Inhalt lt. Buch: Margaret Montoya ist Epidemiologin bei der CIA: Sie wird mit einer seltsamen Krankheit konfrontiert. Aufgrund eines unbekannten Erregers verwandeln sich normale Menschen in Psychopathen, die erst ihre Familien töten und sich dann selbst auf grauenerregende Weise umbringen. Schuld daran sind Samenkapseln außerirdischen Ursprungs, die sich perfekt dem menschlichen Körper anpassen können und diesen als Wirt benutzen, bevor sie den Körper rapide zum Zerfall bringen. Montoya und die US-Regierung glauben zunächst an eine terroristische Attacke mit einer neuartigen Biowaffe. Währenddessen wird auch der Ex-Footballprofi Perry Dawsey Opfer der Invasoren. Er bemerkt dreieckige Wucherungen an seinem Körper. Bald darauf hört er fremde Stimmen in seinem Kopf ...
Scott Sigler: Infiziert
(OT: Infected; 2008) Heyne Tb 11/08; ca. 541 Seiten ISBN 978-3-453-43363-2 Ausstattung: geprägter Umschlag
Gesamteindruck: [****]
Normale Menschen verwandeln sich ohne Vorwarnung in totale Psychopathen, die erst alle Leute in ihrer Nähe abschlachten, ehe sie sich selbst auf irre Art umbringen. Die Suche nach dem Ursprung dieses Wahnsinns wird für die Epidemologin Montoya und den Agenten Phillips zu einem Wettlauf gegen den näherrückenden Horror...
Nach Earthcore nun der zweite Sigler Thriller auf Deutsch. Beinharter Horror. Am Buchrücken wird der Roman als atemberaubende Mischung aus Stephen King und Chuck Palahniuk beschrieben. Stimmt sogar, zur Abwechslung mal. Bizarr, freakig und deftig wie Palahniuk, monströs-heiter wie King.
Am Cover steht Thriller - der Roman ist aber ein harter Splatterthriller mit, soviel verrät leider auch die Inhaltsangabe des Buches, eindeutigen SF Elementen. Natürlich könnte man das auch als Thriller bezeichnen, aber ... hm. Klingt nicht gut. Thrillerleser mögen nicht zwangsläufig Splatter und SF. Das ist Marketingquatsch.
Political Correctness ade!
Infiziert ist ein stimmungsvolles Buch, verbreitet Paranoia und düstere Stimmung, bereitet streckenweise wirklich heftiges körperliches Unbehaben - paranoide Selbstverstümmelungsattacken. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven beschrieben: Die Sicht der Epidemologin, die Erlebnisse des Agenten, das Weltbild eines Infizierten.
Saugeile, rabiate Unterhaltung. Ich habe das Buch in einem einzigen Ruck durchgelesen. Hatte ein paar tolle Stunden. Mehr kann man zu dem Buch eigentlich nicht sagen. Es ist gut geschrieben, fesselnd, kommt in all seiner Absurdität vollkommen glaubwürdig daher, ist mit bitterbösem Humor gewürzt und schildert sehr gekommt ein horrendes Szenario. Vor vielen, vielen Jahren war Stephen King so gut, wie Sigler es jetzt ist.
Earthcore und Infiziert zeigen beide in ihrer Qualität, das dieser Autor den Bogen raus hat, spannende, plausibel scheinende Bücher zu schreiben, deren Grundideen beträchtliche Ähnlichkeit mit haarsträubendem 80er Jahre Monsterhorror aufweisen. Aber was er daraus macht - alle Achtung.
Nebenbei bemerkt finde ich sehr hübsch, das der Heyne Verlag sein Cover in die Richtung des Earthcore Covers von Otherworld gestaltet hat. Schade finde ich es, das Otherworld ausgebootet worden ist und Heyne den Autor übernommen hat. Das war sicher verdammt teuer.
Kurz gesagt:
- derber Splatter
- spannend und bizarr
- tauglich für eine Fortsetzung
Fazit: Super! Spannend! Garstig! Lesen!
Danke für das Interesse. Kommentare, Widerspruch, Zustimmung, Anmerkungen, ect. sind jederzeit willkommen.