Mutant Chronicles
UK 2007; 1.85:1; ca. 105min R: Simon Hunter; B: Philip Eisner; D: Thomas Jane, Ron Perlman, Devon Aoki, Sean Pertweee, Benno Fürmann, John Malkovich Bonus: behind scenes
Dieser Film ist ein Rücksturz in die 80er Jahre, als in den kleinen Kinos all der Trash und Ninja Müll gezeigt wurde, den sich pubertierende minderjährige Jungs reingezogen haben, wenn sie gerade mal nicht mit wichsen beschäftigt waren. Science Fiction, Horror, Endzeitfilme, Fantasy, alles trashig und pure Videoware, die bis Mitte der 90er Jahre jede gut bestückte Videothek bevölkert hat. Sehr viel Spass, wie er heute (Achtung, ein wahres Klischee!!) in dieser Form nicht mehr existiert.
Die Besetzung fasziniert: Gut, Ron "Hellboy" Perlman spielt so ziemlich jeden Schrott. Aber was macht John Malkovich hier? Ein knapper 3min Auftritt? Warum? Dann wäre das Sean Pertwee, schnörkellos, stark präsent, exzellent wie immer, wenn er einen Gastauftritt mit blutigem Ende abliefert. Nunja, Thomas Jane glaubt wohl, seine steinerne Leermiene sei Schauspiel und Benno Fürmann, hä?
Die Vorlage, ein Rollenspiel, habe ich nie gespielt. Der Drehbuchautor hat einen coolen Film geschrieben, der von seinem Regisseur zum Teil verbockt wurde: Event Horizon. Der Film ist billig, die Effekte ebenfalls. Klingt doch nach wunderbarem Trash!!!
ACHTUNG: Der Film ist Sondermüll!! Wer einen wirklich guten Rückfall in 80er Jahre Kracher sehen will, wärmstens sei hier Doomsday empfohlen.
Die Story ist selbst für ein B-Movie zu blöd und viel zu unsinnig. Das ein Krieg ein paar hundert Jahre in unserer Zukunft (Jahr 2707) konventionell mit Schützengräben und Stellungskrieg abläuft, hä? Es gibt zwar Flugmaschinen, um Truppen zu evakuieren aber nicht, um zu ballern?
Vier Machtblöcke kämpfen gegeneinander, die Deutschen werden "Bauhaus" genannt - würg! Ich bilde mir sogar ein, in einer der Schlachtszenen einen Stahlhelm mit Spitz obendrauf gesehen zu haben, Kaiser Wilhelm lässt grüssen!
Sehr praktisch, die unter der Erde vergrabene Maschinerie, die Menschen in Mutanten umformt, befindet sich genau unter dem Schlachtfeld und wird durch einen einzigen Treffer freigelegt, während der Orden, der seit Ewigkeiten darüber wacht, weit weg entfernt ist und kein Schwein am Schlachtfeld auf sowas achtet.
Der Film ist sehr, sehr schlecht geschnitten, den Szenen fehlt Rhythmus, manchmal ist zu knapp in eine Handlung oder Bewegung geschnitten, dann wieder findet ein Sprung statt, der aussieht, als hätte die Zensur was entfernt, aber das ist original so belämmert gemacht.
Die Figuren sind alle miteinander uninteressant, es gibt ein paar derartig lachhafte Zufälle, das man nichtmal mehr darüber lachen kann, sondern nur mehr sauer wird. Und vom vollkommen dämlichen Anti-Höhepunkt am Ende wollen wir gleich gar nicht reden, weil es auch nur funktioniert, indem ein letztes Mal das letzte Element der Logik ruiniert wird.
Echt schmerzhaft, so einen Dreck zu sehen. Wo die Voraussetzungen für einen spannenden, unterhaltsamen Trashfilm selten gut gewesen wären. Aber es zeigt sich, das die beste Besetzung, na gut, ein paar gute Darsteller, nichts ausrichten können, wenn Regie und Buch total versagen.
Fazit: Sondermüll, meiden!