[REZENSION]: Claudia Rapp (Hrsg.): Lückenfüller – Eine Tentakelporn-Anthologie

Lückenfüller – Eine Tentakelporn-Anthologie

Basisdaten: Originaltitel: Lückenfüller – Eine Tentakelporn-Anthologie; Amrun 2016; Seiten: ca. 300; Ausstattung: eBook, Hardcover, lim. 333 Exemplare; Buch beim Verlag: hier

Inhalt:

Lovecraft ist tot, aber sein vielarmiges Monster Cthulhu ist lebendiger denn je.
Das grausige alte Wesen aus der Tiefe regt sich überall da, wo man nicht mit schleimigen Tentakeln rechnen würde – selbst im amerikanischen Wahlkampf mischt Cthulhu munter mit.
Auch unsere Autoren haben sich von ihm in einen Abgrund aus Horror und Schrecken, Lust und Leidenschaft, Ironie und Körperflüssigkeiten ziehen lassen.
Also taucht mit uns ab in glitschige Welten jenseits des guten Geschmacks, denn dieses Buch steckt voll praller Tentakelgeschichten, mal dreckig, mal fies, mal witzig – und fast immer mit einem Augenzwinkern.
Der perfekte Lückenfüller eben …

Rezension:

Unter den beteiligten Autoren finden sich Namen wie Simona Turini, Torsten Exter, Markus Kastenholz, Thomas Williams u.a. … nicht unbedingt Leute, bei denen man meint, dass sie davor zurückschrecken, ins Eingemachte zu greifen und das Gekröse ins Freie zu zerren.

Cover: Lückenfüller - Tentakelporn-AnthologieLückenfüller ist eine Überraschung. Wer jetzt meint, seine Hentai-Fantasien hier bedient zu bekommen, ist schief gewickelt. Als Porno-Anthologie funktioniert der Band nicht zwingend – da halten sich die meisten Autoren zurück. Wohl aber ist das, was man hier findet, streckenweise saukomisch! Lückenfüller ist ein sehr lustiges Buch – in der Beziehung hin waren etliche Geschichten Spitze!

Komischer Cthulhu wäre ein passender Titel gewesen. Von sachtem Schmunzeln zur Groteske zum Schenkelklopfer reicht die Bandbreite des gelieferten Humors – da kann der Sexquotient nicht mit. Die Autoren finden erstaunlich viel komischen Kram in Sachen Cthulhu und Lovecraft. Und selbst wo man die Sache mit dem Tentakelporn tatsächlich durchzieht – die Story von Markus Kastenholz – siehe meine  Rezension von Suizid Blues – ist mir da besonders hängengeblieben – hat sich ein Gleichgewicht des Schreckens eingestellt. Erregung, Ekel und Humor sind hier zu beinahe gleichen Teilen untrennbar ineinander verflochten. Ich bin mir nicht sicher, wie man DAS sexuell anregend finden kann …

Das Büchlein ist tatsächlich ein Lückenfüller. Die Geschichten lesen sich durchwegs solide geschrieben, präsentieren sehr witzig, teils auch überaus skurrile Ideen und haben allesamt ein hohes Lesetempo. Die eine oder andere müde Ausnahme ist vorhanden, aber das stört kaum, das Buch ist eindeutig eine der besseren Anthologien.

Lückenfüller ist Spaß für zwischendurch. Abwechslungsreich und komisch. Tentakelporn ist es nur bedingt.

Kurz gesagt:

  • sehr komisch
  • sehr abwechslungsreich
  • pornografisch bescheiden

Fazit: kurzweilig und lustig


Claudia Rapp (Hrsg.): Lückenfüller [meine Rezension] als eBook bei Amazon, als limitiertes Hardcover beim Verlag …

Markus Kastenholz: Suizid Blues [meine Rezension] als eBook und Taschenbuch bei Amazon …


Der Beitrag [REZENSION]: Simone Rapp (Hrsg.): Lückenfüller – Eine Tentakelporn-Anthologie erschien zuerst auf Kultplatz.net


.