vermag – Zahler erzählt sehr eigenwillige und einzigartige Geschichten auf ganz eigene Weise. Was und wie er erzählt, zeugt von einem Feingefühl, einer Vorliebe für die Analyse menschlicher Gewalt und Abgründigkeit, von einer geradlinigen Sichtweise, die in den Abgrund führt – Zahler nimmt keinerlei Rücksicht auf Befindlichkeiten und Hoffnungen der Leserschaft. Was er erzählt, kann nur so sein, wie es ist und das wirkt lange nach und braucht manchmal einiges an Nerven.

Wie Schatten über totem Land liest sich wie sich 3kg Maoam Frucht Kracher essen – irgendwann wird es grauenerregend, aber unmöglich aufzuhören. Ich würde Leser, die grundsätzlich interessiert sind, aber mit Western nichts anfangen können, echt bitten, über ihren Schatten zu springen. Es geht um viele Dinge, aber keines davon ist ein Western-Klischee. Die Geschichte spielt gegen Ende dieser Periode, 1899 war es mit den Cowboys schon beinahe vorbei – die ersten Automobile sind durch die entlegendsten Gegenden getuckert.

S. Craig Zahler: Wie Schatten über totem Land – ein Buch, das die Werke von Edgar Allan Poe beinahe vergnüglich erscheinen lässt.

Kurz gesagt:

  • Analyse des Bösen im Menschen
  • Fesselnde Geschichte von furchtbarer Konsequenz
  • Wirkt lange nach durch Stil und Inhalt

Fazit: Brutal wuchtiger Roman von hoher Qualität


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