[REZENSION]: J. L. Bourne: Tagebuch der Apokalypse 3

Inhalt: Die Erde, in naher Zukunft. Nach einer mysteriösen Infektionsepidemie, die sich aus China weiter in die USA ausgebreitet hat, haben sich die Menschen der Vereinigten Staaten in fleischfressende Zombies verwandelt. Unter den wenigen Überlebenden ist ein Mann namens Kilroy. Aufgrund seiner Erfahrung bekommt er nun einen streng geheimen Auftrag: Zusammen mit einer Handvoll Elitekämpfern wird er mit einem U-Boot nach China geschickt, um den Patienten 0 ausfindig zu machen und zu evakuieren. Eine Mission auf Leben und Tod beginnt …

J. L. Bourne: Tagebuch der Apokalypse 3

Cover Heyne: JL Bourne: Tagebuch der Apokalypse ...(OT: Shattered Hourglass, 2012) Heyne 08/2013; ISBN: 978-3-453-43633-6; Seiten: 495; Übersetzung: Ronald M. Hahn; Ausstattung: Taschenbuch

J. L. Bourne ist ein cleveres Kerlchen. Er hat erkannt, dass eine simple Zombiestory, wie es das Tagebuch der Apokalyose in Band 1 und Band 2* nun mal war, schön langsam an Spannung verliert. Also hat er der Geschichte eine drastische Wendung verpasst.

WTF? Die Richtung, in die Bourne das Buch gedreht hat, ist derzeit recht populär und beflügelt mit großer Wahrscheinlichkeit die Anhänger von Verschwörungstheorien, Paranoiker und alle Fans von Erich von Däniken. Bourne hat wirklich nichts ausgelassen.

Die entstandene Melange ist ein spannender, actiongefüllter, streckenweise ein wenig pathetischer Roman mit massenhaft Zombie-Action und oben genannten Beigaben. Dazu ein Schuß Millitary und wir haben einen rundum knackigen Thriller. Kann man nichts dagegen sagen, diese Elemente des Romans flutschen.

Sauer hingegen stößt bei der Lektüre die streckenweise deutlich durchschimmernde Geisteshaltung des Autors durch – Bourne ist ein US-Marine Offizier. Seine naturgegeben positive Haltung dem Waffenbesitz und diversen Tätigkeiten der US-Administration gegenüber verschleiert er im Roman so gut wie gar nicht, wirbt sogar um Sympathien dafür. Das mildert das Vergnügen beträchtlich. Sehr schade.

Tagebuch der Apokalypse 3 ist im Grunde unterhaltsame Lektüre, die dem Thema Zombie einen schrägen und unterhaltsamen Touch verleiht. Zwar ist das Ergebnis im Grunde ziemlich schwachsinnig (was egal ist, weil wir hier einen Zombie-Roman vorliegen haben), aber es heizt mit großem Unterhaltungswert Paranoia und Angst vor Verschwörungen an. Das ist bestens gelungen. Leider ist die amerikanisch-patriotische, politische Botschaft des Buches aufdringlich und nicht zu überlesen.

Kurz gesagt:

  • auf lässige Art bizarr
  • gut geschrieben und spannend
  • schrecklich propagantistisch

Fazit: hmpf

* Bei der Rezension zu Bd. 2 habe ich behauptet, es sei klar, wohin sich die Geschichte entwickle. Ätsch, reingefallen. Das hier habe ich nicht erwartet.


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