Event Horizon
UK/USA 1997, 2.35:1, ca. 92min R: Paul Anderson B: Philip Eisner D: Sam Neill, Lawrence Fishburne, Kathleen Quinlan, Joely Richardson
Um es vorneweg zu sagen: Event Horizon ist ein Guilty Pleasure Film, nicht mehr. Ein recht brauchbarer Horror Science Fiction Film, bis heute eigentlich der beste Film, den dieser unsägliche Paul W.S. Anderson gedreht hat.
Wieso der Mann eigentlich immer wieder tolle Stoffe angeboten bekommt, die er dann in den Sand setzen darf, echt merkwürdig. Resident Evil 1, Soldier, Alien vs. Predator. Alles Geschichten mit unheimlich viel Potential, die einen kreativen, originellen Regisseur erfordert hätten und statt dessen von Anderson vernichtet wurden. Vor allem bei Alien vs. Predator ist die Unfähigkeit Andersons besonders ärgerlich. Keiner der Filmemacher, die an den 4 Alien Filmen oder den beiden Prdator Filmen gearbeitet haben, hat die Figuren jemals der Lächerlichkeit preisgegeben. Aber genau das hat Anderson geschafft. Er hat sie lächerlich gemacht. Arschloch.
Der Regisseur schafft es nie, über die 08/15 Standard Einstellungen hinweg die Kamera interessant zu positionieren, er hat kein Rhythmusgefühl, sein Tempo lässt zu wünschen übrig. Er glaubt, er dreht klassisch, ist aber nur banal und einfallslos. Leider.
Offenbar macht er seinen Schrott immer billig genug, um sich zu rechtfertigen. Er ist ein billiger Regisseur, sowohl das Budget betreffend wie auch seine handwerklichen Fähigkeiten.
Zurück zu Event Horizon: Das interessanteste an dieser Neuauflage ist die saugeile Verpackung. Echt wahr, ein tolles Ding. Gut, da ist noch eine Bonus Disc dabei, die auch ihre Reize hat. Wenn man denn auf Dauergeplapper steht, aus dem das making-of beinahe ausschliesslich besteht. Paul Anderson erzählt uns ausgiebig und stotternd, wie cool Lawrence Fishburne ist. Und wie toll seine Besetzung war. Wow!
Wer gehofft hat, hier mehr von den legendären Orgienszenen zu sehen, tut mir leid, es sind bloss ein paar gute Standfotos und einige wenige Sekunden grindiges Videomaterial. Die Fotos im seinerzeitigen Fangoria Heft zeigen echt mehr... . Das beigepackte Booklet verrät eigentlich alles was interessant ist, das Design der Event Horizon, das von Notre Dame inspiriert wurde und ähnliche Scherze. Damit ist Disc 2 eigentlich überflüssig.
Event Horizon hat durchaus seine guten Augenblicke, beispielweise zu Beginn, als sich die Kamera durch das Gestänge der Raumstation mit einer Drehbewegung zurückzieht. Im Kino hat es damals das halbe Publikum zu einem Schwindelanfall verführt, sehr gut. Wirkt auch jetzt auf DVD noch gut nach. Aber dann verschenkt Anderson viel zu viel von dem Stoff, der wirklich horrend hätte sein können. Seine Ausreden diesbezüglich im making-of sind echt ... ja.
Fazit: Wenn man den Film als Studie verschenkter Möglichkeiten ansieht und die geniale Verpackung haben möchte, dann ist es die DVD wert. Sonst ist der Film nicht anders als bisher bekannt, also scheiss der Hund drauf.