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See No Evil

dvd see no evilSee No Evil

USA 2006; 1.85:1, ca. 81min R: Gregory Dark B: Dan Madigan D: Glen "Kane" Jacobs, Christina Vidal, Michael J. Pagan Bonus: Audiokommentare, making of, featurettes, interviews...

Da wären wir also wieder mal bei einem Slasherfilm, in dem eine Gruppe Jugendstraftäter zwecks Resozialisierungsprogramm für einen guten Zweck weggesperrt wird, diesmal in einer Hotelruine, um sich dann in aller Gemütlichkeit von einem Psychopathen mit merkwürdiger Motivation abschlachten zu lassen.

Der Psychopath wird von einem Vieh von einem Mann namens Glen Jacobs, Freunden des Wrestling als "Kane" bekannt - mir bis dahin also nicht.

Den Psycho mit diesem riesigen Kerl zu besetzen war eine gute Idee. Der Film selbst ist hingegen eine zäh durchwachsene Sache.

Auf dem Audiokommetar labern Autor und Regisseur sehr viel über die Motivation der Figuren und die Themen, die in der Geschichte verpackt sind. Schön, wenn die beiden tatsächlich der Meinung sind, das wäre gelungen. Wirklich beeindruckend ist eher der Umstand, wie viele Effekte es gibt, die am Computer gebastelt wurden. Der Himmel am Anfang des Films, die coole Aussenansicht des Gebäudes, in dem der Film spielt.
Sogar die verdammte Busfahrt ist eine Green Screen Bastelei. Von Teilen des Gemetzels ganz zu schweigen. Womit wir bei dem wären, worum es eigentlich geht:

Der Gorefaktor ist voll ok, die Morde und Foltereinlagen sind wirklich ekelhaft und drastisch, da gibt es absolut nichts zu meckern. Die Motivation des Killers ist haarsträubend, das übliche Mutter- und Religionsdrama, wie in jedem zweiten Film dieser Art.

Auch an der Optik gibt es nichts zu meckern, vielleicht ein klein wenig zu schick und künstlerisch gestylt - handgekurbelte Kamera um ruckende Bilder zu erzeugen?!? Eine Kamerafahrt gleich zu Beginn des Films durch eine drastische Wunde hindurch - einfach cool. So wie es sein sollte.

Aber was den Film so zwiespältig geraten lässt, ist das vollkommen fehlende Gespür für Tempo und Rhythmus. Der Film beschleunigt und bremst ununterbrochen, ohne je die Geschwindigkeit zu entwickeln die notwendig wäre, um zu fesseln und von der klassisch blöden Story und den hübschen, dummen Klischeefiguren abzulenken, die es zu verstümmeln gilt.

Dieses hin und her im Tempo stört wirklich soweit, das man sich zu ärgern beginnt. Es verdirbt tatsächlich ein wenig die sehr gelungenen und ekeligen Morde. Was auch ganz schlimm rüberkommt - die Rapmusik! Aaaahh, sowas gehört nicht in einen Slasher, das ist dämlich und Scheisse, ruiniert die so sorgfältig komponierten Kameraspielereien, die mächtig Stimmung zu machen versuchen.

Fazit: Ein Slasher, der sehr drastisch und spassig sein könnte, aber störende Schwächen aufweist.