[REZENSION]: David Brin: Existenz

David Brin: Existenz

Inhalt: Es gibt Milliarden von Planeten im Universum, auf denen Leben möglich ist. Sogar intelligentes Leben. Aber wo ist dieses Leben? Machen Zivilisationen immer wieder dieselben Fehler? Und wie ist es mit unserer Zivilisation? Als im Orbit merkwürdige Kristalle entdeckt werden, die auf außerirdisches Leben hindeuten, werden all diese Fragen plötzlich akut: Denn wenn es einer Spezies gelungen ist, so lange zu überleben, könnte es ihr auch gelungen sein, das Geheimnis unserer Existenz zu lüften. Das Geheimnis, warum es etwas gibt und nicht nichts. Und dann stellt sich eine weitere Frage: Welche Macht verleiht uns dieses Wissen?

David Brin: Existenz

(OT: Existence, 2012) Heyne 11/2012; ISBN: 978-3-453-52993-9; Seiten: 893; Übersetzung: Andreas Brandhorst; Ausstattung: Trade-Paperback

Existenz ist ein monumentales Epos über eine mögliche Zukunft, komplex, verschachtelt, eine unbedingte Herausforderung beim Lesen und ein meisterhafter Roman. Was die Entwicklung unserer Welt anbelangt, sind die Visionen in diesem Buch einen Tick extremer als sie in Cyberabad von Ian McDonald waren und eine Note mehr technisch als jene von Bacigalupi in Biokrieg.

Existenz ist großes Kino, das den Leser auch hinaus in den Weltraum bringt – auf andere Art und Weise, als man erwarten würde. Faszinierend ist ebenfalls, das nicht alle Protagonisten auch solche bleiben, wenn die Geschichte immer wieder Sprünge in der Zeit macht.

Beängstigend ist die Form von Virtualität, die Brin uns im Buch vorführt und die sich als die Google-Brille in der über-über-übernächsten Generation darstellt und das hat einige überaus unangenehme Nebeneffekte, bei aller Faszination für Technik und Fortschritt.

Existenz ist ein wuchtiges, beeindruckendes Epos, ein Roman, der für sich alleine steht – ABER: Er ist, in einer kleinen, nicht unbedeutenden Nebenhandlung auch der Quell dessen, was wir als das Uplift Universum des Autors kennen, also die Romane Sonnentaucher, Sternenflut, Entwicklungskrieg sowie die zweite Trilogie, die als Goldmann Taschenbücher unsinnigerweise auf sechs Bände aufgesplittet wurde.

Kein Leser braucht die Bücher des Uplift-Universums zu kennen, um Existenz in vollen Zügen genießen zu können, es stellt allerdings ein großes Vergnügen dar, dieses Element zu erkennen. Oh, keine Sorge, der Hinweis auf das Uplift-Universum ist kein Spoiler, ein gewisser Verdacht diesbezüglich regt sich bei der Lektüre des Romans ohnehin bald.

Auf all die politischen, philosophischen, die Menschheit betreffenden Fragen einzugehen, die das Buch aufwirft, ist im Rahmen einer kurzen Rezension wie dieser ziemlich sinnlos. Es genügt vielleicht der Hinweis, dass das Buch sehr viele Themen anschneidet, Fragen aufwirft, Lösungsvorschläge bietet oder naturgemäß auch nicht.

Existenz ist kein Roman, den man einfach so mal schnell runterliest, sondern ein Buch, das Aufmerksamkeit fordert, fesselt und seine Zeit braucht. Ein großartiges Werk, dessen Lektüre allemal lohnend ist.

Kurz gesagt:

  • komplex
  • faszinierend
  • spannend

Fazit: meisterhafter Roman


 

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