Eine kurze Anmerkung zu Rezension:
Weil der Eindruck entstehen könnte (entstanden ist), ich würde die meisten Bücher, die ich hier präsentierte, so gut wie nur positiv zu rezensieren, möchte ich die eine oder andere Kleinigkeit diesbezüglich klarstellen. Das beginnt bei einem grundlegenden Missverständnis: Ich lese doch keine Bücher, um sie nachher niederzumachen! Ich weiß, was mir gefällt und danach wähle ich meine Lektüre aus. Lesen um sich über das Buch zu beschweren interessiert mich nicht die Bohne.
Für mich ist lesen eine der schönsten Beschäftigungen, der man nachgehen kann und suche mir doch kein Buch aus, von dem ich ahnen könnte, dass es mir nicht gefallen wird. Dafür gibt es viel zu viele Bücher zum Lesen. Zu wenig Zeit, um sie alle zu goustieren. Niedermachen oder vernichtende Kritiken loszulassen ist ohnehin eine fragwürdige Sache. Wenn ein Rezensent Blähungen hat oder miese Laune, wird er natürlich Dinge finden, die das Buch schlecht machen. JEDES Buch.
Selbstverständlich greife ich auch hin und wieder bei einem Buch ins Klo. Das kann man dann auch lesen, ich drücke es in den meisten Fällen nur höflicher aus und versuche, auch bei einem schlechten Buch etwas Gutes zu finden. Schließlich ist das nur meine Meinung und ich denke nicht daran, einem anderen Leser ein Buch zu verderben, bloß weil es mir nicht gefallen hat. Ich habe auch kein Interesse daran, die Bemühungen eines Autors niederzumachen.
Es ist tatsächlich harte Arbeit, ein Buch zu schreiben und sich dabei zu bemühen, die Sache ordentlich über die Bühne zu bringen und dabei unterhaltsam zu sein. Und so gut das Ergebnis auch sein mag, man wird es nie allen Lesern Recht machen können, schließlich ist jeder Eindruck eines Buches ein sehr persönlicher und nur einer von vielen Eindrücken. Und keiner ist richtiger oder falscher als der andere. Subjektives Empfinden lässt sich nicht so einfach in richtig/falsch einteilen. Warum sollte mein Eindruck richtiger sein als dein Eindruck?
Es gibt echt beschissene Bücher, die aus Faulheit, Unvermögen oder Berechnung so sind, wie sie sind. Aber in den meisten Fällen kann man erkennen, ob der Autor sich bemüht hat und es sollte einfach nicht so rund werden. Sogar bei einem meiner Lieblinge wie Richard Laymon gibt es Titel, die in meinen Augen nicht so gelungen sind.
Wer selbst Bücher schreibt, weiß aus eigener Erfahrung, wie die Sache unrettbar in die Hose gehen kann und wer viele Bücher liest, der sieht das ebenfalls.
Aus dem gleichen Grund winde ich mich immer darum herum, den Inhalt näher zu beschreiben. Ich hasse das! Ich habe Bekannte, die mir ungefragt immer wieder irgendwelche Inhalte verraten, selbst wenn ich sage, das möchte ich noch sehen oder lesen – diese Leute verderben mir das Vergnügen. Ich vermeide es, mit ihnen über Bücher oder Filme zu sprechen - und das ist schade.
Und genau das kann ich an Rezensionen nicht leiden – mehr Inhalt als der Klappentext oder Rückentext hergibt, braucht man nicht, um zu erklären, ob einem das Buch gut oder schlecht gefallen hat. Selbst wenn diese Texte öfter von einer Werbeagentur stammen als von jemandem, der das Buch gelesen hat. Was dort steht, ist ohnehin schnell vergessen, wenn man mal zu lesen begonnen hat.
Und wenn ich es nicht mag, wenn mir solch ein Verrat zustößt, warum sollte ich so etwas jemand anderem antun?