[REZENSION]: Nick Cutter: Die Tiefe

Die Tiefe von Nick CutterInhalt: Die Menschheit erzittert unter einer unheimlichen, tödlichen Krankheit, die sich rasend schnell ausbreitet. In dieser Krisensituation wird der Arzt Luke Nelson zu Hilfe gerufen. In den Tiefen des Meeres ist ein Organismus aufgetaucht, ein Parasit, mit dem sich die Krankheit vielleicht bekämpfen lässt. Lukes Bruder Clayton, ein genialer Biologe, ist mit seinem Team bereits im Tauchschiff Trieste. Doch der Kontakt zur Trieste bricht ab. Als die grausam entstellte Leiche eines der Forscher geborgen wird, begibt Luke sich hinab in den Marianengraben. In die dunkle Tiefe …

Nick Cutter: Die Tiefe

(OT: The Deep; 2015); Heyne 12/2015; ISBN: 978-3-453-41896-7; Seiten: 527; Übersetzung: Frank Dabrock; Ausstattung: Taschenbuch

Ich bin ein wenig verblüfft, hat das Buch doch ein paar eher negativ geprägte Rezensionen abbekommen. Ich fand Die Tiefe hervorragend.

Die Tiefe ist ein Thriller, der seinen Horror erst im Kopf der Protagonisten entwickelt, nach und nach in den Verstand des Lesers einpflanzt, um schließlich auch in wüsten Body-Horror zu kippen. Die Inhaltsangabe wird dem Buch nicht so richtig gerecht, ist der Roman doch eigentlich ein Science-Horror-Thriller. Das verkaufen weder das Cover noch das generische Thriller am Cover so richtig. Ich denke doch, wer einen Thriller lesen will, wird mit Die Tiefe nicht glücklich werden, das Buch ist viel zu horrend dazu, es ist eine Geschichte über den Wahnsinn, der nun stattfinden mag oder nicht, und das inmitten der real geschehende Apokalypse der Menschheit.

Die Tiefe ist eine Art Bastard von zwei Filmen: John Carpenter’s The Thing. Der eine. Solaris, in der Version von Steven Soderbergh. Der andere. (Die literarischen Vorlagen beider Werke lasse ich aus, die sind mehr Schablonen und Richtlinien für die Verfilmungen gewesen. Ah, und dann ist da noch ein Tupfen von Es dabei, dem Roman von Stephen King. Hineingesprenkelt. Extrem effektiv.

Eine Kreuzung dieser beiden Filme, die Geschichte unter Wasser angesiedelt. Das kommt ungefähr hin. Viel Psycho, sehr viel Körper, Paranoia, Klaustrophobie, schleichender Wahnsinn, Verlust der Realität, reale und fiktive Bedrohungen. Emotional unterkühlt mit Szenen, die einem unter die Haut gehen. Mit unerwarteten Wendungen.

Mir hat Die Tiefe wirklich verdammt gut gefallen. Aber ich mochte auch schon Das Camp. Und ich freue mich auf Die Erlöser. Von den Faktoren Thrill, Härte und Rücksichtslosigkeit den Protagonisten gegenüber siedelt man Cutter besser in den vorderen Rängen an. Der Kerl ist gut und er beherrscht die Klaviatur der Spannung blind. Und – er schreibt gut. Cutter hat einen tadellosen Stil, er schreibt flüssig, sprachsicher und mit wortgewandter Bildhaftigkeit. Das Grauen des Buches wirkt um so stärker, weil es einprägsam und nüchtern-klar geschildert wird.

Für mich war Die Tiefe ein hervorragender, horrender Trip in endlose Abgründe. Schweinegeil, das Buch.

Kurz gesagt:

  • unheimlich spannend
  • ziemlich brutal und morbide
  • echt effektiv

Fazit: ein starkes Buch


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