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[REZENSION]: Tad Williams: Das Herz der verlorenen Dinge

Posted on 13/11/201706/03/2025 By Alexander D.
Rezension

Inhalt: Osten Ard steht erneut am Scheideweg. König Simons und Herzog Isgrimnurs Kriegern ist es gelungen, das Elbenvolk zurück in ihre Hochburg in den Bergen zu drängen. Der Krieg scheint vorbei, aber das Töten dauert an. Die Sterblichen begnügen sich nicht mit ihrem Sieg, sie trachten danach, das Volk der Nornen gänzlich auszulöschen. Da verbreitet sich die Kunde, dass die uralte Nornenkönigin Utuk’ku gar nicht tot ist, sondern nur in einem todesähnlichen Schlaf liegt, von dem sie zurückkehren wird …

Originaltitel: The Heart of What was Lost; (c) 2017; Klett Cotta 2017; Seiten: 380; Übersetzung: Cornelia Holfelder-von der Tann

Cover: Tad Williams: Herz der verlorenen DingeRezension: Nach all den Jahren Wartezeit ist es eine unglaubliche Freude, wieder eine Roman aus Osten Ard zu lesen. Das für Tad Williams geradezu bescheiden dünne Büchlein schließt recht knapp an Der Engelsturm an. Dabei erzählt das Buch eine eigenständige Geschichte, die sogar abgeschlossen ist, keine Selbstverständlichkeit bei Willams.

Das Herz der verlorenen Dinge ist quasi die Vorbereitung auf die kommende Trilogie. Diese besteht aus den Büchern Die Hexenholzkrone 1, Die Hexenholzkrone 2 (im Original ist das ein einziger Roman, der aufgrund des enormen Umfangs hier auf zwei Bände gesplittet wurde), Das Grasland-Imperium, Die Kinder des Seefahrers. Dazu kommt ein weiterer, kürzerer Romane – The Shadow of Things to come (vorl. engl. Titel – das Buch ist noch nicht geschrieben!), der chronologisch vor dem letzten Band der großen Trilogie angesiedelt wird.

Es ist nicht notwendig, betont auch Williams in seinen Vorworten, Das Geheimnis der Großen Schwerter, die ursprüngliche Trilogie in 4 Bänden – (Der Engelsturm und Die Nornenkönigin sind im Original ebenfalls ein einziges Buch) gelesen zu haben.

Und tatsächlich, ich habe die ersten Romane bei Erscheinen gelesen und kann das bestätigen. Die historische Vorgeschichte wird in die Handlung eingestreut erläutert und man kennt sich schnell wieder aus. Überdies ist Das Herz der verlorenen Dinge ein nahezu intimer Roman, der sich einzig mit den Befindlichkeiten einer Armee und ihren Mitgliedern befasst, die hinter einer flüchtenden Truppe Nornen nach Norden ziehen, um die Bedrohung ein für alle Mal zu beseitigen.

Die Osten Ard Romane von Williams sind seine Meisterwerke. Der Stil ist großartig, die Geschichte ist spannend und tatsächlich etwas brutaler, als man sich zu erinnern meint. Die Bücher strotzen vor Detailreichtum, ohne dass Langeweile aufkommt – tatsächlich ist man am Ende des Romans davon überzeugt, dass das Buch gar nicht bündiger und kürzer zu schreiben war, weil man ein stimmiges, packendes Abenteuer erzählt bekam.

Die Charaktere sind komplex, Williams vermeidet Klischees und gewährt beiden Seiten den gleichen Raum, um ihre Sicht der Dinge darzulegen. Er liefert einige Überraschungen, die man so nicht kommen sieht und die Witz haben. Man schmeckt und riecht die Welt, die Hautfiguren, die Schauplätze.

Die Osten Ard Romane gehören mit ihrer Trilogie Das Geheimnis der Großen Schwerter zu den ersten episch ausladenden, monumentalen Fantasy-Zyklen, vor denen es kein Entkommen gibt. Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin und Das Rad der Zeit von Robert Jordan, die Sturmlicht-Chroniken von Brandon Sanderson und eben Tad Williams mit Osten Ard. Das sind, meiner Meinung nach, die Meilensteine, die Grundpfeiler der modernen Fantasy-Literatur, jene Werke, die als Messlatten dienen, um die Qualität der übrigen Zyklen einzuordnen. Das ist vielleicht etwas ungerecht, aber besonders die Trinität Williams, Martin, Sanderson (der das Werk von Jordan nach dessen Tod vollendete) zeichnet sich durch monumentalen Umfang und herausragende Qualität aus.

Es war tatsächlich eine große Freude, wieder nach Osten Ard zurückzukehren und zu wissen, dass es noch viel, viel, viel von dort zu lesen geben wird. Ich schätze Tad Williams sehr, aber diese Romane sind der Höhepunkt seines literarischen Schaffens.

Um die ultmiative Lobpreisung zu zitieren: »Dieses Werk hat mich inspiriert ›Game of Thrones‹ zu schreiben … es ist eine meiner liebsten Fantasyreihen.« George R. R. Martin über Das Geheimnis der großen Schwerter (Quelle)

Kurz gesagt:

  • mitreißend erzählt
  • ein epischer Zyklus
  • dicht und komplex

Fazit: uneingeschränkt empfehlenswert für Fans epischer Fantasy.


Tad Williams: Das Herz der verlorenen Dinge [Rezension] …


Osten Ard*:

Das Geheimnis der Großen Schwerter / Memory, Sorrow and Thorn:

— Der Drachenbeinthron / The Dragonbone Chair …

— Der Abschiedsstein / Stone of Farewell  …

— Die Nornenkönigin / To the Green Angel Tower,** Pt. 1 …

— Der Engelsturm / To the Green Angel Tower,** Pt. 2 …

— Der brennende Mann / The Burning Man; Novellette (unabhängig)  …

Der letzte König von Osten Ard / The Last King of Osten Ard:

— Das Herz der verlorenen Dinge (Prequel 1) …

— The Shadow of Things to Come (Prequel 2) …

— Die Hexenholzkrone 1 / The Witchwood Crown (1. Teil) …

— Die Hexenholzkrone 2 / The Witchwood Crown (2. Teil) …

— Das Grasland Imperium / Empire of Grass …

— Die Kinder des Seefahrers / The Navigator’s Children …

* Nach Vorgabe der Website von Tad Williams

**Die UK-Ausgaben tragen die alternativen Titel: To the …: Siege bzw. To the …: Storm


Cover: Tad Williams: Herz der verlorenen DingeCover: Tad Williams: Hexenholzkrone Bd. 1Cover: Tad Williams: Hexenholzkrone Bd. 2Cover: Tad Williams: Engelsturm Cover: Tad Williams: Nornenkönigin Cover: Tad Williams: Abschiedsstein Cover: Tad Williams: Drachenbeinthron


Der Beitrag [REZENSION]: Tad Williams: Das Herz der verlorenen Dinge erschien zuerst auf Kultplatz.net …


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Schlagwörter: Epos Fantasy Osten Ard Tad Williams Zyklus

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