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[REZENSION]: Tim Curran: Zerfleischt

Posted on 12/11/201303/03/2025 By Alexander D.
Rezension

Inhalt: Kannibalismus, Mord, Vergewaltigung – wenn die Zivilisastion endet, wird die Erde zur blutbesudelten Hölle. Und der Mensch wird weniger Mensch sein.

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Tim Curran: Zerfleischt

Cover Festa: Tim Curran: Zerfleischt(OT: The Devil Next Door; 2009) Festa 2012; Horror Tb 1537; ISBN: 978-3-86552-137-8; Seiten: 409; Übersetzung: Verena Hacker, Felix F. Frey; Ausstattung: Taschenbuch, Lederoptik; 

Ach du große Sch…e! Bis zu diesem Buch hat es noch kein Autor darauf angelegt, den Allgemeinplatz »Der Mensch ist ein Tier« so bildlich, drastisch, brutal und effektiv ekelhaft darzustellen wie Tim Curran. Schon in der Anthologie »Kannibalen« ist Curran mit seiner Erzählung Maden herausragend gewesen – was die Stimmung und den absoluten Ekelfaktor betrifft.

Das Kunststück an diesem rabiaten Roman ist die Glaubwürdigkeit. Das Buch ist in sich geschlossen logisch und konsequent; ob die grundlegenden Theorien jetzt auch nur ansatzweise ernsthaft in Betracht zu ziehen sind oder nicht, spielt dabei nicht die geringste Rolle. Sie wirken, als hätten sie eine theoretische, wissenschaftliche Grundlage und das reicht vollkommen. Sie bilden die Basis, auf der die Geschichte aufgebaut ist und weil Curran diese Grundmauern niemals zugunsten eines Effekts oder einer Änderung im Handlungsablauf beschädigt, sitzt die Sache.

Zerfleischt ist auf eine Art der totale Tabubruch. Die totale Reduktion der Menschen auf Kreaturen ohne Gewissen, Schuldgefühl und Rücksicht, gepaart mit den detaillierten Schilderungen von Ausweidungen, Verstümmelungen, sexueller Gewalt, Kannibalismus, Folter und anderen Sadismen stellt das Buch in eine ganz eigene Kategorie. Curran verschont absolut niemanden, weder Kinder noch schwangere Frauen oder Senioren, sogar Hundsvieher. ALLE sind bei ihm dran und alle killen und werden gekillt.

Altmeister der Drastik wie Richard Laymon, Jack Ketchum, oder auch Clive Barker und die ehemaligen Splatterpunk-Autoren wirken im Vergleich zu Tim Currans Roman und der Kannibalen-Story geradezu harmlos. Ich finde in meinem Umfeld sicher ein halbes Dutzend Leute, denen bei der Lektüre von Curran das Essen aus dem Gesicht fallen würde.

Curran hat ganz und gar ungebremst von vorgeblichen Normen und Etiketten drauflos geschrieben und ist der Geschichte gefolgt, ohne kommerzielle Kompromisse einzugen.

Die meisten von uns spielen wahrscheinlich hin und wieder in Gedanken mit der Vorstellung, wie es wohl wäre, wenn die Zivilisation zum Teufel geht und alle Regeln ihre Gültigkeit verlieren, Wenn wir auf ein primitives Niveau zurückgeworfen werden.

Curran hat aus diesem Spiel blutigen Ernst gemacht und die Sache ins Extrem getrieben. Er hat uns auch jeglicher Intelligenz beraubt und zu Steinzeitkreaturen reduziert. Irgendwie ist das Mad Max Szenario der eigenen Gedanken nach Lektüre dieses Romans nicht mehr so wildromantisch und super. Eher beängstigend.

Es ist nur konsequent, wenn die Website dieses Autors nach einer Erzählung corpseking.com heißt.

Wer wissen will, was wirklich guter und extremer Horror kann, wird hier bestens bedient. Einen starken Magen sollte man aber mitbringen.

Zerfleischt sei hiermit uneingeschränkt empfohlen. Maden (in »Kannibalen«) sei ebenfalls uneingeschränkt empfohlen.

Kurz gesagt:

  • radikal
  • ungebremst
  • überzeugend

Fazit: beste Lektüre für starke Mägen


.

 

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Schlagwörter: Apokalypse Horror Kannibalismus Sadismus Splatter

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