[TRAILER]: Solo – A Star Wars Story

Poster: Solo - A Star Wars StoryDa ist er also, der Film, der so viele Probleme mit seinen Regisseuren Lord & Miller hatte, dass diese durch Ron Howard ersetzt wurden. Um es mal vorsichtig so zu formulieren, man sieht es. Ron Howard ist ein sehr zuverlässiger Handwerker, aber ein sehr konservativer Regisseur. Er kreiert sehr schöne Bilder – Solo hat einige richtig schöne Aufnahmen und einige sehr schicke Elemente – der Zug zum Beispiel. (wenngleich diese Szene, so ich mich nicht irre, wirkt, als wäre sie vom Zugüberfall in Firefly abgekupfert). Aber Howard ist zugleich vollkommen unaufregend. Er nimmt immer die Standard-Einstellungen, wählt die klassischen Perspektiven.

Das zeigt sich deutlich bei den Einstellungen, die wie ein Western inszeniert sind, Hand und Waffe im Zentrum des Bildes. Ist ja ok so, gehört sich auch für einen Western, aber Howard wird das in Standards auflösen. Auch der Zug – tolles Ding, nochmal, der Überfall auf den fahrenden Zug ist einfach aus Firefly übernommen – jedenfalls der Zug rast auch direkt auf die Kamera zu, fährt rechts daran vorbei, während die Kamera im rechten Winkel bleibt. Das ist … 08/15.

Natürlich würden sich dann die Hardcore-Fans aufregen, dass das in einem Star Wars Film so zu sein hat. Ha, es ist ein Story-Film, das wäre eigentlich das ideale Experimentierfeld. Aber nein, da hat Lucasfilm schon Rogue One ausgebremst (umschneiden, neu drehen, die Sirenen/Kriegsfilmstimmung aus dem 1. Trailer entfernen, etc …).

Was nun den Hauptdarsteller angeht – jeder andere Schauspieler hat mehr Präsenz als Alden Ehrenreich. Sein Han Solo kommt im Trailer nicht im Ansatz sympathisch rüber. Donald Glover als Lando Calrissian ist sehr cool, Emilia Clarke wie gewohnt herrschaftlich, Woody Harrelson wirkt wie immer ein wenig gefährlich. Und Han Solo ist ein Möchtegern mit zu großem Pelzmantel. Herrje. Vielleicht wirkt er im Film besser, vielleicht zeigt der Film eine Entwicklung des arroganten Deppen zum gewieften Schmuggler, mag sein. Aber wenn die Hauptfigur im Trailer bar jeglicher Persönlichkeit erscheint, dann ist das nicht sonderlich vielversprechend.

Lawrence Kasdan, der Drehbuchautor, war Co-Autor (neben der großartigen Leigh Brackett) bei Episode V (Das Imperium schlägt zurück), Autor von Episode VI (Die Rückkehr der Jedi-Ritter) und Episode VII (The Force Awakens). Er hat den 1. Indiana Jones geschrieben, Western wie Silverado und Wyatt Earp (beide schick und etwas langweilig), den unerträglichen Schmus Bodyguard (Kevin Costner, Whitney Houston) – und Dreamcatcher, eine ehe schlechte Verfilmung eines Stephen King, bei der er auch als Regisseur verantwortlich war.

Kasdan ist ein großer Name, dessen letzter wirklich erfolgreicher Film Anfang der 1990er Jahre entstand (Bodyguard, 1992) – und dann eben The Force Awakens, dessen Erfolg eher nichts mit dem Autor zu tun hat.

Aber nun, es ist Star Wars und der Film wird eine Scheißeladung voll Geld einspielen und Lucasfilm/Disney haben noch ein paar Jahre, in denen sie Star Wars mit langweiligen, einzig und allein auf Massentauglichkeit zugeschnittenen Streifen, bar jeglicher Einzigartigkeit und damit geradeheraus uninteressanten Filmen, in Grund und Boden fahren können.



Eigenwerbung: DingeDesAlltags.com; JohnAysa.net


 


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