[REZENSION]: Greg F. Gifune: Die Einsamkeit des Todbringers

Inhalt: Gepeinigt von Kindheitserinnerungen, lebt Dignon Malloy allein mit seinem Kater Mr. Tibbs in einer namenlosen Stadt. Eines Tages kauft er ein abgegriffenes Buch mit dem Titel Mystische Wesen in einer sterblichen Welt. Im Innern steht der Name Bree Harper und eine Telefonnummer. Soll er die Unbekannte anrufen?
Als Dignon schließlich die hübsche, doch rätselhafte Bree kennenlernt, wird ihm klar, dass er das Buch nicht zufällig gefunden hat. Sein Leben ist viel komplexer, als er es sich jemals vorstellte – und seine Rolle in diesem Universum viel tödlicher.

(OT: Blood in Electric Blue, 2009) Festa 2011; ISBN: 978-3-86552-098-2; 252 Seiten; Übersetzung: Michael Weh; Ausstattung: Taschenbuch, Kurzbio;

Cover Festa: Greg Gifune: Einsamkeit TodbringersRezension: Wer dachte, die Blutiges Frühjahr sei ein melancholischer, dunkler Roman, der soll sich mal dieses Buch vornehmen. Meine Güte, das ist ein düsteres, depressive Stimmung verbreitendes Buch, bemerkenswert. Und es ist ein wunderschönes, trauriges Buch, zeitlos und tragisch.

Auch hier ist ein Mann, der die vierzig knapp überschritten hat, die Hauptfigur. Jemand, der eigentlich keinen Sinn mehr in seinem Leben hat, vereinsamt und einer dieser merkwürdigen alleine lebenden Menschen geworden ist, deren bester Freund eine Katze ist.

Die Katze, schwarz, trägt den Namen Mr. Tibbs, ein netter Gag, den Gifune später im Buch leider selbst erklärt. (Ich glaube, die Anspielung versteht man nur, wenn man ungefähr das Alter des Protagonisten hat – oder man mag alte Filme.)

Gifune versteht es meisterhaft, das verworrene und unglückliche Leben von Dignon zu schildern. Er lässt die Leser die Einsamkeit spüren und in dem diffusen Nebel dieses Lebens, nein, dieser Existenz, sind die schwarzen Wolken unübersehbar, die sich immer dichter über Dignon ballen.

Man bangt geradezu, wie ungeschickt und peinlich wohl die erste Begegnung von Dignon mit Bree werden wird und es kommt auch schlimm – aber anders als erwartet. Gifune ist ein großartiger Erzähler und schaffft es mit Leichtigkeit, die Erwartungen zu unterlaufen.

Dafür lässt er das mystische, übernatürliche und surreal-unheimliche Element des Buches langsam die Oberhand gewinnen und weckt damit neue Ängste. Herrje, ich will nicht, dass das geschieht, wonach es aussieht, ich will nicht auch noch diese Probleme auf Dignon abgeladen sehen.

Doch Gifune ist freundlich gnadenlos und drängt seinen armen Protagonisten in eine Richtung, in der die Sache nur noch schlimmer werden kann. Und das Schlimmste daran – es kommt schlimmer, als man meinen möchte. Nicht einmal den wenigen Sex, den Dignon hat, darf er glücklich erleben. Das ist alles überaus deprimierend.

Leute auf Antidepressiva sollten das Buch vielleicht lieber nicht lesen. Alle anderen werden mit einem wunderbaren, düster-melancholischen Phantastik-Thriller belohnt. Gifune hat eine ganz eigene Stimme.

Die einzige Sorge, die er mir bereitet ist der Umstand, das in den beiden bisher erschienen Büchern der jeweilige Protagonist ein wenig fröhlicher Mann ist, der etliche Schwierigkeiten mit sich selbst hat. Beide Helden, um sie so zu nennen, sind in meiner Altersgruppe. Unlängst war ich ein paar Tage im Spital und kämpfe noch mit den Nachwirkungen. Könnte Gifune daran Schuld sein?

Kurz gesagt:

  • wunderschöne Tristesse
  • sehr gute Geschichte
  • sehr eigenwilliger Autor

Fazit: Gifune ist absolut lesenswert


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