Inhalt lt. Buch: Männer sind Schweine! Der Auftragskiller Frank Spain weiß das längst, und seine vierzehnjährige Tochter Tiff lernt es auf die harte Tour, als sie dem Mädchenschwarm ihrer Schule auf den Leim geht, der sie verführt, mit ihr durchbrennt, sie drogenabhängig macht und zur Prostitution zwingt. Als Spain herausfindet, wo sich seine Tochter aufhält und was ihr angetan wurde, kommt es, wie es kommen muss: Ein Mann sieht rot, und Frank Spain, dessen Beruf der Tod ist, rastet völlig aus und beginnt einen langen und blutigen Krieg gegen alle, die siner Tochter Unrecht getan haben. Als die Opferzahlen steigen und steigen und weder über die Motive noch die Identität des Killers Klarheit herrscht, zieht die Polizei von St. Louis den Serienkiller-Spezialisten Jack Eichord hinzu, der im Mafia-Milieu ermittelt ... doch wie geht man gegen einen Mann vor, der von Berufs wegen ein eiskalter Killer ist und nur überlebt, weil er der Gegenseite immer einen Schritt voraus ist?
Rex Miller: Im Blutrausch
Edition Phantasia 08/2009 (OT: Frenzy; 1988); 318 Seiten, ISBN 978-3-937897-34-9; Übersetzung: Joachim Körber; Ausstattung: Trade Format, Klappbroschur
Gesamteindruck: [****]
Zum Kotzen!
Die Dinge, die Tiff widerfahren, zählen zum abscheulichsten, was man sich vorstellen kann und die harte, ungeschliffene Sprache von Miller sorgt dafür, das der Ekel den Leser so richtig würgen kann. Vor allem für Eltern von Mädchen stellen die Geschehnisse einen absoluten Albtraum dar, da sie in ihrer groben und simplen Abfolge logisch und nachvollziehbar erscheinen.
Es ist einfach, ein verliebtes Mädchen hinters Licht zu führen und dafür zu sorgen, das sie viel zu spät bemerkt, was ihr geschieht. Bis dahin ist sie nur mehr ein Schatten ihrer Selbst, ein Wrack.
Das ein Vater wie Spain dann zu einem veritablen Amoklauf startet, ist nur allzu verständlich. Wenn er noch dazu eine Ahnung von Foltern und Töten hat ...
Die Bürde des Seins
Bei Rex Miller kommt erschwerend hinzu, das er seinem Leser nur wenig Hoffnung auf ein befreiendes Ende in Aussicht stellt. Jack Eichord, sein Protagonist, der seinen ersten Auftritt im ebenfalls sehr extremen Fettsack hatte, ist immer noch ein kaputter Typ, der gegen seine inneren Dämonen kämpft und nicht sonderlich zu Unbeschwertheit neigt.
Auch der Umstand, das Eichord so etwas wie eine vielversprechend erscheinende Beziehung beginnen darf, ändert nichts an der Trostlosigkeit, da der kaputte Ermittler ein Talent hat, sein Privatleben voll in den Sand zu setzen.
Paten und Pimps
In seinem eiskalt durchgezogenem, von psychotischen Ausritten geprägten Rachefeldzug wütet Spain in jenem Milieu, in dem er selbst als Auftragnehmer unterwegs war. Er zieht eine blutige Spur der Vernichtung durch die Mafiafamilien der Stadt und spielt sie gegeneinander aus.
Es mutet beinahe unerwartet an, das der blutige Weg Spains nicht derart extrem geschildert ist wie das, was seiner Tochter passiert. Die Grausamkeit einem Kind gegenüber konnte und wollte Miller offenbar gar nicht toppen, sondern als zentrales Element stehen lassen, um seine Leser damit zu konfrontieren und entsprechende Emotionen zu wecken.
Statt dessen hat er sich darauf verlegt, den Schwerpunkt auf die absurde Lächerlichkeit und ekelige Perversion der Figuren zu konzentrieren, er führt sie in grober, oft lautmalerischer Sprache vor.
Des Kaisers Kleider
Das derbe Umschlagbild ist eine treffsichere Illustration des Inhalts. Raum, Schatten, Mädchen und Blut sind wie ein Puzzle, das sich beim Lesen zusammenfügt. Ausgezeichnet gelungen, wobei mir die Cover der Edition Phantasia Paperbacks generell recht gut gefallen.
Rex Miller ist einer jener Autoren, die mit einer groben, grenzwertig brutal geschilderten Geschichte, die sich um nichts weiter kümmert, als sich zu erzählen, seinen Lesern mehr Dinge ausrichten kann als so mancher hochgelobter Schreiberling, der sich mit verschlüsselten, zwischen den Zeilen versteckten Anspielungen ziert.
Rex Miller schlägt dir ins Gesicht, packt dich bei den Haaren und tunkt deine Nase in die Scheiße, um sie dir zu zeigen.
Kurz gesagt:
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geht an die Nieren
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ist rabiat und derb
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bleibt im Gedächtnis
Fazit: gehört auf jeden Fall daheim ins Regal
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