Dog Bite Dog
Hongkong 2006; 1.85:1, ca. 108min R: Soi Cheang B: Matt Chow, Szeto Kam Yuen, Melvin Li D: Edison Chen, Sam Lee, Cheung Siu Fai, Lam Suet, Pei Pei, Lam Kah Wah Bonus 2disc: nicht verwendete Szenen, Am Set, Schlachtfeld, Ansichten zum Film, Meine zweite Sprache
Wüst, unerbittlich, gnadenlos, deprimierend, konsequent. Schlagworte, um Dog Bite Dog zu beschreiben. Von der Wirkung her ähnlich intensiv und erschütternd wie Oldboy.
Pang, Kambodschaner, Strassenkind, aufgewachsen auf den Müllbergen der Stadtmoloche. Extrem wortkarg, kann weder lesen noch schreiben. Aber er mordet als Auftragskiller. Gnadenlos, unglaublich brutal, emotionslos. Kaum mehr als ein Tier. Kommt nach Hongkong. Mordet.
Ein Cop heftet sich an seine Fersen, kaum weniger durchgeknallt als Pang. Er missachtet Vorgesetzte. Kann keinen Zeugen befragen, ohne körperlich gewalttätig zu werden. Misshandelt seinen nicht gerade hellen Informanten auf das brutalste. Und hat eine psychische Bürde zu tragen, die ihn immer mehr und mehr niederdrückt und fertigmacht.
Auf der Flucht landet Pang auf der Mülldeponie. Stösst auf Yue, von ihrem Vater, dem Wächter der Deponie, vergewaltigt, ebenfalls unter menschenunwürdigen Bedingungen gehalten wie eine Sklavin. Pang entwickelt Gefühle für sie.
Doch der Cop am Rande des Nervenzusammenbruchs folgt ihm. Weiter, immer weiter. Wie ein Bluthund.
Die gnadenlose Brutalität von Dog Bite Dog gewinnt der Film durch zweierlei. Durch den nicht allzusehr verschlüsselten Symbolismus einzelner Szenen, die jegliche Hoffnung fahren lassen und durch die Gewaltakte, die sich im Rahmen des reallistischen bewegen. Keine Zeitlupen mit dramatischer Musik, keine krachenden Soundeffekte. Plötzliche, unerwartete Gewalt von derber, direkter Härte, genau so schnell wieder vorbei wie begonnen.
Wenn der Film im Schein der untergehenden Sonne endet, dann strahlt das dreckigste, düsterste und depremierendste Sonnenlicht, das seit einer Ewigkeit im Film zu sehen war.
Der Film badet geradezu in seiner depressiven Schönheit, im Dreck, der Farben, Gebäude, Fahrzeuge, Menschen, einfach alles überzieht. Dog Bite Dog ist ein grosses Kino. Ein Film, der an den Nerven zerrt.
Fazit: absolut sehenswert, nichts für sensible Gemüter