[REZENSION]: Arthur Gordon Wolf: Katzendämmerung

Inhalt: Es gibt Geheimnisse, die besser für alle Zeiten im Verborgenen bleiben. Zu dieser Erkenntnis gelangt der Fotograf Thomas Trait jedoch etwas zu spät. Hals über Kopf verliebt er sich in eine junge und überaus attraktive Übersetzerin antiker Schriften. Natascha hat jedoch nicht nur einen ungewöhnlichen Beruf – etwas Mysteriöses, ja Düsteres, scheint ihr anzuhaften; wild und bedrohlich. Doch es sind gerade diese Schattenseiten, die sie für Trait noch anziehender werden lassen. Als er versucht, das Geheimnis seiner Geliebten zu ergründen, bezahlt er einen hohen Preis. Und der Tod ist nicht das Ende …

Arthur Gordon Wolf: Katzendämmerung

Luzifer Verlag 2013; ISBN: 978-3-943408-15-7; Seiten: 670; Ausstattung: Paperback, Klappbroschur; Buch beim Verlag: hier

Arthur Gordon Wolf hat mit seiner Romantrilogie – eigenlich ein einziger Roman – ein kleines Meisterstück in Sachen Stimmung vollbracht, das muss man ihm neidlos zugestehen. Die Balance zwischen Düsternis, Trübsinn, und morbider Erotik entgleitet ihm kein einziges Mal, ganz egal, in welcher Epoche oder an welchem Ort die Handlung gerade angesiedelt ist. Der Autor hat seine Stoff souverän im Griff.

Von einigen Szenen abgesehen, die in der Vergangenheit angesiedelt sind, kommt die Geschichte mit erstaunlich wenigen Personen aus. Dieses – sagen wir mal vorsichtig – Kammerspiel, hat seinen ganz eigenen Reiz. Es bleibt mehr als genug Raum und Zeit, die Protagonisten nahezu intim kennenzulernen – oder zumindest sollen wir das denken: Der Leser erfährt die ganze Geschichte aus der Sicht des Erzählers, und der unterliegt doch dem einen oder anderen Irrtum.

Katzendämmerung ist ein sehr langer Roman – mag das Werk ursprünglich auch in einzelen Bänden erschienen sein, erzählt das Buch doch eine einzige, durchgehende Geschichte, die jedem Leser mit einer Affinität zur ägyptischen Mythologie einen ganz eigenen Kick verpassen wird. Die Ausflüge ins Ende des 19. Jahrhunderts in Ägypten spielenden Szenen gemahnen im positiven Sinn an dramatischen Hollywoodkitsch der Klassiker – irgendwas episches mit jemandem wie Elizabeth Taylor oder Grace Kelly. Eben ein Bombast, der im Grunde eine intime, sehr persönliche Geschichte über einige wenige Schicksale erzählt.

Was ich persönlich sehr witzig finde, ist die Zeit, in der Arthur Gordon Wolf den Hauptstrang seiner Geschichte angesiedelt hat – 1991. Das Retro-Gefühl ist ein durchaus eigenes Stimmungselement. Über die Belichtung von Filmen in Fotoapparaten zu lesen ist schon beinahe schockierend altmodisch – dabei ist das noch gar nicht so lange … naja, lassen wir das.

Ach ja, die Erotik in dem Roman … hallo, Herr Wolf, ganz schön anturnend zwischendurch, alle Achtung. Von geiler Eleganz. Und ein todschicker Kontrast zu den eher blutigen Elementen, die überraschend dezent, aber geschickt und ziemlich wirkungsvoll daherkommen.

Katzendämmerung ist ein sehr schön geschriebenes Horror-Epos, stilsicher und sehr stimmig. Der ideale Roman, um sich an trüben Tagen ins Bett zurückzuziehen und der Lektüre hinzugeben. Wer auf Gore aus ist, dem wird das Buch nicht unbedingt zusagen, aber Leser, die gepflegten, eleganten Horror mit stark erotischen Elementen schätzen, kommen voll auf ihre Kosten.

Kurz gesagt:

  • stimmig
  • erotisch
  • episch

Fazit: absolut lesenswert


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