Schlachtnacht
NL 2007; 1.85:1, ca. 90min B+R: Frank van Geloven, Edwin Visser D: Victoria Koblenko, Kürt Rogiers, Jop Joris Bonus: making-of, Bloopers
Evil Dead im Bergwerk, mit knackigen und brauchbar dümmlichen Jugendlichen ab 18, ohne Käse und Tulpen, aber streng nach den dramturgischen Regeln als Dreiakter: Anfang, Mitte, Finale, jeder Teil ein Drittel des gesamten Films. Jeder dieser Teile des Films misst ziemlich genau 30 Minuten.
Diese formale Strenge ist die grosse Schwäche eines ansonsten irgendwie passablen Euroschockers. Durch diese gleichmässige Aufteilung der Filmabschnitte wird das Spektakel streckenweise zu langatmig an einer, zu sehr gerafft an anderer Stelle.
So leitet der Film nach seinem flotten, im üblichen historischen Umfeld angesiedelten Prolog rasch zur Vorgeschichte der Handlung um von dieser nur wenige Augenblicke später mit einem exzellenten Knall - dem tödlichen Autounfall, in dem der Vater der Protagonistin umkommt - zur eigentlichen Geschichte zu leiten.
Die wird dann leider mehr als schaumgebremst und bemüht originell erzählt wird, als Bildmontage, was längst nicht mehr so lässig erscheint, wie die Filmemacher glauben. Noch dazu, wenn es an Tempo oder Witz fehlt.
Wir wandern mit den Besuchern durch die Schächte des ehemaligen Bergwerks, lassen uns vom Führer die Geschichte des Serienkillers Andries Martiens erzählen - dem Kerlchen aus dem historischen Prolog - der angeblich in dem Bergwerk als Feuermann umgekommen sein soll um dann ziemlich exakt nach 30 Minuten mit der Nummernrevue zu beginnen.
Nach dieser leider ziemlich überflüssigen Rechtfertigung für den Rest des Films wird gemetzelt und dämonisiert und man ist besessen und wandert schreiend durch die Finsternis. Alles nicht so schlecht, das Blut spritzt, die improvisierten Waffen fahren recht zeigefreudig durch die Körper, die Dämonisierten sehen hübsch ekelig und Evil Dead inspiriert aus, also alles nicht so schlecht. Es fehlt zwar der ordentliche Einsatz einer Kettensäge, aber es blutet recht hübsch im Berg.
(Ein richtig krasser Einsatz einer Kettensäge war dafür unlängst bei Grey's Anatomy in knalligem blutrot zu bewundern - die Halloween Episode, in der der Junge um Ohren bettelnd durchs Krankenhaus wandert. Manchmal denke ich, Splatterfilme haben es im Vergleich zu diversen Serien immer schwerer, mittels brutalen und blutigen Szenen zu punkten.)
So, wieder sind 30 Minuten vergangen. Jetzt geht es auf zum letzten Akt, da sind nur mehr die Helden übrig und unser Geist des Serienkillers. (das steht auch auf der DVD Hülle, ist somit kein Spoiler!). Jetzt matchen nur mehr die verbliebenen rechtschaffenen Helden und das Böse gegeneinander. Dreimal muss man nicht raten, wie das ausgeht.
Schlachtnacht ist nicht schlecht. Blutig und hübsch anzusehen, aber durch die strikte Form unnötig schwächelnd und ärgerlich im Versuch, sein Gemetzel zu rechtfertigen. Dadurch gelingt es den Machern leider nicht immer, den klaustrophobisch verwirrenden Schauplatz von Bergwerkschächten auch zu nutzen.
Sie hätten gut daran getan, bei all den Filmen, die sie als Vorbild vor Augen hatten, auch genauer zu studieren, wie diese ihre knappen Ressourcen verwendet und umgesetzt haben. Dann wären ihnen ein paar wesentliche Unterschiede aufgefallen, von denen die wichtigsten folgende sind:
Eine gewisse Scheiss-drauf Mentalität, kein Versuch, krampfhaft einen unausgegorenen historischen Hintergrund zu konstruieren oder dabei wenigstens geschickter vorgehen und vor allem kein verdammtes Ouija Brett. Das ist wirklich ein schlimm dämliches Mittel um damit ein Gemetzel kickstarten zu wollen. Wirklich dumm, öde, peinlich, abgelutscht und ähm... ja, Quatsch mit Sosse.
Fazit: etwas uninspiriert, aber wenigstens blutig.