[REZENSION]: Michael Marcus Thurner: König in Ketten

Inhalt: Darne entflieht dem Leben als Bauer auf dem elterlichen Hof, um endlich Abenteuer zu erleben. Doch als er ein wenig über den Durst trinkt, verkündet er, dass er ein viel besserer König wäre als der derzeitige Herrscher. Für diesen »Aufruf zur Rebellion« werden ihm zehn Jahre Zwangsarbeit auferlegt. Getrieben von dem Wunsch nach einem gerechten Herrscher und der Gier nach Rache wegen dieser übertrieben harten Strafe, fasst Darne einen folgenschweren Entschluss: Er wird seine Ketten abschütteln – und er wird König werden!

Michael Marcus Thurner: König in Ketten

Blanvalet, Paperback 12/2015; ISBN: 978-3-7341-6055-4; Seiten: 512; Ausstattung: geprägter Titel; Buch beim Verlag

Grimdark. Mag es eine Diskussion geben, ob dieses Sub-Genre überhaupt existiert, egal. König in Ketten ist ein grimmiges, düsteres Buch voller Gewalt, Hoffnungslosigkeit, dreckigem Sex, Drogen.

Kaputte Menschen quellen dir aus jeder Seite entgegen. Ich glaube, es gibt überhaupt keine einzige Figur, die nicht körperlich und geistig ziemlich angeschlagen ist. Sagenhaft! Der gesamte Ton und die Stimmung des Romans sind gesättigt von Hoffnungslosigkeit.

Intrigantentum, sinnlose Menschenopfer, Unterdrückung, unsägliches Vegitieren – Leben kann man kaum nennen, was einige Figuren erleiden. Sadismus, Freudlosigkeit, Pessimismus, Resignation. Alles trieft vor Bitterkeit und Zynismus, Humor? Ja, gallig, bitterböse. Wenn das Leben in diesem scheußlichen Winkel der Welt nicht absolut niederschmetternd ist, dann …

Cool!

Ja. Grimdark. König in Ketten erfüllt wohl alle Kriterien. Joe Abercrombie täte das vermutlich absegnen.

Und he, Gratulation an Thurner! Endlich lässt er das innere Schwein von der Leine und haut uns das Gedärm um die Ohren, schüttet kübelweise Blut und  verspritzt … Zeug. Schildert deftigen Sex. Pralle, lebendige Fantasy. Ich bin sehr angetan.

Gut, ich bin von den Thurner-Werken generell angetan – Der unrechte Wanderer zum Beispiel, oder Der Gottbettler. Großartige Fantasy, clever durchdacht, komplex und klischeebefreit, randvoll mit ausgefallenen, extremen Charakteren. Oder Plasmawelt und natürlich Turils Reise – zwei Science Fiction Romane, an denen ich einen Narren gefressen habe und die ich bemerkenswert finde.

Der Mann ist richtig gut. Ich glaube, schlammverschmierte Düster-Fantasy ist sein Ding. Ich würde ja gern mehr lesen, aber das ist eine Frage der Zeit. Thurner ist einer der fleißigeren Perry Rhodan Autoren und mit dem Zeug kann ich einfach absolut nichts anfangen. (Sorry, MMT, den Perry halte ich echt nicht aus.)

Zurück zum Roman. König in Ketten ist ein Buch mit Bombenstimmung. Nicht sehr fröhlich oder freundlich aber mächtig und eindrucksvoll, packend und dicht. Mit den … nennen wir sie zweifelnd Protagonisten … geht man als Leser mit. Sie sind nicht sehr sympathisch und Helden allesamt nicht, aber sie sind weniger übel als die Üblen. Darne, der, hust, Held, ist eigentlich sogar ein dämlicher Scheißkerl. Immerhin, es gibt Sex.

Was jetzt das Grimdark-Element angeht: Ja, definitiv.

Das Ende ist (glücklicherweise?) nicht sooo niederschmetternd, wie es sein könnte. Aber es ist doch eher wenig fröhlich und ganz im Ton des Romans gehalten.

Herz, was willst du mehr?

König in Ketten ist ein herrlich dreckiger und finsterer Roman. Tadellose Fantasy.

Kurz gesagt:

  • bösartig düster brutal
  • blutig hoffnungslos depressiv
  • echt grimmig und schmutzig

Fazit: Yes!!! Mehr davon!!!


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