INHALT: Dyke Mellis hasst die Welt. Gestrandet auf einer einsamen Insel, wartet er darauf, Rache an den Männern zu nehmen, die ihn kastriert und verkrüppelt haben. Und dann, an einem schicksalhaften Tag, bietet sich ihm die Chance: Er entdeckt eine Rasse gigantischer Gottesanbeterinnen, die er abrichtet, damit sie seine Feinde bei lebendigem Leib fressen …

Ein Gorefest, geschrieben mit der Wonne eines aggressiven Kleinkindes, das seine Spielfiguren zu absurden Gewaltorgien anstachelt. Herrlich schräg und so abgrundtief schlecht, dass es wieder originell ist.

Wer war Pierce Nace? Und warum hat ihn niemand aufgehalten?!

BUCH: Originaltitel: Eat them Alive, 1977 / Festa Pulp Legends, Bd. 5; 04/2019; Übersetzung: Thomas Schichtel; Ausstattung: Hardcover mit Lesebändchen, einmalige limitierte Auflage 999 Exemplare, kein eBook. Buch beim Verlag

Cover: Festa Verlag - Eat them aliveREZENSION: Die Frage, wer denn Pierce Nace war und warum ihn niemand aufgehalten hat, ist durchaus berechtigt. Vermutet wird die Autorin Evelyn Pierce Nace als Schöpferin dieses … Machwerks. Die ultrakurze Rezension sieht so aus: Das Buch ist so beschissen, dass es schon wieder genial ist!

Eat them alive ist ein abgrundtief schlechtes Buch, völlig unbeleckt von jeglichem Stil, von auch nur ansatzweiser Glaubwürdigkeit oder irgendeiner Art von Spannung oder Abwechslung. Die Hauptfigur ist vieles, aber nicht im Ansatz sympathisch. Eigentlich hat Mellis nur das bekommen, was er verdient, hat diese Kastration geradezu herausgefordert. Gut, vielleicht nicht wirklich das Abschneiden der Eier, aber eine richtig brutale Abreibung erscheint doch angemessen. Mellis ist schlicht ein Arschloch, das von anderen Arschlöchern grob eins reingewürgt bekommt. Verdient. Mellis redet mit sich selbst – und der Autor hat dieses sich stets wiederholende Gewinsel um Selbstmitleid und Rachefantasien wie den Teil einen Dialog niedergeschrieben, was stellenweise überaus irritierend zu lesen ist, ehe es kurz ärgert und dann in seiner Absurdität ziemlich unterhält

Die Gottesanbeterinnen kommen zügig ins Spiel, gleich auf den ersten Seiten, in denen der Leser völlig ansatzlos in die Geschichte geworfen wird. Aber mit dem Auftauchen der grünen Biester wird es vollends lächerlich. Jetzt nichts gegen Geschichten mit Killerinsekten, ganz und gar nicht. Ein Creature Feature, ob literarisch oder filmisch, ist eine feine Sache, wenn dezent umgesetzt. Aber: Eat them alive kommt in seinen besten Momenten nur an das Niveau der schlechteren Asylum-Filme heran. Sowas wie 3-Headed Shark Attack mit Danny Trejo. Purer Pulp-Trash, so völlig unglaubwürdig, so absolut abstrus, man staunt mit offenem Mund über die absolute Ignoranz von allem, was Sinn macht. Faszinierend.

Heuschreckensalat mit Brust

Die Gemetzelszenen sind überraschend blutig und derb, hier werden die Eingeweide herumgeschleudert, Körperteile abgebissen und genussvoll verschlungen, ganz besonders das abtrennen weiblicher Brüste vom lebenden Opfer ist ein großes Thema des Buches. Ganz egal, ob Pierce Nace jetzt eine Frau oder ein Mann war, sie oder er hatte wohl einen sehr speziellen Bezug zu Brüsten. Dass die wenigen Frauen in der Geschichte generell eher hübsch sind und den Mund nur aufmachen, wenn sie schreien, weil die Heuschrecke ihre Brüste abzwickt oder Gedärm aus dem Bauch zupft, versteht sich irgendwie von selbst.

