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[REZENSION]: Graham Masterton: Irre Seelen

Posted on 04/11/201328/01/2025 By Alexander D.
Rezension

Inhalt: Jack Reed stößt im Wald von Wisconsin auf ein verlassenes Gebäude, das einst eine bekannte Heilanstalt war. Vor fast 60 Jahren wurde sie aus düsteren Gründen aufgegeben. Jack will das alte Haus sanieren, um dort ein Ferienhotel zu eröffnen. Doch es beherbergt gefährliche Geheimnisse: 135 geisteskranke Patienten verschwanden mithilfe von Druiden-Magie »in die Wände« – und dort leben sie noch immer. Nun hält sie nichts mehr auf … Angeführt von dem bösartigen Quintus kidnappen sie Jacks kleinen Sohn und fordern die Rückkehr des Priesters, der sie damals einfing …

(OT: Walkers; 1989), Festa 11/2012; ISBN: 978-3-86552-164-4; Seiten: 446; Übersetzung: Sandra Schindler; Ausstattung: Taschenbuch, Lederoptik;

Cover Festa: Graham Masterton: Irre SeelenEin Haunted House Thriller: Teuflisch gut. Relativ kurz nach Das Atmen der Bestie zeigt der Festa Verlag erneut, warum Graham Masterton rundum lesenswert ist. Wie man den doch beträchtlichen Umfang mit einer konzentrierten Story füllt, die nicht ziellos durch die Gegend mäandert, sondern stets dort bleibt, wo sie hingehört, das ist auf seine Art beeindruckend.

Wieder einmal nimmt Masterton historisch-mythologische Hintergründe und bastelt seine Geschichte so, dass diese den Kern bilden und dem Buch eine Duftnote von … ähm … Realismus verpassen, soweit man das bei einer Haunted House Story sagen kann. Oder sagen wir so, der mythologische Anteil des Buches ist überaus ansprechend und weckt Lust, sich näher mit dem Thema Druiden zu befassen.

Bemerkenswert eindringlich und stimmig ist das Haus selbst beschrieben, ein gewaltiger Kasten, den man selbst gern mal besichtigen würde. Nicht weniger bizarr und originell sind die in den Wänden verborgenen Insassen. Bösartig und – wenn man sich die Umsetzung als Film vorstellen mag – stark inzeniert. Wie gesagt, Masterton schafft es mit Leichtigkeit, intensive Szenen und originelle Bilder zu kreieren, die man als Leser ins Gehirn gepflanzt bekommt.

Die Protagonisten sind, auch eine von Masterstons Stärken, stinknormale Alltagsmenschen. Die Charaktere sind glaubwürdig und gut herausgearbeitet, ihr Verhalten passt zu ihrer Persönlichkeit und insgesamt kann man ihre Stärken und Schwächen gut nachvollziehen. Nicht für alle geht die Geschichte so aus, wie man als Leser sich das wünschen würde, aber damit kann man letzten Endes auch ganz gut leben, weil Masterton der Geschichte und ihrer inneren Logik treu bleibt – und das ist die Hauptsache.

Irre Seelen ist die Opera-Metal Variante der Haunted House Romane. Bombastisch, schnell und hart, aber überaus melodiös und flüssig. Schlicht und ergreifend ein fesselnder, unheimlicher, spannender Ausflug in die Abgründe des Wahnsinns. Im übrigen – vollkommen egal, ob der Roman jetzt in den US spielt, das Buch liest sich unverkennbar wie ein britischer, bzw. europäischer Roman. Ziemlich gut übersetzt, würde ich meinen, wenn dieser Eindruck bei der Lektüre erhalten bleibt, was einen nicht unbeträchtlichen Reiz der Romane von Masterton ausmacht.

Kurz gesagt:

  • Schnell
  • Spannend
  • Stimmig

Fazit: Ausgezeichneter Thrill. Lesenswert.


.

 

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Schlagwörter: Fantasy Festa Verlag Graham Masterton Horror Psychothriller Splatter

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