[REZENSION]: Harlan Ellison: Ich muss schreien und habe keinen Mund

Ich muss schreien und habe keinen Mund von Harlan EllisonInhalt: Zwanzig Erzählungen von Harlan Ellison aus allen Perioden seines Schaffens, darunter absolute Höhepunkte wie die Titelstory, zeigen die ganze Bandbreite dieses Autors, seinen unvergleichlichen Stil und wie weit er mit manchen Texten seiner Zeit voraus war. Zum wiederentdecken und neu kennenlernen.

Harlan Ellison: Ich muss schreien und habe keinen Mund

Heyne Paperback 08/2014; ISBN: 978-3-453-31557-0; Seiten: 670; Übersetzung: diverse; Ausstattung: Klappbroschur; Vorwort von Sascha Mamczak

Der Mann, der aus seinem Namen eine registrierte Trademark gemacht hat, ist ein genialer Erzähler. So wenig geläufig sein Name bei uns auch sein mag – Ellison schreibt eigentlich nur Erzählungen und die haben bedauerlicherweise einen schwierigen Stand bei uns – viele seiner Geschichten sind ein Begriff, selbst wenn man den Schöpfer nicht unbedingt kennt. Hier ist die Chance, den Geist hinter dem Text zu entdecken.

Ellison war in manchen Belangen seiner Zeit voraus. Seine Geschichten sind zum Großteil sehr schwer bis unmöglich einem Genre zuzuordnen, weil total bizarr und mit einer gehörigen Portion “what the fuck” Faktor ausgestattet. Das, was sich heute als Bizarro bezeichnet wurde und wird von Ellison so richtig vorgeführt. Sehen wir vielleicht von Carlton Mellick III ab, stinken die modernen Bizarros gegen ihren Vorvater so richtig ab.

Der Band versammelt absolute Klassiker – Ein Junge und sein Hund, eine seltsame postapokalyptische Story über einen Jungen und seinen telepathischen Köter. Aus der Erzählung wurde 1975 ein noch seltsamerer Film mit Don Johnson in einer seiner frühesten Rollen.

“Bereue, Harlekin”, sagte der Ticktackmann, eine bizarre Zukunftsvision einer kontrollierten, genormten Welt und dem einen Sandkorn im Getriebe. Jeffty ist fünf, eine horrende Geschichte über einen Jungen;  Die Stadt am Rande der Welt zeigt, wie blutig und brutal Ellison zu einer Zeit sein konnte, als das keine Selbstverständlichkeit war, Mephisto in Onyx, Ich muss schreien und habe keinen Mund, usw…, berühmte Werke, die einmalig in Stil und Ideenreichtum sind. Ellison hat zahllose Autoren beeinflusst, Leute wie Dan Simmons weisen ihm die “Schuld” zu, überhaupt eine Schriftstellerkarriere begonnen zu haben.

Ellison hat auch bei diversen TV-Serien als Berater und Autor mitgewirkt – Babylon 5, Twilight Zone und er hat eine der besten Episoden von Star Trek Classic geschrieben – The City on the Edge of Forever. Er hat sich immer wieder mit Hollywood angelegt und nahezu immer gewonnen – so auch gegen James Cameron, der sich bei seinem Terminator sehr von Ellison hat inspirieren lassen. Er hat Filmproduktionen stoppen lassen, seinen Namen zurückgezogen, geklagt – kurz, Harlan Ellison ist ein kluger, streitbarer Geist und seine Erfolge haben ihm Recht gegeben.

Wer sich für all dieses Brimborium absolut nicht interessiert bekommt immer noch Sammlung hervorragend geschriebener, stilsicherer Erzählungen voll ungewöhnlicher Inhalte vorgesetzt, die nichts weniger als uneingeschränkt lesenswert ist.

Harlan Ellison gehört zu den größten Literaten der letzten hundert Jahre, ein literarischer Superstar in der englischsprachigen Welt, der hier zu Unrecht kaum bekannt ist.

Kurz gesagt:

  • literarisch anspruchsvoll
  • inhaltlich außergewöhnlich
  • berühmt und einflußreich

Fazit: eine Sammlung wertvoller Literatur


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