[REZENSION]: Joe R. Lansdale: Drive-In

Drive-In von Joe R LansdaleInhalt: Stellt euch ein Autokino vor, das groß genug ist, viertausend Autos zu fassen. Dann habt ihr eine Idee vom Orbit, dem größten Drive-in von Texas. Jeden Freitag gibt es dort die All-Night-Horror-Show. Genau hier sind wir jetzt, alles ist perfekt. Aber plötzlich taucht aus dem Nichts dieser blutrote Komet auf. Schlagartig ist das Orbit von der Außenwelt isoliert, eingeschlossen von einer tödlichen Leere. Es gibt kein Entrinnen. Die Nahrungsmittel werden knapp. Erste Fälle von Totschlag und Kannibalismus treten auf. Doch das Schlimmste steht uns erst bevor …

Joe R. Lansdale: Drive-In

OT: The Complete Drive-In, (c) 2010; Heyne 09/2015; ISBN: 978-3-453-67672-5; Seiten: 736; Übersetzung: Dietmar Dath, Alexander Wagner; Ausstattung: Paperback, Klappbroschur

Drive-In ist Popcorn-Kino. Ein schrilles B-Movie, jenseits aller Sinnhaftigkeit, knallvoll mit bizarren Szenerien, seine Figuren zielsicher in immer irrere Situationen reitend und den Leser von einer unterhaltsamen Irritation in die nächste vergnügliche Irritation jagend.

Man möchte nur staunen und sich wundern, was zum Teufel wohl den Autor geritten hat, wenn … ja wenn das nicht der legendäre und allseits verehrte Joe Lansdale wäre. Und damit ist klar, man sollte sich nicht darauf verlassen, dass der Mann schreibt, was man erwartet. Man erwarte das Unerwartete – und im Fall dieser drei Romane trifft genau das mit der Wucht eines Vorschlaghammers ein.

Papa Joe schlägt zu.

Der erste Roman der Trilogie war anno dazumal in deutscher Sprache erhältlich. Heyne hat uns jetzt alle drei Bücher, versammelt in einem fetten Ziegelstein, auf die Füße geworfen und wir freuen uns darüber, während wir von Buch zu Buch fassungsloser werden, in welche Richtung sich das anfangs als recht beknackte, aber solide Horror-Thema des Romans entwickelt.

Offenkundig hat Joe Lansdale das Bizarro-Genre auf die Spitze getrieben, noch bevor es existierte und einen einzigen bemerkenswerten Autor in der Gestalt von Carlton Mellick III hervorbrachte. Übergeschnappt ist irgendwie ein Hilfswort für das, was uns Lansdale hier vorsetzt – ein geschmacklich eigenwilliges Junkfood.

Ich denke mal, wer bereit ist, sich vom sicheren Pfad des geradlinigen Horrors zu entfernen, um irgendwelche versumpften Seitenwege zu erforschen, wird an der Trilogie sein diebisches Vergnügen haben. Drive-In ist ein surreales Abenteuer, garniert mit Blut und diversen Körperflüssigkeiten – nicht alle von Menschen stammend.

Leser die Lansdale nur von seinen Krimis her kennen oder seinen im Süden angesiedelten Dramen, sollten sich auf eine Überraschung gefasst machen. Wer mit Lansdale näher vertraut ist, hat vielleicht eine Vorstellung davon, dass der Autor sich darauf versteht, ungewöhnliche Geschichten zu erzählen – hier sind es gleich drei ältere Werke, die unter Beweis stellen, wie eigenwillig und originell Lansdale sein kann.

Kurz gesagt:
•    originell
•    bizarr
•    kultig

Fazit: Texas, Blut und Popcorn trifft den Nagel auf den Kopf und greift zugleich viel zu wenig weit. Muss man gelesen haben.*

* Das Nachwort ist mangels Inhalt in meinen Augen verzichtbar.


Joe R. Lansdale: Drive-In [meine Rezension] als Paperback und eBook bei Amazon …


.

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. DATENSCHUTZERKLÄRUNG

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen