[BUCHTIPP]: Alan Dean Foster: Alien: Covenant (plus Rant)

Cover: Alien Covenant, Alan Dean FosterDER ROMAN ZUM FILM.

Warum ist das ein Tipp? Weil der Roman von Alan Dean Foster (Website) ist. Der Mann ist Autor großartiger Science Fiction (Zyklus des Homanx Commonwealth, die Pip und Flinx Romane). Er ist der Autor sehr komischer Fantasy (Bannsänger-Zyklus).

Er hat sämtliche bisherigen Romane zu den Alien-Filmen geschrieben und dabei jedes Mal noch ein richtig spannendes Buch mit einem beträchtlichen Mehrwert an Handlung und Information abgeliefert.

Foster hat unzählige Filmromane in allen Genres geschrieben. Krull, John Carpenter’s The Thing, Pale Rider (Western), Kampf der Titanen, Das schwarze Loch, Outland (Space-Western), Alien Nation, John Carpenter’s Starman, Chroniken von Riddick, Transformers 2, Star Trek, Star Trek: Into Darkness, Star Wars: The Force Awakens … ach ja, und der Roman zu Star Wars: A New Hope, der einstmals ganz simpel nur Star Wars / Krieg der Sterne hieß und auf dessen Buchcover bis heute George Lucas als Autor steht – da war A.D. Foster dessen Ghostwriter.

Der Mann hat seit 1972 exakt 130 Romane verfasst. Er kann gute und unterhaltsame Geschichten schreiben. Ich habe selbst im Lauf der Jahre zahllose Romane zu Filmen gelesen – sehr viele davon von Foster, dessen Filmromane ich lange Jahre gesammelt habe (und nicht mehr besitze) – und die besten Werke waren manchmal sogar besser als die Filme! Es gibt und gab einige gute Autoren, die es verstanden haben, die Romanumsetzung zu etwas Eigenständigem zu machen.

Daher nervt es etwas, wenn man auf Amazon Gemecker von Leuten liest (nicht unbedingt zu diesem Buch), die selbst keinen geraden Satz zu schreiben in der Lage sind, sich aber darüber beschweren, das Buch und Film Unterschiede aufweisen oder die Romane holprig geschrieben seien. Diese, hm, Rezensenten, haben schlicht nicht begriffen, was ein Buch zum Film ist und wie es entsteht.

Der Autor schreibt den Roman nach dem Drehbuch. Soll er den Roman etwa schreiben, wenn der Film fertig ist? An manchen Streifen wird noch eine Woche vor Kinostart gearbeitet – wie bitte sollte das funktionieren? Quatsch. Es gibt ein Drehbuch. Die Studios sind professionell genug, die Romanlizenz so rechtzeitig anzubieten, dass ein Autor aus dem Drehbuch einen Roman erstellen kann.

Das Drehbuch ist schließlich und endlich die Grundlage für alle Medien, die rund um das Filmwerk entstehen. Am Anfang steht das Drehbuch. Ohne Drehbuch keine Dreharbeiten. Das Drehbuch ist die Ausgangsbasis, die Arbeitvorlage für den Regisseur. Es wird in Drehtage und Szenen aufgeteilt, die einem logistischen Sinn folgen und nicht chronologisch gedreht werden. Also ein riesiger Sauhaufen, der erst am Schneidetisch – heute am Rechner – zum Film wird.

Der fertige Film stimmt so gut wie nie mit dem Drehbuch überein. Theorie und praktische Umsetzung. Idee und Möglichkeiten vor Ort. Gedankenspiel und Technik, die zur Verfügung steht. Beherrscht der Autor des Buch zum Film sein Handwerk, fügt er auch ein mehr an Informationen hinzu, als der Film sie bieten kann. Schneidet der Regisseur eine Szene, fügt eine andere hinzu – der Anschluss stimmt nicht, der Rhythmus wird gestört, es sieht einfach nur Scheiße aus, oder verlangen die Produzenten eine Umstellung der Szenen – mehr kommerziell, jugendfreier – es gibt hunderte Gründe, warum der Film anders als das Drehbuch gerät, so wird der Roman anders ausfallen. Er ist die Erweiterung des Drehbuchs und kommt dem am nächsten, was die Autoren des Films erdacht haben.

Einwurf: Filme werden von Autoren geschrieben, nicht von den Regisseuren. Außer diese agieren auch als Drehbuchautoren. Der Regisseur ist derjenige, der für die erfolgreiche Umsetzung des Drehbuchs, für die Leistung der Darsteller, für die Ausstattung und für hunderte andere Details verantwortlich gemacht wird. Er hält den Kopf für all diese Dinge hin und so ist es nur natürlich, dass er dem Werk seinen eigenen Stempel aufdrückt – wenn er schon dafür kritisiert oder gelobt wird, dann soll es auch bitte seine Handschrift sein … selbst wenn es der Produzent ist, der im Hintergrund Scheiße baut, kommt der Regisseur ins Kreuzfeuer der Kritiker.

Deshalb wird auch der Schnitt möglichst so sein, wie der Regisseur ihn haben will, ganz egal, wie die Szenen und der Ablauf im Drehbuch aussehen. Damit wird aber auch der Regisseur quasi zum Autor in anderer Form. So gibt es dann am Ende drei Autoren, die ein und dieselbe Geschichte aus persönlich gefärbter Sicht erzählen. Drehbuchautor, Romanautor, Regisseur. Das kann nie und nimmer deckungsgleich sein. Liegt in der Natur der Sache und an der Erzählweise.

Was nun die Übersetzung angeht – die Bücher müssen innerhalb so kurzer Zeit übertragen werden, da liest sich selbst jemand, der geschmeidig schreiben kann holprig, wenn keine Zeit für ordentliche Korrekturarbeiten bleibt. Wird schon der Autor oft relativ knapp mit seinem Werk fertig, rechtzeitig genug, damit der Verlag das Buch rund um den Filmstart in den Läden hat, so muss der Übersetzer durch den Text hetzen. Das dabei die Qualität der Übersetzung leidet, ist aufgelegt. Das passiert einfach. Natürlich spielen da noch andere Faktoren eine Rolle – die Erwartungshaltung des Verlages an den Roman und je nachdem seine Bereitschaft, eine finale Korrektur zu bewilligen, etc …

Wenn man was angiften will, dann das dahinter stehende System, das unter Druck arbeitet. Aber den Autor anzugiften für eine schlampige Übersetzung, das ist in meinen Augen schlicht und ergreifend unsinnig. Dafür kann der Autor nun gar nichts.

Alien: Covenant scheint diesbezüglich sehr ordentlich geraten zu sein. Die ersten Seiten zeigen schon das, was Foster ausmacht. Dinge zu schildern, die der Film unmöglich transportieren kann – Gedanken und Empfindungen. Das erste Kapitel ist in kurzen, abgehackten Sätzen geschrieben – weil es zum Moment und zur Figur passt. Kapitel 2 geht dann in eine ausgefeiltere Sprache über, weil es zur Figur passt. Was der Regisseur durch Schnitte und Einstellungen in Bildern erzählt, transportiert der Autor durch passend konzipierte Wortfolgen.

Sicher, ein Roman zum Film erhebt keinen Anspruch darauf, ein stilistisches Meisterwerk zu sein. Er ist zur Unterhaltung geschrieben, um Geld zu machen und vielleicht auch noch, so der Autor gut ist, um den Film um Informationen zu ergänzen, die nicht gezeigt werden können beziehungsweise aus der veröffentlichten Version entfernt wurden. Der Roman zum Film ist ein Beiprodukt. Im Fall von Alan Dean Foster ist solch ein Roman aber ein eigenständiges, gut verfasstes Beiwerk, eine Nachschau, ein Begleittext, eine Vorschau, eine Erweiterung. Ganz, wie man will.

Und darum ist sein Roman zu Alien: Covenant der Buchtipp. Das Buch liegt daheim, wartet darauf, gelesen zu werden. Ehrlich gesagt schwanke ich noch, ob ich zuerst den Film oder den Roman goutieren soll. Mal schauen …

Alan Dean Foster: Alien: Covenant [Rezension folgt] bei Amazon als Print und eBook

Dazu passend: Alien Colouring Book … recht günstig als Paperback bei Amazon …


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