Aliens vs. Predator: Requiem
USA 2007; 2.40:1, ca. 97min (extended Version) R: Brothers Strause B: Shane Salerno D: Steven Pasquale, Reiko Aylesworth, John Ortiz, Ariel Gade Bonus: 3disc set
Ist zwar ein absurder Vergleich und ein müder Witz, aber die Regisseure Strause dürften etwas von einem Vogel Strauss an sich haben: Kopf in den Sand stecken, nur nix sehen, was die Alien Filme und die Predator Filme ausgemacht hat. Aber einen besseren Witz haben sich diese Gebrüder Dumm & Dümmer nicht verdient.
Nun habe ich als Fan beider Serien dieses 3disc Zeugs daheim stehen und bin total unglücklich damit. Eigentlich ist das Set sogar eine Frechheit, wenn man den Film darin gesehen hat. Es ist so schlimm, das man sagen muss, der ohnehin schon beschissene Vorgängerfilm vom überschätzten Scheissregisseur Paul W.S. Anderson (Resident Evil, Soldier, Event Horizon) ist im Vergleich besser! Aua, das tut echt weh!
Ich liebe die Alien Serie, auch der ungeliebte vierte Film, Resurrection, gefällt mir ausgesprochen gut. Die Serie ist bösartig und düster, die Chronologie von Ripley, die sie erzählt, ist wirklich guter Stoff und wird im letzten Film zu einer verdrehten, bösartigen Absurdität geführt, die köstlich ist. Oder der dritte Film in seiner Langfassung, einfach grossartig.
Ebenso die Predator Filme. Vom gradlinigen Schwarzeneegger Splattershooter im Dschungel zu einem mit Mystizismus, Drogenkriegen und Hardcoresplatter durchsetzten Actionreisser voller Schweiss und Blut im Betondschungel der Stadt, beide Filme können für sich stehen und bieten beste Unterhaltung.
Die Herren Strause mögen recht gute Effektespezialisten sein, aber als Regisseure sind sie totaler Schrott. Mit AvP Requiem düften sie diese Serie hoffentlich endgültig zu Grabe getragen haben. Vielleicht wird es nochmal Filme zu den originalen Serien geben aber hoffentlich kein AvP3. Dieser blöde Film ist weder spannend noch aufregend.
Er ist derartig dunkel, das man viel zu wenig sieht - sogar in den finsteren Alien Filmen war mehr zu sehen. Zwielicht und Dämmerung und mehr andeuten als klar zeigen sind sehr gute Sachen, werden hier aber über alle Sinnhaftigkeit hinweg übertrieben. Das PredAlien ist so schlecht erkennbar, das es schon ärgert.
Die Kleinstadtszenerie ist 08/15 das es kaum auszuhalten ist, und dafür, das der Film eigentlich keine Geschichte erzählt, deutet er viel zu viele Handlungsstränge an, die vollkommen sinnlos fallengelassen werden. Keine einzige der Figuren ist ein Sympathieträger und wir haben wiedermal die beschissene Krankheit der viel zu jugendlichen Helden - und Kinder!
Immerhin verschonen die Aliens hier auch keine Kinder und Schwangeren, das ist aber auch schon das einzige Zugeständnis daran, von klischees abzuweichen. Sonst - übel, übel, übel. Leider ist die beste Szene diesbezüglich auch gleich die Einleitung des Films und damit sind die spannendesten Momente auch schon wieder vorbei. Es gibt genau eine weitere Szene, die gut ist und die dauert vielleicht zwei, drei Sekunden und ist die letzte Einstellung, bevor der Abspann beginnt.
Da begegnen wir nämlich - und das ist jetzt nicht ein Spoiler - einer gewissen Ms. Yutani. Wer sich erinnert - Weyland-Yutani ist die Company, für die Ripley in den Alien Filmen anfangs gearbeitet hat. Und wer sich an den vorherigen AvP Film erinnert, da war Lance Henriksen ein gewisser Charles Bishop Weyland, das Vorbild für die Bishop Androiden aus den Aliens Filmen, dort ebenfalls von Lance Henriksen gespielt.
Der Überschmäh an dem Mini-Auftritt: Die Darstellerin Francoise Yip hatte einen Auftritt in der TV-Serie Millennium, in der Lance Henriksen die Hauptrolle als Frank Black spielte.
So gesehen ist der Miniauftritt der Yutani Frau der beste Gag des ganzen Films. Was für eine Leistung! Wow! Cool! Bravissimo! Jubel! Hurra! Klatsch!
Unbekannte Schauspieler zu besetzen ist eine lustige Sache, weil es die Unsicherheit erhöht, wer überleben darf und wer nicht. In dem Film ist es mir scheissegal gewesen, sie haben alle genervt und keiner hat sowas wie schauspielerisches Können gezeigt.
Dazu die hilflose Regie, die von einem bösartigen oder beleidigten Cutter im Stich gelassen wurde, der die Szenen so geschnitten hat, das man sehr oft merkt, das die Regiedilettanten gerade "Action" gerufen haben und die Darsteller erst zum agieren beginnen.
Dialogszenen die derartig gestellt wirken, wie man es seit den Spencer/Hill Filmen der 80er Jahre in keinem Film mit derartigem Budget gesehen hat. Juhu, das zerstört die Stimmung. Streckenweise stimmt das Timing nicht, die Anschlüsse sind immer wieder holprig und der Film kommt einfach nicht in Fahrt, versucht viel zu krampfhaft Stimmung zu erzeugen anstatt die Action loszulassen.
Dann haben wir auch tatsächlich Szenen vom Planeten der Predatoren - meine FRESSE!! Übriggebliebene Effekte aus einer 90er Jahre SF TV-Serie? Sowas von TV Durchschnittsaufnahme, langweilig die paar Sekunden und beleidigend simpel für die Predatoren.
Ich hatte echt gehofft, nach dem konservativ lächerlichen Unfall des ersten AvP Films kann es nicht schlimmer kommen - aber siehe da, es wurde noch viel schlimmer als man sich vorstellen möchte.
Auf VOX lief vor ein paar Tagen ein 90er Jahre Schundfilm namens Marabunta - Killerameisen greifen an. Der Dreck war ja richtig spannend im Vergleich und dabei konnte man sich wegwerfen vor Lachen über die unfreiwillige Komik! AvP2, der ungleich viel teurer, aufwendiger, grösser und gehypter war, ist aber genauso doof und schlecht wie der alte Videoschrott.
Ob man den Dreck jetzt in der Kinoversion oder in der 7min längeren extended Fassung gesehen hat, dürfte wohl nicht viel Unterschied machen. 97min Langfassung ist lächerlich, hier aber sehr wohl eine schmerzhafte Ewigkeit.
Gerne würde ich mir einen weiteren Alien Film ansehen, gerne einen weiteren Predator Film, aber keinen weiteren AvP Film mehr. Bitte, lasst diese Serie zugrunde gehen mit dem völlig zu Recht gefloppten Scheissdreck hier. Der Film ist nichtmal so schlecht, das er Spass macht, er ist einfach nur ein Haufen Müll.
Der Film ärgert mich derartig das ich darauf verzichten werde, mir all das Bonusmaterial anzusehen oder gar den Audiokommentar der Idioten anzuhören. Auch nicht um rauszufinden, ob der Gag mit Francoise Yip beabsichtigt oder Zufall war.
Fazit: Einfach nur Scheisse!