[REZENSION]: Jack Ketchum: Jagdtrip

Jagdtrip von Jack KetchumInhalt: Lee ist lebend aus dem Krieg zurückgekehrt, doch er ist ein anderer Mensch geworden. Die Erinnerung verfolgt ihn in seinen Träumen. Er lebt zurückgezogen tief in einem Wald und meidet den Kontakt zu Menschen. Aber heute ist er nicht allein. Eine Gruppe Camper ist in seine zerbrechliche Welt eingedrungen. Er hört ihre Stimmen, beobachtet ihr Lager. Mit einem Mal ist der Krieg zurück. Und Lees Besucher müssen um ihr Leben kämpfen …

Jack Ketchum: Jagdtrip

(OT: Cover; 1987) Heyne 07/2016; ISBN: 978-3-453-67706-7; Seiten: 351; Übersetzung: Urban Hofstetter; Ausstattung: Taschenbuch

Zum Ersten: Ketchum ist ein hervorragender Autor. Wie gut er sein kann, lässt sich in diesem Roman nur schwerlich erkennen. Zu zögerlich und träge beginnt die Geschichte, dem Leser wird so gut wie keine Chance gewährt, so etwas wie Sympathie oder Verständnis für Lee zu finden.

Zum Zweiten: Die Inhaltsangabe verschweigt, um welchen Krieg es sich handelt, aus dem Lee so traumatisiert zurückgekehrt ist. Es ist … der Vietnam-Krieg! Das wiederum wird dem Leser klar, sobald er das Vorwort des Autors liest und entsetzt feststellt, der Roman ist aus dem Jahr 1987! Das ist dann eine rasend frustrierende Erkenntnis, wenn man sich auf einen neuen Ketchum gefreut hat.

Zum Dritten: Mir ist beim Lesen ununterbrochen das Alter des Romans bewusst gewesen. Der überaus zähe Beginn der Geschichte und der komplette Mangel an Sympathien, den die Figuren bei mir erweckt haben, waren zum beträchtlichen Teil daran Schuld, dass mir das Buch vermiest wurde. Was doppelt frustriert – es ist der erste Ketchum, mit dem ich derartige Probleme hatte.

Zum Vierten: Auch wenn der Roman langsam “besser” wird – an Tempo zulegt und einige gewalttätige Ausritte liefert, ist das Buch, bei aller Recherche und Authentizität, nicht in der Lage, die anfängliche Frustration abzufedern und doch noch zu fesseln. Unterm Strich ist und bleibt Jagdtrip eine satte Enttäuschung – bei aller Liebe, die ich für Ketchum übrig habe.

Zum Fünften: Wenn Ketchum ins Volle greift, dann so richtig. Der Thriller wandelt sich zu einem beinharten Splatter-Roman, der es richtig in sich hat. Das sind die Momente, die den Ketchum erkennen lassen, den wir so hoch schätzen – diese beinahe nüchtern dokumentarische Qualität der Gewalt, die seine Bücher so wirkungsvoll macht und die immer durch die Handlung und Charaktere begründet wird.

Ganz unter uns – der Roman Rambo, von David Morrell, ist der weitaus gelungenere Roman zum Thema Vietnam-Heimkehrer mit Schwierigkeiten, sich wieder einzugliedern. Der Rambo-Roman hat letzten Endes nicht viel mit dem Rambo-Film (der allerdings auch sehr ok ist) von Sylvester Stallone gemeinsam – das Buch ist ein hervorragender Thriller eines exzellenten Autors, der leider schon viel zu lang nicht mehr bei uns verlegt wird.

Kurz gesagt:

  • ein sehr früher Ketchum
  • ein Ketchum, der emotional kalt lässt
  • ein Vorgeschmack auf den Ketchum, der er heute ist

Fazit: sehr durchwachsen


— Dead River Trilogie: Bd. 1: Beutezeit; Bd. 2: Beutegier; Bd. 3: Beuterausch


— Jack Ketchum im Interview mit Brian Keene: [– Der Brian Keene Podcast: The Horror Show –]


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