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Ausschnitt: Cover Heyne:: Stephen King: Revival

[REZENSION]: Stephen King: Revival

Posted on 19/04/201502/07/2026 By Alexander D.
Rezension

Inhalt: Der kleine Jamie spielt vor dem Haus mit seinen Plastiksoldaten, da schiebt sich ein dunkler Schatten über ihn, ein Schatten, den er sein Leben lang nicht loswerden wird. Er blickt auf und sieht Charles Jacobs über sich, den jungen Methodistenprediger, der in der neuenglischen Gemeinde gerade sein Amt antritt. Im Nu gewinnt der charismatische Jacobs die Herzen der gottesfürchtigen Einwohner. Den Kindern haben es vor allem die elektrischen Spielereien angetan, mit denen er Bibelgeschichten veranschaulicht. Das alles endet, als ihn ein entsetzlicher Unfall vom Glauben abfallen lässt und er eine letzte Predigt hält, die in einer rasenden Gottverfluchung gipfelt. Von der Gemeinde verstoßen, tingelt er fortan über die Jahrmärkte, wo er elektrische Experimente vorführt, die zunehmend spektakulärer werden. Und immer schrecklichere Folgen nach sich ziehen…

Inhalt

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  • Stephen King: Revival
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Cover Heyne:: Stephen King: RevivalStephen King: Revival

(OT: Revival, 2014) Heyne Verlag 2015; ISBN: 978-3-453-26963-7; Seiten: 511; Übersetzung: Bernhard Kleinschmidt; Ausstattung: Hardcover, Schutzumschlag

Kann man eigentlich von einem Alterswerk von King sprechen? Wenn ja, gehört Revival zusammen mit Mr. Mercedes , Doctor Sleep und besonders Joyland zur Hochblüte des älteren King, mit der er nahtlos an die frühen Jahre anknüpft, sie sogar in einigen Bereichen übertrifft.

Revival ist vordergründig eine Horrorgeschichte, die im Finale ihr wahres Gesicht zeigt – ob man diesen doch recht brutalen Stilbruch in Ordnung findet oder nicht, sei dahingestellt.

Was das Buch auf jeden Fall ist – eine Abrechnung mit Religion und Fanatismus. Die Geschichte eines Lebens mit all den Höhen und Tiefen. Der melancholische Abgesang eines alternden Mannes an Jugend, Virilität und Agilität.

Revival ist eine mitreißend erzählte Lebensgeschichte, die für ihre Leser ein paar sehr brutale Zwischenfälle parat hält. Der Roman ist ein wehmütig-melancholisch-nostalgisches „sich-abfinden“ mit dem Alter – das ist zwischen den Zeilen unverkennbar hervorzulesen.

Wie in den vorigen Büchern bekommt man auch hier den Eindruck, als würde der gute Stephen sein Alter aufarbeiten, versuchen, es zu akzeptieren. Das mag täuschen, aber es ist eine Empfindung, die der Roman bei mir hinterlässt.

Revival ist von den vorher angesprochenen Momenten abgesehen ein recht ruhiges Buch. Jamie, der „Held“ und Erzähler, bemüht sich um Sachlichkeit. Die meiste Zeit gelingt ihm das auch, erzählt er in einem leicht ironischen Ton die Geschichte seines Lebens. Zwischendurch gehen ihm immer wieder die Nerven durch, vor allem in Sachen seiner Nemesis Charles Jacobs.

Wie stets bei King ist das Zeitkolorit hervorragend, fühlt sich überaus echt an und trägt enorm zum befriedigenden Lesegefühl bei. Auch hier hegt er eine Vorliebe für vergangene Jahrzehnte, was irgendwie zum Gesamteindruck des alternden Melancholikers passt, der die Zeit seiner Jugend wiedererlebt.

Revival ist bei weitem keine horrende Geschichte. Die Horror-Elemente sind … hm, nennen wir sie handzahm, so manche TV-Serie dieser Tage ist in dieser Hinsicht bedeutend packender und schweißtreibender. Mainstream-Horror, oder vielleicht auch altersbedingt gemildeter Schrecken, das ist es, was King für uns parat hält.*

Nicht falsch verstehen – es ist genau das, was zu dieser Geschichte passt und was sie zu einem Lesevergnügen macht! Das ist Onkel Stephen, der im Ohrensessel sitzt und uns eine Kaminfeuer-Erzählstunde spendiert, wohlig warm, vertraut, lieb gewonnen.

Oder so.

Wie eingangs erwähnt, fällt das Finale etwas aus der Rolle. Hier greift er tief in die schwarze Truhe des Schreckens und holt ein paar surreale Absonderlichkeiten hervor, die den früheren Meisterwerken gerecht werden – obwohl, dass ist auch unübersehbar – der Schrecken seltsam vertraut erscheint. Der atemberaubende Revoluzzer, der seinen Lesern taufrische Originalitäten ins Gesicht geschleudert hat, ist hinter den Mann, der mit altersbedingter Vorsicht seine Mittel des Schreckens wählt, zurückgetreten.

Wiederum – das ist nicht negativ. Es passt perfekt. Ich erwarte von King keine Revolution des literarischen Schreckens. Ich erwarte … Mr. Mercedes, Doctor Sleep, Joyland, Revival. Teufel, auch ich bin älter geworden, seit ich das erste Mal einen Roman mit seinem Namen am Umschlag in die Hand genommen habe.

Revival ist erstklassige Literatur für Nostalgiker und für Fans von Stephen King. Es ist ein wunderschön zu lesendes, milde gestimmtes Alterswerk eines Autors, der uns eine tadellose Geschichte zur gefälligen Lektüre anbietet.

Der Autor, der den Schrecken des Alltags salonfähig gemacht und einer Unzahl von Autoren-Kollegen den Weg geebnet hat, zeigt mit seinem Spätwerk, wie man sich Jahrzehnte später mit Eleganz, Können und wohldosiertem, punktuellen Schrecken immer noch an der Spitze hält.

* Oder: Man liest ganz einfach, wem er das Buch gewidmet hat – er betont besonders Arthur Machen.

Kurz gesagt:

  • melancholisch
  • literarisch
  • klassich

Fazit: sehr schöner Roman eines großen Autors



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Schlagwörter: Horror Phantastik Psycho Stephen King

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