Auch gibt es zerstückelte Babies, was heutezutage bemerkenswert erscheint, und andere sehr leckere Splatter-Einlagen, die selbst für ihre Zeit recht derb erscheinen. Besser geschrieben wäre das Gemetzel extrem wirkungsvoll. Leider ist es immer dasselbe. Gut, man kann davon ausgehen, dass eine Gottesanbeterin nicht allzu viele Variationen im Repertoire hat, was das verschlingen der Beute betrifft. Aber auch das ließe sich abwechslungsreicher beschreiben. Kurioserweise ist die Folter, die Mellis durch seine widerwärtigen Spießgesellen erleidet, schlimmer zu lesen, weil wirkungsvoller, als all das Grashüpfer-Gemetzel.

Das Beste: Bei all dem Bockmist, der die Seiten füllt, ist es nahezu unmöglich, das Buch nicht fertigzulesen. Einmal angefangen, muss man da durch, staunend, ungläubig, amüsiert, aber aufgeben geht nicht. Eat them alive ist ein abgrundtief schlechtes Buch, dessen Wirkung auf dem ungläubigen Staunen über all den Scheiß beruht, der auf den Seiten verzapft wird. Das war vermutlich nicht, was der Autor bzw. die Autorin im Sinn hatte, aber das ist es, was den Roman bemerkenswert macht.

Die Aufmachung ist hervorragend, das Cover könnte nicht schöner sein, das Buch als solches ist ein Schmuckstück für jede Bibliothek. Schon aus diesem Grund empfehle ich den Titel uneingeschränkt. Dass der schwachsinnige Inhalt unterhält, ist schon fast nebensächlich, Hauptsache, das Schmuckstück von Buch ist daheim.

Bemerkenswerter Stoff.


Zusammenfassung:

  • Anspruch/Stil: ** echt stillos, simpel, lächerlich, unglaubwürdige Story
  • Gewalt/Gore: **** sadistisch und abartig
  • Sex/Perversion: ** Nichts da
  • Unterhaltungwert: *** überraschend hoch, vielleicht weil derart schlecht
  • Gesamteindruck: ***** sadistisch, lächerlich, unlgaubwürdig, absurd, bösartig

Kurz gesagt: Bemerkenswert schlechtes Buch, das gerade dadurch seine Wirkung entfaltet – wenn auch anders, als es der Autor wohl wollte …


Festa Pulp Legends:

Bd. 01: Mendal W. Johnson: Komm, wir spielen bei den Adams [Rezension folgt] … Buch beim Verlag

Bd. 02: Ken Greenhall: Hell Hound [Rezension folgt] … Buch beim Verlag

Bd. 03: Eric C. Higgs: The Happy Man [Rezension folgt] … Buch beim Verlag

Bd. 04: Michael McDowell: Die Elementare [Rezension folgt] … Buch beim Verlag

Bd. 05: Pierce Nace: Eat them Alive [Rezension] … Buch beim Verlag

Bd. 06: Jack Ketchum: Sie erwacht [Rezension folgt] … Buch beim Verlag

Bd. 07: Richard Haigh: Die Farm & Die Stadt [Rezension folgt] … Buch beim Verlag

Bd. 08: Graham Masterton: Der Höllenpanzer [Rezension folgt] … Buch beim Verlag

geplant 2020 Bd. 09: Charles Platt: Sweet Evil

geplant 2020 Bd. 10: David Drake & Karl Edward Wagner: Killer

geplant 2020 Bd. 11: Michael McDowell: Cold Moon over Babylon

geplant 2020 Bd. 12: Charles Platt: Blood Crazy


Der Beitrag [REZENSION]: Pierce Nace: Eat them Alive erschien am 05.03.2020 auf Kultplatz.net


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