Schock-Psycho-Untoten-Horror:
Ein horrender spanischer Thriller, ein effektiver, wahrhaft stressiger Film, der es versteht, die gesamte Laufzeit über Spannung zu verbreiten ... und damit wieder einmal bestätigt, das neben Japan Spanien das Land mit den besten Horrorfilmen ist ... und im übrigen ist der Film wirklich verflucht nochmal spannend ...
[REC]
ES 2007; 1.85:1; ca. 75min (uncut) P: Julio Fernandez R: Jaume Balaguero & Paco Plaza B: Jaume Balaguero, Luis Berdejo, Paco Plaza D: Manuela Velasco, Ferran Terraza, Jorge Serrano
Bonus: making of, trailer
Spannung: [*****]
Inszenierung: [*****]
Gore: [*****]
Gesamt: [*****]

[Rec] ist purer Terror. Der Film begleitet die Reporterin einer lokalen Fernsehstation in Barcelona, die für das Nachtprogramm eine Doku aufnimmt und mit der Feuerwehr in ein Haus kommt, um die Türe zu einer Wohnung aufzubrechen. Vermutet wird eine alte Frau, die gestürzt sein soll. Polizei und Feuerwehr dringen ein, die Reporterin und ihr Kameramann hinterher - direkt in einen Albtraum aus Horror, Stress, Panik.
Sie finden die alte Frau, das schon - aber sie ist keineswegs gestürzt - sie ist bestürzend! (billiger Witz, ich weiß, sorry!)
Urban Horror in Reinform
Denn das Haus wurde in der Zwischenzeit von außen versiegelt, Spezialeinheiten sind aufgefahren, das Gebäude wird eingepackt und die Leute drinnen erfahren nicht, worum es eigentlich geht. Schnell verbreiten sich Angst, Schrecken und gegenseitige Anschuldigungen.
Der Zuschauer sitzt mitten drinnen und bekommt genau so viel mit wie die handelnden Personen, denn er erfährt die ganze Geschichte aus der Sicht des Kameramanns, der die Reporterin begleitet. So mutet [Rec] wie eine Dokumentation an. Der Film verzichtet auf Musik, zeigt ein echtes Haus mitten in der Stadt und kann mit extrem realistischen Effekten aufwarten. Und, was das betrifft, sie sind auch ziemlich drastisch.
Dazu kommen die Störungen in Bild und Ton der Kamera, die kurzen Momente, wo sie ausgeschalten wird und man gleich darauf in die nächsten Szene geschleudert wird, die regelmäßig ausgehenden Lichter des Treppenhauses und mehrere unerwartete Schockmomente sowie jene wunderbaren Augenblicke, bei denen man weiß, man wird gleich verflucht erschrecken, aber das Wissen darum nützt nichts - der Schock sitzt trotzdem!
Euroschocker in bester Qualität
[Rec] ist sehr, sehr effektiv in seinem Bestreben, Terror zu erzeugen und stellt erneut unter Beweis, das die führenden Länder, wenn es um ausgezeichneten, originellen Terrorfilm geht, Spanien und Japan sind.
Fernandez als Produzent hat einen lange Liste von soliden bis ausgezeichneten Schockfilmen vorzuweisen, Balaguero und Plaza sind zwei Regisseure der jüngeren Generation, die wissen, wie man Stil, Geschichten und Originalität zu einer spannenden Melange zusammenfügt.
Das Plakat des Films ist Programm! (weiter nach dem Plakat)

Bonus: Das making-of ist kurzweilig und informativ. Besonders wie die beiden Regisseure gearbeitet haben, ist interessant. Sogar überraschend, aber eigentlich logisch. Aber absolut so, wie es Amerikaner niemals täten. Cool!
Fazit: Grandioser spanischer Schocker - absolut sehenswert!
Nachwort: Nach dem überragenden Erfolg des Films ist inzwischen ein zweiter Teil entstanden. Dieser schildert die Geschehnisse aus der Perspektive von außen. Und offenbar ist auch noch eine weitere Fortsetzung nicht mehr ausgeschlossen. Wenn die beiden Nachfolger das Niveau halten können, spricht absolut nichts dagegen.